Falls es mit den beantragten Fördermitteln klappt, bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von etwa 17.310 Euro üb
Falls es mit den beantragten Fördermitteln klappt, bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von etwa 17.310 Euro übrig. Danilo Vitense//© sunnychicka – stock.adobe.com
777 Jahre

Große Feier trotz Schulden – so plant Altentreptow sein Jubiläum

Im Haushaltsplanentwurf für 2022 ist ein sechsstelliger Betrag vorgesehen, um in Altentreptow gebührend feiern zu können.
Altentreptow

Die 777-Jahrfeier soll das Event des Jahres in Altentreptow werden. Auf insgesamt zehn Tage verteilt will die Stadt den Treptowern und deren Gästen viele kulturelle Höhepunkte und Überraschungsaktionen bieten. Über den genauen Programmablauf ist aus dem Rathaus zwar bislang noch nichts nach außen gedrungen, allerdings steht jetzt schon fest, dass die Ausrichtung des Jubiläums nicht gerade günstig wird. Die Verwaltung rechnet mit 100.000 Euro, wie aus dem Haushaltsplanentwurf für 2022 hervorgeht. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt durch ein jährliches Defizit im Finanzhaushalt weiterhin als gefährdet zu bewerten ist und das beschlossene Haushaltssicherungskonzept deshalb fortgeschrieben werden muss.

„Ob die Feierlichkeiten wirklich so viel kosten, wissen wir erst, wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind. Wir haben uns diesen Betrag aber schon einmal als Obergrenze gesetzt, es kann natürlich auch günstiger ausfallen“, versichert die erste Stadträtin Silvana Knebler gegenüber dem Nordkurier.

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Auch ein Pyrotechniker soll engagiert werden

Die Personalkosten würden nach dem aufgestellten Finanzierungsplan komplett von der Stadt getragen. In der veranschlagten Summe sind also lediglich die Sachausgaben enthalten. „Darunter fallen beispielsweise die auszuleihenden Kostüme für die historische Stadtvertretersitzung, die Bühnentechnik mitsamt Tanzfläche, Catering, Bestuhlung und Dekoration“, zählt die Fachgebietsleiterin für Finanzen die einzelnen Maßnahmen auf. Außerdem soll das Programm nicht ausschließlich von den ortsansässigen Vereinen und städtischen Akteuren gestaltet werden. So möchte die Verwaltung auch Livebands, einen DJ sowie einen Pyrotechniker engagieren, der den Altentreptower Nachthimmel mit seiner Feuerwerkskunst bunt erstrahlen lassen wird.

Das sei natürlich alles nicht zum Nulltarif zu haben. „Aber wir bemühen uns, den städtischen Eigenanteil so gering wie möglich zu halten. Wenn alle beantragten Fördermittel und Zuschüsse bewilligt werden, bleiben nach jetzigem Stand 17 310 Euro übrig, die wir allein aufbringen müssten“, betont Knebler.

Aus Vorpommern-Fonds Förderung in Aussicht

Die Hälfte der Kosten will das Unternehmen „Unigea“ aus Berlin laut Sponsoringvertrag beisteuern, sozusagen als Gegenleistung für den geplanten 10-Megawatt-Solarpark bei Klatzow (der Nordkurier berichtete). Allerdings fließen die 50 000 Euro erst, wenn die Anlagen in Betrieb genommen werden. „Da die erforderlichen Genehmigungen soweit durch sind und der Satzungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes vorliegt, gehen wir davon aus, dass der Park noch in diesem Jahr ans Netz gehen kann“, ist Knebler optimistisch.

Falls es in Sachen City-Managementförderung grünes Licht geben sollte, winken außerdem 10 000 Euro, die das Wirtschaftsministerium über das Sofortprogramm „Re-Start Lebendige Innenstädte M-V“ bereitstellt. Weitere 10 000 Euro wurden der Stadt aus dem Vorpommern-Fonds in Aussicht gestellt. Einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro könnte es zudem über die Zuwendungsrichtlinie des Amtes Treptower Tollensewinkel geben, sofern der Amtsausschuss dem vorliegenden Antrag der Verwaltung bei seiner nächsten Sitzung Mitte März zustimmt. Drei Viertel der einkalkulierten Gesamtkosten wären somit zumindest schon mal abgedeckt.

Aufruf zum Spenden läuft weiter

Darüber hinaus setzt die Stadt nach wie vor auf die Spendenbereitschaft der Bürger. 2020 konnten auf diese Weise 1290 Euro eingenommen werden. Mit Stand Ende Januar 2022 sind noch einmal 1400 Euro obendrauf gekommen. „Und der Aufruf läuft ja weiter, es kann also durchaus noch mehr werden“, sagt Knebler. Auch über den Verkauf von Werbeartikeln, wie den neuen Aufkleber, bedruckten T-Shirts oder Volker Bartls Bildband zur Stadtentwicklung rechnet die Verwaltung mit Erträgen von etwa 3700 Euro. Bleibt zu hoffen, dass am Ende dann auch wirklich alle Gelder in der gewünschten Höhe in das Produktkonto für die große Jubiläumssause fließen. Denn sonst muss die Stadt doch tiefer in die Tasche greifen, als sie es sich eigentlich vorgestellt hatte.

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