Müllvermeidung

:

Grüne wollen Neubrandenburg "plastikfrei" machen

Die Grünen wollen über ein Mehrwegsystems mit Pfandbechern das Aufkommen an Plastikmüll reduzieren. 
Die Grünen wollen über ein Mehrwegsystems mit Pfandbechern das Aufkommen an Plastikmüll reduzieren.
Mohssen Assanimoghaddam

Deutschland ist Europameister: Zwar nicht im Fußball, aber beim Pro-Kopf-Aufkommen von Plastikmüll. Die Grünen in Neubrandenburg wollen lokal was dagegen unternehmen.

Viele Städte in Deutschland haben dem Verpackungsmüll mittlerweile den Kampf angesagt. In Mecklenburg-Vorpommern machen es Städte wie Rostock, Stralsund, Greifswald und Schwerin vor, jetzt soll Neubrandenburg nachziehen. So wollen es zumindest die Grünen in der Stadtvertretung. Sie bringen in der kommenden Woche einen Beschlussvorschlag ins Stadtparlament ein zur „Verminderung der Kunststoffabfälle in Neubrandenburg und Einführung eines Mehrwegsystems“.

Mit dem Papier, das die Grünen den Ratsfrauen und -herren zur Entscheidung vorlegen, soll Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) unter anderem damit beauftragt werden, die Menge von Kunststoffabfällen in der Stadt zu reduzieren. Als mögliche Maßnahmen werden die Einführung eines verbindlichen Mehrwegsystems für Geschirr bei öffentlichen Veranstaltungen oder auch etwa der Verzicht auf Klarsichtfolien in der Verwaltung aufgeführt.

Die Stadtverwaltung soll auch die Einführung eines stadtweiten Mehrweg-Becher-Systems für Kaffee und andere Heißgetränke prüfen. Ein Netzwerk aus ortsansässigen Händlern, Gastronomen und öffentlichen Einrichtungen könnte in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing ein gemeinsames Mehrwegsystem für „Coffee to go“-Becher in Neubrandenburg etablieren, heißt es. Angestrebt werden sollen auch der Entwurf und die Produktion eines gemeinsam nutzbaren Mehrweg-Bechers mit Bezug zu Neubrandenburg.

Der Fraktionsvorsitzende von Grünen und Piraten in der Stadtvertretung, Nicolas Mantseris, sagte dem Nordkurier, Einwegbecher machten einen „nicht zu unterschätzenden Anteil“ am Müllaufkommen aus. Laut Deutscher Umwelthilfe würden in Deutschland stündlich 320 000 dieser Wegwerfbehälter verbraucht. Laut Umweltbundesamt entstanden 2015 in Deutschland 5,92 Millionen Tonnen allein an Kunststoffabfällen – mit steigender Tendenz. Dies entspricht rund 72 Kilogramm pro Kopf. Seit 1994 hat sich das Aufkommen an Plastikabfällen damit vervierfacht.

Becher im jeweiligen Stadtdesign

Mantseris forderte die Stadtverwaltung auf, sich diesem Müllproblem zu stellen und „vorbildhaft zu der Verringerung der Kunststoffabfallmengen“ beizutragen. Bisher werde dieses Ziel in Einzelansätzen verfolgt. Beispielsweise erwägt die Hochschule Neubrandenburg die Einführung eine Pfandbechersystems.

Fast 20 Städte in Deutschland, wie zuletzt auch Greifswald, setzen auf das Pfandsystem des Münchener Unternehmens Recup, bei dem Becher im jeweiligen Stadtdesign in Umlauf gebracht werden. Die Behältnisse können laut Unternehmen deutschlandweit in rund 1600 Filialen in etwa 200  Städten abgegeben werden, woraufhin man sein Pfand zurückbekommt.

Die Neubrandenburger Grünen zeigen sich optimistisch, dass sich mit den Pfandbechern der Müll auf städtischen Flächen „signifikant reduzieren“ lässt. Dies wäre „ein bedeutender Beitrag für Sauberkeit und Ordnung“ im Stadtgebiet. Der Beschlussantrag wird am 15.  November in den Hauptausschuss eingebracht.

Kommentare (2)

Das ist ja mal was Sinnvolles. Da können die Grünen aber gleich heute noch mit anfangen. Mit geringen Aufwand kommen da sicher mehrere Kubikmeter zusammen. Einfach nur an Parkplätzen die Bordsteinkante ablaufen oder rund um Schulen und Dönerbuden die Büsche durchkämmen und die Einwegteller und Becher einsammeln. Vieleicht läst sich auch irgendein Verursacherprinzip oder eine Störerhaftung aktivieren. Jedes Plastikteil müste eine Kennzeichnung erhalten damit sie einem Imbiss zugeordnet werden kann , an den dann die Rechnung für die Entsorgung ginge.

Das ist ja mal was Sinnvolles. Da können die Grünen aber gleich heute noch mit anfangen. Mit geringen Aufwand kommen da sicher mehrere Kubikmeter zusammen. Einfach nur an Parkplätzen die Bordsteinkante ablaufen oder rund um Schulen und Dönerbuden die Büsche durchkämmen und die Einwegteller und Becher einsammeln. Vieleicht läst sich auch irgendein Verursacherprinzip oder eine Störerhaftung aktivieren. Jedes Plastikteil müste eine Kennzeichnung erhalten damit sie einem Imbiss zugeordnet werden kann , an den dann die Rechnung für die Entsorgung ginge.