Bei der Rosenower Dorfkirche wurden mehr als 20 Scheiben eingeworfen.
Bei der Rosenower Dorfkirche wurden mehr als 20 Scheiben eingeworfen. Kai Horstmann
Um weitere Schäden zu vermeiden, wurden die Löcher in den Kirchenfenstern erst einmal überklebt.
Um weitere Schäden zu vermeiden, wurden die Löcher in den Kirchenfenstern erst einmal überklebt. Kai Horstmann
Bettina von Wahl und Dorle Neubecker sind über den Vandalismus an der Rosenower Kirche bestürzt.
Bettina von Wahl und Dorle Neubecker sind über den Vandalismus an der Rosenower Kirche bestürzt.
Bei der Orgel wurden viele Pfeifen zerstört.
Bei der Orgel wurden viele Pfeifen zerstört. Kai Horstmann
Scheiben zerstört

Großer Schaden durch Vandalismus an Rosenower Kirche

Was nach einem Dummejungenstreich aussieht, kommt die Kirchengemeinde teuer zu stehen. In der Dorfkirche Rosenow wurden mehr als 20 kleine Scheiben eingeworfen.
Rosenow

Ärger und Fassungslosigkeit herrschen derzeit bei der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Penzlin-Mölln, die in ihrer Dorfkirche Rosenow erhebliche Vandalismusschäden zu beklagen hat. In der Nacht vom 10. auf den 11.  April wurden mit kleinen Steinen über 20 Ornamentscheiben in mehreren der meterhohen Kirchenfenster eingeworfen. Diese stammen aus dem Becken, in dem das Regenwasser vom Kirchendach versickert.

Nun gilt es, die kleinen Scheiben in ihren Bleirahmen zu ersetzen. Eine spezielle Glaserei wurde mit der Reparatur schon beauftragt. „Wir haben mit sehr viel Aufwand und Mühe sowie finanziellem Einsatz die Kirche in den letzten zehn Jahren von Grund auf saniert. Dann ist man besonders betroffen, wenn Menschen diese mutwillig beschädigen. Die Tat ist so sinnlos“, ärgert sich Bettina von Wahl, ehrenamtliches Mitglied im Kirchenförderverein.

Auch Grabstein umgeworfen

Noch drei Wochen nach der Tat liegen einzelne Steine auf dem Fußboden, auf einem Kehrblech sind Glasscherben zusammengefegt. Die meisten zerstörten Scheiben wurden abgeklebt, damit keine weiteren Schäden entstehen. Laut von Wahl ist es noch nicht geklärt, dass die Versicherung für diese Glasschäden aufkommt. Möglicherweise muss die Kirchengemeinde die Reparaturkosten selber tragen. Entdeckt wurde dieser Vandalismus von Jens Nairz, einem Mitarbeiter der Kirchengemeinde. Dieser wollte an dem Montagmorgen scharrende Türen richten. „Als ich dann in die Kirche eintrat, sah ich zuerst die Glassplitter und entdeckte dann zwei Steine hinter dem Altar“, schildert Jens Nairz.

Laut Polizeipressesprecherin Susann Ossenschmidt fand die Tat im Zeitraum von Sonntag, 10.  April, 17.30  Uhr bis zum nächsten Tag 7  Uhr statt. Dabei zerstörten die Täter nicht nur die Kirchenscheiben, sondern warfen auch einen Familiengrabstein um. Die Polizei schätzt den angerichteten Schaden auf 4000 Euro. „Wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe ermittelt nun die Polizei in Malchin. Zeugen bitten wir, sich an diese oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden“, so Susann Ossenschmidt.

Altar und Bänke einst gegen Devisen verkauft?

Bettina von Wahl spricht indes gleich einen weiteren schlimmen Zerstörungsvorfall an, der der Dorfkirche weit mehr zusetzte: den Abbau des Altars und der Kirchenbänke. Vermutet wird unter anderem, das Alexander Schalck-Golodkowski und die „Koko“ dahintersteckten. Die Abkürzung steht für „Kommerzielle Koordinierung“, eine 1966 eingerichtete Abteilung des DDR-Ministeriums für Außenhandel. Diese verkaufte Kulturgüter gegen Devisen. Wer jedoch wirklich dahintersteckt, kann niemand so genau sagen. „Da gibt es über diesen Vandalismus ganz viele unterschiedliche Geschichten, wie den Verkauf in den Westen. Wann genau der Altar und die Bänke abgebaut wurden, kann ich nicht sagen. Ich glaube Anfang der 80er Jahre war das alles schon weg“, sagt Bettina von Wahl.

Die Kirchengemeinde fand eine gute Nutzung für den Kircheninnenraum. Neben den Gottesdiensten finden heutzutage zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt – Klassikkonzerte, Chorauftritte, auch Liedermacher spielen hier vor. Zudem finden Filmabende und Lesungen statt. Leider wurde aber auch die Orgel zerstört. Was von außen nicht sichtbar ist, sieht im Orgelinnenraum um so schlimmer aus. Ein Teil der Inneneinrichtung ist rausgenommen, zahlreiche verbeulte Pfeifen liegen da herum. „Der Förderverein sammelt jetzt Spenden, damit wird in der Kirche wieder eine funktionierende Orgel haben. Die Kosten für eine Reparatur belaufen sich auf rund 70  000 Euro. Deshalb können wir das Projekt erst in den nächsten Jahren umsetzen“, gibt sich Bettina von Wahl dennoch zuversichtlich.

Wer die Orgelsanierung unterstützen möchte, erreicht den Drei Kirchen Förderverein Rosenow-Schwandt-Tarnow e. V. unter der E-Mail-Adresse: [email protected]

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