QUERELEN UM KUNSTWERK

Gewinner-Künstler sieht sich auf dem Abstellgleis

Sylvester Antony hatte mit seiner Skulptur „Der Weg zum See“ einst den Ideenwettbewerb rund um den Vorplatz am Treptower Tor gewonnen. Nun scheint seine Idee in der Versenkung verschwunden zu sein – was ihn ärgert.
Mit diesem Vorschlag hatte sich der Wrodower Sylvester Antony beim Ideenwettbewerb beteiligt und ist als Sieger gekürt wo
Mit diesem Vorschlag hatte sich der Wrodower Sylvester Antony beim Ideenwettbewerb beteiligt und ist als Sieger gekürt worden. Sylvester Antony
Der Wrodower Künstler, Sylvester Antony, setzte sich eigentlich beim Ideenwettbewerb durch. ZVG
Neubrandenburg.

Sylvester Antony sieht sich nicht als „beleidigte Künstlerleberwurst“. „Ich will nur für mein Kunstwerk werben“, sagt der Mann aus Wrodow, der mit seiner Vision „Der Weg zum See“ zur Gestaltung des Vorplatzes am Treptower Tor vor etwa einem Jahr das Rennen beim Ideenwettbewerb gemacht hatte. Was sich hinsichtlich dieses Themas jüngst abgespielt hat, dazu will er seine Sicht kundtun. Er sieht vor allem sein Kunstwerk als Rechtmäßiges für den Vorplatz an. „Es strahlt pure Lebensfreude aus, ist etwas für die ganze Familie und hat zudem einen historischen Bezug“, sagt er.

Trotz Sieg soll anderes Kunstwerk am Tor stehen

Trotz des Sieges beim Ideenwettbewerb ist kürzlich der Vorschlag aufgekommen, ein anderes Kunstwerk an dieser Stelle zu realisieren: Der „Sitzstein der Wünsche“ von Günter Kaden, der beim Wettbewerb den dritten Platz belegt hatte. Dieser Vorstoß sorgte für Diskussionen unter Stadtvertretern, Mitgliedern des Kuratoriums und Vertretern der Bürgerstiftung an sich – weil Letztere eben auch in den Ideenwettbewerb und dessen Verlauf involviert war. Im Zuge der Diskussion war argumentiert worden, dass es für Kadens Sitzstein Spendengelder gebe, dass Sylvester Antonys Skulptur als zu üppig betrachtet wurde und an anderer Stelle, dem Wollweberplatz, besser aufgehoben wäre. Darüber hinaus könnte sie am Treptower Tor erst mit der Straßensanierung realisiert werden, während für den Sitzstein die Finanzierung schon stehe (der Nordkurier berichtete).

Plötzlich meldete sich niemand mehr

Für Sylvester Antony ist das nicht das größte Problem, wenngleich er davon ausgegangen sei, dass sein Kunstwerk den Vorplatz zieren würde. So hatte es in einer E-Mail von der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG) aus dem November 2019, die dem Nordkurier vorliegt, geheißen. Darin geht es um die Umsetzung, ob sich Antony vorstellen könne, auf zwei Elemente zu verzichten, und wie er den weiteren Ablaufplan sehe. Er habe „zähneknirschend“ für eine abgespeckte Version gestimmt und war von einer Realisierung innerhalb von drei Monaten ausgegangen. Danach herrschte laut Antony Funkstille.

Als die Rede vom Sitzstein der Wünsche war, „war ich perplex“, sagt er. Und plötzlich – sein größtes Problem – ist keine Rede mehr von seinem Entwurf und dessen Realisierung, egal wo. Stattdessen gehe es nur noch um ein Kunstwerk, „das gar nicht für den Vorplatz entstanden ist, sondern schon existiert hat“, wie er meint.

Silvio Witt bedauert Versäumnis, sich zu melden

Warum er erst jetzt an die Öffentlichkeit tritt? Anthony erklärt, dass er Oberbürgermeister Silvio Witt schätze. Da es für ihn nun aber den Anschein hat, als ob seine Skulptur – der Gewinnerbeitrag – in der Versenkung verschwunden ist, und weil Witt dem Kuratorium der Bürgerstiftung den Rücken gekehrt hat, habe er nicht mehr schweigen können und sich erneut öffentlich für sein Werk einsetzen wollen. Silvio Witt bedauert auf Nachfrage, dass versäumt wurde, Sylvester Antony weiter zu informieren. Wie und warum Behörden handeln, sei für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar. Antonys Vorschlag sei nicht vom Tisch. Zunächst wolle die Verwaltung das Votum der Stadtvertretung am Donnerstag zum „Sitzstein der Wünsche“ abwarten, mit einer Mehrheit wäre der Weg für die Spendengelder frei. Eine Beschlussvorlage für „Der Weg zum See“ am Wollweberplatz soll es 2021 geben, um dafür 2022 im Rahmen der Städtebauförderung Mittel zu beantragen.

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Kommentare (2)

Stellt doch noch einen Mudder Schulten Brunnen auf ,das ist Stadtbezogen und prägt die Verbundenheit. Den Müll vom außerirdischen Künstler kann er in Wrodow am Schloß aufbauen, wo schon des Teufels Großmutter sein zu Hause hat.

Beinhaltet auch die Einbeziehung der Weiterentwicklung einer Stadt. Nur Historie darzustellen wird dem nicht gerecht. Ich finde, dass die Idee des Künstlers hervorragend zu dem Platz und den angrenzenden Häusern und Geschäften passt. Bitte verwirklichen.