GRÜNPFLEGE UND WINTERDIENST

Neubrandenburg droht eine Kostenexplosion

Für die Sauberkeit der Straßen, Wege und Wiesen muss Neubrandenburg demnächst doppelt so viel Geld einplanen wie jetzt. Kann sich die Stadt das leisten?.
Jörg Franze Jörg Franze
Im Kulturpark sind Mitarbeiter der Firma Stange derzeit bei der Grünpflege. Aber wie oft kann und will sich die Stadt dies künftig leisten. 
Im Kulturpark sind Mitarbeiter der Firma Stange derzeit bei der Grünpflege. Aber wie oft kann und will sich die Stadt dies künftig leisten. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Neubrandenburg hat nach eigenen Angaben für die Pflege der Grünflächen hohe Standards. Beispielsweise werde vier mal im Jahr gemäht, bundesweit üblich sind nur zwei Pflegegänge. Doch dieser Rhythmus könnte in den kommenden Jahren leiden. Denn im Bereich der Grünlandpflege wie auch beim städtischen Winterdienst droht eine Kostenexplosion. Der städtische Eigenbetrieb Immobilienmanagement (EBIM) hat den Stadtvertretern dazu Zahlen vorgelegt, die zeigen, was auf den Neubrandenburger Etat in den kommenden Jahren zukommt.

Allein bei der Grünpflege dürfte nach den ersten Berechnungen eine Verdopplung der Kosten innerhalb von drei Jahren anstehen, prognostizierte Jan Brauns, der zuständige Sachgebietsleiter. Das würden die Ergebnisse einer aktuellen Ausschreibung befürchten lassen. Zum April sei die Pflege in den Bereichen Südstadt mit Lindenberg und Steep sowie der Innenstadt für vier Jahre neu vergeben worden. Zwar habe man das ursprünglich als ein Auftragslos geltende Gebiet für die Ausschreibung geteilt, um so vielleicht mehr Firmen zur Abgabe eines Angebots ermutigen zu können. Diese Strategie sei auch erfolgreich gewesen. Doch das wirtschaftlichste der sieben eingegangenen Angebote bedeute immer noch einen Kostensprung von knapp 200.000 Euro.

Anbieter kalkulieren nicht mehr so knapp

„Wenn die restlichen Stadtgebiete Ende 2019 zur Vergabe anstehen, muss mit ähnlichen Steigerungen gerechnet werden“, verdeutlichte Jan Brauns. Hochgerechnet bedeute dies: Während die Stadt im Jahr 2017 für die Grünpflege insgesamt gut 760.000 Euro aufwenden musste, werde diese Summe im Jahr 2020 fast 1,8 Millionen liegen, sich also mehr als verdoppeln. „Eigentlich hätte uns der Preisauftrieb schon früher erwischen können“, gibt der EBIM-Mann zu. Aber bei der zurückliegenden Ausschreibung hatten wir großes Glück, auf ein besonders preiswertes Angebot zurückgreifen zu können.“ Doch auch angesichts des Pflegeaufwandes im vergangenen Jahr würden Anbieter der Branche wohl nicht mehr so knapp kalkulieren.

Die Stadt und damit vor allem die Stadtvertreter müssten angesichts dieser Entwicklung über Sparmöglichkeiten, zum Beispiel eine Absenkung der Standards und eine geringere Zahl an Pflegegängen, diskutieren. „Das Stadtbild würde allerdings darunter leiden“, gab Brauns zu. „Wir wissen jetzt, was uns blüht“, nahm Betriebsausschuss-Chef Roman Oppermann das Thema mit einem Wortspiel auf. Er und die andere Stadtvertreter diskutierten unter anderem über eine stärkere Differenzierung der Pflegehäufigkeit, je nach Lage einer Grünfläche. Aber auch da sei bereits einiges passiert und die Möglichkeit begrenzt, hieß es aus dem EBIM. Unter dem Strich stehe im Vorfeld der großen Vergaberunde Ende 2019 die Diskussion bevor, wie viel Grünpflege sich die Stadt leisten wolle und könne.

Winterdienst droht Preisschub

Zumal dies nicht die einzige Kostenexplosion ist, mit dem sich der städtische Eigenbetrieb herumschlagen muss. Auch beim Winterdienst droht eine solcher Preisschub. Nach den jüngsten Kalkulationen lande man im Jahr 2020 im Vergleich zu 2017 ebenfalls nahezu bei einer Verdopplung, so Eckhard Voigt, Leiter Straßenbetriebsdienst im EBIM. Ein Teil der Steigerung könne möglicherweise kompensiert werden, da die vergangenen Jahre gezeigt hätten, dass die Zahl der notwendigen Räum- und Streueinsätze etwas geringer ausfällt als ursprünglich geplant.

Doch unterm Strich, so EBIM-Leiter Dirk Schwabe, müssten für Grünpflege, Winterdienst, die teurer werdene Regenentwässerung der Straßen und neu hinzu gekommene Wohngebiete und Straßen im Jahr 2020 rund 2 Millionen Euro mehr eingeplant werden als im Jahr 2017.

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Kommentare (1)

und investiert es ins Müllsammeln, erhebt zur Not ne Sondersteuer(meinetwegen umlegbar auf die Miete/Grundsteuer) dafür. Es ist echt eine Schande wie die Einwohner unserer Stadt ihre Wohnfläche durch Müll, Hundekot und anderen Dreck verunstalten, da wär mir längeres Gras durchaus lieber.