DER UNMUT REGT SICH

Grüne kritisieren B-96-Planung scharf

Die Partei sieht beim Ausbau der viel befahrenen Trasse nur Verlierer – mit einer Ausnahme. Eine bessere Einbeziehung der Bürger für das Vorhaben wird gefordert.
In Mecklenburg-Vorpommern wird mit einem Baustart an der Bundesstraße 96 frühestens in drei bis vier Jahren gerechnet.
In Mecklenburg-Vorpommern wird mit einem Baustart an der Bundesstraße 96 frühestens in drei bis vier Jahren gerechnet. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Die Bündnisgrünen aus Neubrandenburg und der Seenplatte lassen kein gutes Haar an den Planungen zum Ausbau der B 96. „Die massiven Umwelteingriffe stehen offenkundig in einem krassen Missverhältnis zu den Vorteilen, die in Fahrzeitgewinnen von nur wenigen Minuten bestehen“, so die Sprecherin des Kreisverbandes, Jutta Wegner. „Außer den Lkw sind nur Verlierer zu erkennen. Auch die anliegenden Kommunen werden durch die Übernahme der alten Trassen in ihre Straßenbaulast und längere Wege zur neuen Trasse stark benachteiligt“, erklärt Monika Göpper, Direktkandidatin zur Bundestagswahl in der Region. „Würde der tatsächliche Umfang der Maßnahmen den Bürgern bereits in dieser frühen Phase bekannter gemacht, würden sich sicher viele alternative Maßnahmen finden, umweltverträglicher und wohl auch kostengünstiger.“

Aus Gemeinden an der Strecke Neubrandenburg-Neustrelitz wie Weisdin und Usadel schallt indes viel Kritik an den Planungen. In einer Stellungnahme hat die Gemeinde Blumenholz dies jetzt zu Papier gebracht. Bemängelt wird, dass alle Ortslagen und Siedlungsplätze nur noch über den Knotenpunkt L 34 bei Blumenholz auf die Bundesstraße geführt werden. Viel Fläche werde verbraucht, um die Straßen aus den Ortsteilen zum Knotenpunkt zu bauen. Die Einwohner hätten dadurch nur längere Wege.

In Mecklenburg-Vorpommern wird mit einem Baustart frühestens in drei bis vier Jahren gerechnet. Vorrang habe der Abschnitt Neubrandenburg – Neustrelitz, weil dort die meisten Fahrzeuge unterwegs seien. Die gesamte Strecke bis Oranienburg mit mehreren Ortsumgehungen und teils dreispurigen Abschnitten könnte demnach bis 2030 fertig werden.

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