PARKPLATZNOT AN HOCHSCHULE

Grünflächen-Parkern in Neubrandenburg soll's ans Geld gehen

An der Hochschule Neubrandenburg sind die Parkplätze knapp. Auf der Suche nach kostengünstigen Stellplätzen parken nicht nur Studenten Grünflächen zu. Ein CDU-Ratsherr will strengere Kontrollen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Sieht aus wie ein Parkplatz, ist aber keiner: Wer auf dem Grünstreifen parkt, wird kräftig zur Kasse gebeten.
Sieht aus wie ein Parkplatz, ist aber keiner: Wer auf dem Grünstreifen parkt, wird kräftig zur Kasse gebeten. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Als der junge Mann erfährt, wie viel er fürs ordnungswidrige Parken auf Grünflächen zahlen muss, fällt ihm die Kinnlade runter. „50 Euro, ich habe für diesen Monat doch kaum noch Geld“, stöhnt er, nachdem er einen Blick auf den Strafzettel geworfen hat.

Nach eigenen Worten pendelt der Student der Hochschule Neubrandenburg mit dem Auto von Eberswalde in die Viertorestadt. „Morgens um acht Uhr sind hier schon alle Parkplätze weg“, erzählt er, bevor er sich resigniert ins Auto setzt und vom Parkplatz am Ende der Brodaer Straße rollt. Nur Augenblicke später steuert gleich das nächste Gefährt auf das freie grüne Fleckchen am Rande des Parkplatzes. Eigentlich wären das schon wieder 50  Euro fürs Stadtsäckel. Doch das Ordnungsamt kontrolliert nicht regelmäßig.

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Flächen neben kostenlosem Parkplatz

Das ärgert den CDU-Ratsherrn Wilfried Luttkus. „Der eine hat Pech und wird erwischt, am nächsten Tag ist dann wieder keiner vom Ordnungsamt da und die Falschparker kommen ohne Strafzettel davon“, erbost er sich. Bei einem Gang über den Parkplatz zählt er an die 15 Fahrzeuge, die verbotenerweise ganz oder teilweise auf Grünflächen stehen, die an den kostenfreien Parkplatz angrenzen. Bei einigen davon klebt hinter dem Scheibenwischer ein Strafzettel in auffälligem Grün, andere offensichtlich falsch parkende Fahrzeughalter blieben unbehelligt. Der Parkplatz wird nicht nur von Studenten gerne genutzt, auch Menschen, die in der Nähe arbeiten oder im Sommer zum Baden gehen, stellen ihre Fahrzeuge nicht immer ordnungsgemäß hier ab.

Dem Leiter der Abteilung Ordnung, Verkehr und Gewerbe, Jörg Schmiedel, ist das Problem bekannt. „Wir haben dort einen Anstieg zu verzeichnen, der auch mit den Studenten dort zusammenhängt“, sagt er dem Nordkurier. Es sei für seine Behörde aber nicht möglich, „jeden Tag an jedem Ort ein Mal gewesen zu sein, dafür gibt es der Aufgaben und Orte zu viele“. Autofahrer dürften ihre Wagen nur auf den erkennbaren Stellflächen parken, nicht aber auf dem Grün oder gar den Pflanzscheiben von Bäumen. Sonst werden 50 Euro fällig. Bei Kontrollen hat das Ordnungsamt seinen Angaben nach teils über ein Dutzend Falschparker in dem Bereich aufgeschrieben.

Hochschule ist im Gespräch mit der Stadt

Auch die Hochschule ist sich des Problems bewusst. „Gerade in der Vorlesungszeit und vor allem an den Wochentagen besteht ein hoher Bedarf an Parkmöglichkeiten für unsere Studierenden“, sagt Hochschulsprecherin Christine Manthe. Zu dieser Situation sei die Hochschule im Gespräch mit der Stadt. Es gebe aber noch keine konkreten Festlegungen oder Pläne.

Luttkus reicht das nicht. Er fordert, dass regelmäßig und nachhaltig kontrolliert wird, um die Zahl der Falschparker zu reduzieren: „Entweder ich kontrolliere oder ich lasse es.“ Seiner Rechnung nach könnte die Stadt dabei im Jahr rund 120.000 Euro einnehmen.

Damit ließe sich so einiges finanzieren, etwa in der Jugendarbeit, betont der Ratsherr, der das Thema auch schon im Hauptausschuss der Stadtvertretung angesprochen hat. Seiner Auffassung nach sind auch mehr Parkplätze notwendig, die auf einer Brachfläche am Rande des Parkplatzes entstehen könnten. Hier sieht der CDU-Politiker Stadt oder Hochschule in der Pflicht.

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Kommentare (1)

Warum glauben die meisten Autofahrer ihnen steht ein Parkplatz vor der Tür zu. Ehr umgedreht wird ein Schuh draus, der Nahverkehr hat Vorrang. Die Stadt sollte für jeden Parkplatz eine ordentliche Gebühr verlangen und damit den ÖPNV stärken. Ansonsten ein bisschen Laufen schadet auch dem Autofahrer nicht.