IMMOBILIEN

Grundstückspreise legen rund um Neubrandenburg kräftig zu

Nicht nur Mieten wird teurer. Der Immobilienboom in Neubrandenburg lässt auch die Preise für Bauland in den Nachbarstädten steigen, allerdings mit deutlichen Unterschieden.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Da braut sich was zusammen für Bauwillige. In Burg Stargard etwa sind die Preise für erschlossenes Bauland binnen fünf Jahren um 100 Prozent gestiegen.
Da braut sich was zusammen für Bauwillige. In Burg Stargard etwa sind die Preise für erschlossenes Bauland binnen fünf Jahren um 100 Prozent gestiegen. Fredrik von Erichsen
Burg Stargard/Friedland.

Von Verhältnissen wie in westdeutschen Großstädten oder Berlin ist der Immobilienmarkt in der Region um Neubrandenburg noch weit entfernt. Steigende Nachfrage durch günstige Zinsen sowie Baukindergeld und auch Landflucht treiben aber auch die hierzulande nicht nur die Preise für Mieten und Bauen nach oben, auch die Preise für Baugrundstücke steigen teils exorbinant.

Was den Häuslebauern in Neubrandenburg schon den Traum von den eigenen vier Wänden erschwert, erfasst jetzt auch das Umland. Die Anziehungskraft der Kommunen hängt aber stark von der Infrastruktur und der Nähe zu Arbeitsplätzen ab.

Preise in wenigen Jahren verdoppelt

In Burg Stargard kann man sich über mangelnde Nachfrage nach Grundstücken nicht beschweren, im Gegenteil, wie Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU) dem Nordkurier sagte. Derzeit erweitert die Kommune auf eigene Faust das Baugebiet Sannbruch-Ost. Der Bürgermeister rechnet mit einem Quadratmeterpreis für Bauland von 60 bis 65 Euro. Kein Pappenstiel. Binnen fünf Jahren fast eine Verdoppelung von einst 35 Euro. Aber immerhin günstiger als im Neubrandenburger Wohngebiet Steep, wie das Stadtoberhaupt zu bedenken gibt.

In Neubrandenburg sind die Grundstückpreise in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen. Im besagten Baugebiet Steep am südlichen Rand der Stadt müssen künftige Bauherren mit weit über 100  Euro pro Quadratmeter das Doppelte für Baugrund hinlegen, zudem gibt es lange Wartelisten. Deutlich gestiegen sind auch die Preise für Bauland am Marktplatz der Viertorestand. Laut Bodenrichtwert kostete der Quadratmeter in der der Toplage der Stadt Ende vergangenen Jahres 446 Euro, 106  Euro oder knapp ein Drittel mehr als noch 2011. Auch in mittleren Wohnlagen legen die Grundstückpreise zu, weshalb so mancher Bauwillige wohl ins Umland ausweicht.

Preise in Friedland günstig und stabil

Dank der Neubauten und der Ansiedlung von Familien schafft es die 5000-Einwohner-Gemeinde Burg Stargard die Bevölkerungszahl relativ stabil zu halten. „Sonst hätte die Demografie zugeschlagen“, betonte Lorenz. Ein Grund für die Attraktivität bei angehenden Hausbesitzern sieht er in der guten Verkehrsanbindung seiner Gemeinde sowie in der Nähe zu Neubrandenburg.

In Friedland ist von der gestiegenen Nachfrage nach Bauland noch nicht viel zu spüren. Laut einem aktuellen Gutachten kostet der Quadratmeter für eine Wohnbebauung auf einer voll erschlossenen Fläche derzeit im Schnitt rund 36,75 Euro, wie die Leiterin des Friedländer Amts für Bau und Ordnung, Anna Sehlke, auf Anfrage mitteilte. Damit sind die Preise wie bei den voll erschlossenen Gewerbeflächen weitgehend konstant.

Angebot übersteigt Nachfrage

In Friedland sind den Angaben zufolge zwei Wohngebiete in den vergangenen Jahren erschlossen worden: die Südliche Stadterweiterung Woldegker Chaussee/Gymnasium und das Baugebiet Am Brink. Das Angebot von Bauland in Friedland übersteige aktuell die Nachfrage, teilte die Bauamtsleiterin mit. Sowohl in den Erschließungsgebieten als auch auf sonstigen Baulandflächen stünden ausreichend Areale zur Verfügung.

 

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Kommentare (1)

Und noch viel Spannender wird es wenn die heutigen Bauherren ihre erste Anschlussfinanzierung in Sack und Tüten bringen wollen. Mal sehen wie viele sich dann diesen überteuerten Traum vom Eigenheim zu dann höheren Zinsen noch leisten können. Die Banken schmeißen mit dem Geld rum als gäbe es kein morgen mehr. Mittlerweile kommen Einheimische kaum noch zum Zug, da die Preise Höhen erreicht haben die es oftmals nur für Menschen aus den Speckgürteln von Berlin oder Hamburg bzw. gut abgesicherten Pensionären aus den alten Ländern möglich macht hier "günstig" zu wohnen. Das was an Zinsen gespart werden kann, wird am Kaufpreis wieder draufgeschlagen. Ein System welches irgendwann scheitern muss.