Das Verteilzentrum in Neubrandenburg hat diese Woche seinen betrieb aufgenommen.
Das Verteilzentrum in Neubrandenburg hat diese Woche seinen betrieb aufgenommen. Mirko Hertrich
Verdi

Gewerkschaft beobachtet Neubrandenburger Amazon-Ansiedlung

Die Ansiedlung des Unternehmens Amazon in Neubrandenburg löst auch bei der Gewerkschaft Verdi Interesse aus. Fakten sollen her, um die Arbeitsbedingungen besser einschätzen zu können.
Neubrandenburg

Die Gewerkschaft Verdi will sich den neuen Amazon-Standort in Neubrandenburg genau anschauen. „Wir haben bezüglich der Arbeitsbedingungen Erfahrungen aus anderen Bundesländern“, sagt Silvia Reichert, die bei Verdi für den Speditions- und Logistikbereich zuständig ist.

Arbeitnehmer über ihre Rechte aufklären

Doch in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der Konzern mit Verteilzentrum und Neubrandenburg und dem Logistikzentrum in Dummerstorf bei Rostock erstmals niedergelassen. Etwa die Hälfte der 180 Stellen sollen noch unbesetzt sein. „Wir wollen natürlich schnellstmöglich die Arbeitnehmer über ihre Rechte aufklären“, kündigt Reichert an. Denn die Gemütlichkeit des Kunden gehe zu Lasten der Zusteller und auch der Sub-Unternehmer. Der Druck sei beim Amazon einfach sehr hoch, betont die Gewerkschafterin. Und gerade bei den Sub-Unternehmen seien dann auch mal 16-Stunden-Tage möglich. Schließlich wünschen sich die Kunden, dass das Paket im besten Fall schon einen Tag nach der Bestellung da ist. Es gebe aber noch keine Erfahrungen zu den Arbeitsbedingungen der Logistiker in den Zentren, sondern vermehrt mit den Fahrern. Die kämen tatsächlich zu einem großen Teil aus osteuropäischen Ländern, sagt Silvia Reichert. Warum das so ist, könne sie nicht sagen.

Stundenlohn positiv betrachtet

Auch in Neubrandenburg scheint der Anteil von Menschen aus Osteuropa unter den Fahrern schon jetzt hoch zu sein. „Das ist wegen der sprachlichen Barriere natürlich eine besondere Herausforderung“, ergänzt die Gewerkschafterin. Positiv würden sich an anderen Standorten die Arbeitnehmer über den Stundenlohn wundern. Der liege selbst bei den Sub-Unternehmen immer bei mehr als zwölf Euro. „Ich hoffe natürlich, dass das bei den Standorten in Mecklenburg-Vorpommern genau so sein wird“, sagt Silvia Reichert. Sie sei insgesamt gespannt, was die Gewerkschafter künftig bei Amazon erwartet. Schon länger ist die Gewerkschaft mit dem Versandhändler in einer Tarifauseinandersetzung, weil das Unternehmen nicht in einen Flächentarif hinein will.

 

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