TAG DES GEOTOPS

Großer Stein in Altentreptow - Folgt auf den Spott der Erfolg?

Der Große Stein ist Altentreptows neues Aushängeschild – und soll es perspektivisch auch überregional werden. Ganz ohne weiteren Spott auf sich zu ziehen.
Der Tag des Geotops zeigt, was möglich ist. Gut 100 Schaulustige wurden vom Großen Stein angelockt.
Der Tag des Geotops zeigt, was möglich ist. Gut 100 Schaulustige wurden vom Großen Stein angelockt. Karsten Riemer
Altentreptow ·

465 Tonnen schwer, knapp drei Meter angehoben und mehr als eine Viertel Millionen Euro teuer – Altentreptows „Großer Stein“ ist in vielerlei Hinsicht ein Findling der Superlative. Doch so imposant er auch ist, so umstritten ist das Projekt der Hebung, welches maßgeblich vom ehemaligen Bürgermeister Volker Bartl forciert wurde. Zu teuer, so der Vorwurf. Vor allem in Bezug auf den langfristigen Nutzen für die Stadt. Denn ob damit die touristische Anziehung Altentreptows wirklich steigt, ist offen.

Doch die Befürworter des Findlings konnten zumindest am „Tag des Geotops“ einen Vorgeschmack geben, welches Interesse der „Große Stein“ wecken könnte. Immerhin gut 100 Schaulustige hatten sich am Sonntag auf dem Klosterberg versammelt. Zwar ist der Eiszeit-Riese inzwischen überregional bekannt und seit der Hebung im Mai schon Ziel des ein oder anderen Spaziergängers gewesen, doch wo genau er eigentlich herkommt, war immer noch unklar.

Fest steht: Der Teufel, wie es eine Sage behauptet, hat seine Finger diesbezüglich nicht im Spiel gehabt. Vielmehr haben sich die Hinweise für den Geowissenschaftlichen Verein aus Neubrandenburg dahin gehend verdichtet, dass die Region Blekinge in Süd-Schweden Ursprung der Altentreptower Sehenswürdigkeit ist. Und sogar die konkrete Gemeinde lässt sich, laut Angaben des Natursteinspezialisten Karl-Jochen Stein, bestimmen: Olofström. „Die haben euch die Basis für eure Existenz geliefert“, so Stein.

Größe des Steins ist ein Alleinstellungsmerkmal

Ein augenzwinkernder Einwurf, der allerdings im Kern ein großes Stück Wahrheit enthält. „Altentreptow braucht einen markanten Punkt, der die Stadt in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus bekannt macht“, sagte Alt-Bürgermeister Bartl. So sei die Größe des Stein schlicht ein Alleinstellungsmerkmal. Und zwar eines, welches den Fokus für die kommenden Jahre setzen könnte.

Denn Altentreptow will Findlingsstadt sein – Namenszusatz, neuer städtischer Briefkopf sowie entsprechende Ortseingangs- und Hinweisschilder an der Autobahn inklusive. Allein die Beschilderung an der Autobahn schlägt ersten Schätzungen zufolge bereits mit 50.000 Euro zu Buche. Zudem kommt die geplante Neukonzeptionierung des gesamten Areals am Klosterberg. Heißt, für die städtische Politik und Verwaltung um Bürgermeisterin Claudia Ellgoth hat der Marathon, Altentreptow als Tourismus-Standort zu vermarkten, grade erst begonnen.

Der Auftakt für die Stadtentwicklung ist aber in jedem Fall gemacht und trotz aller Kritiker hat einer mit dem Projekt zumindest bei den Geologen schon einen großen Stein im Brett. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn für seine Bemühungen um die Hebung des Großen Steins wurde Volker Bartl mit dem „Stein im Brett 2021“ des Geowissenschaftlichen Vereins ausgezeichnet.

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Kommentare (1)

Selten so einen großen Stein gesehen.Hat schon jemand die Unterseite untersucht? Mal umgedreht? "Made in China"? Den Rezensionen ist nicht immer zu trauen.