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Grischower sägen am Bürgermeisterstuhl

Was ein Grischower angekündigt hat, hat er gehalten und ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht. Damit könnten die Tage des Bürgermeisters bald gezählt sein.

Die Schlinge um Peter Driemeckers Hals wird immer enger.
Oliver Wunder Die Schlinge um Peter Driemeckers Hals wird immer enger.

Zehn Prozent hätte er laut Kommunalverfassung nur gebraucht, 30 hat er „eingefahren“: Der Grischower Gerd Beyer hat fast an jeder Haustür in seinem Heimatdorf geklopft, um ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Sein Ziel ist es, den Bürgermeister Peter Driemecker aus seiner Funktion als ehrenamtlicher Bürgermeister abzuwählen, heißt es in einer entsprechenden Erklärung. Als Grund führt Beyer einen massiven Vertrauensverlust an, der in der Vergangenheit entstanden sein soll.

87 Grischower haben den Abwahlantrag unterzeichnet und wären demnach damit einverstanden, wenn Driemecker seinen Hut nähme. Das sind 30 Prozent aller  wahlberechtigten im Dorf, deren Zahl bei 219 liegt. „Ich war insgesamt drei Tage unterwegs und habe wohl 90 Prozent der Wahlberechtigten befragt. Wie man am Ergebnis sehen kann, waren einige dafür und gaben ihre Unterschrift, andere waren dagegen und einigen war die ganze Angelegenheit sogar egal“, beschreibt Beyer Reaktionen, die er erlebte. Am Donnerstag hat er die Unterschriftenliste im Rathaus abgegeben.

Dort, so Elvira Gutglück, Fachbereichsleiterin zentrale Verwaltung und Finanzen, wird der Abwahlantrag geprüft, ob alle, die ihn unterschrieben haben, auch tatsächlich  Grischower sind. Anschließend wird er der Gemeindevertretung übergeben, die darüber abstimmen muss, ob sie das Begehr zulässt oder nicht. Lässt sie es zu, gibt es eine weitere Zusammenkunft der Gewählten, in der sie darüber entscheiden müssen, ob der Bürgermeisters seines Amtes enthoben werden  soll. Darüber hat nicht das Grischower Wahlvolk zu befinden, da Driemecker 2014 nicht als Direktkandidat antrat, sondern aus der Mitte der Gemeindevertretung heraus gewählt wurde.