KUNST

Gucken wie Casper David Friedrich in Neubrandenburg

Leuchtend gelbe Stelen machen in Neubrandenburg jetzt auf Stätten aufmerksam, die schon Künstlern als Motiv dienten. Ein Blick lohnt sich.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Zeit für Enthüllungen: Oberbürgermeister Silvio Witt (links) und Stadtpräsident Dieter Stegemann bringen die Kunststele an
Zeit für Enthüllungen: Oberbürgermeister Silvio Witt (links) und Stadtpräsident Dieter Stegemann bringen die Kunststele an der 3. Ringstraße ans Licht. Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Wie Neubrandenburg einst von Künstlern gesehen wurde und wie die Schauplätze der Werke heute aussehen, können Einwohner und Besucher jetzt an markanten Orten vergleichen. Das ermöglichen vier Stelen, die am Dienstag eingeweiht wurden. Jeweils eine Fensteröffnung zeigt eben jene Ausschnitte, die Berühmtheiten wie Lyonel Feininger, Caspar David Friedrich oder Marie Hager ihren Gemälden zugrunde legten.

„Ganz beiläufig beim Spazierengehen entdeckt, können diese Orte Neugier wecken auf die Stadt“, sagte Oberbürgermeister Silvio Witt bei der Enthüllung der ersten Stele an der 3. Ringstraße, zwischen Treptower und Kleiner Wollweberstraße. Aus dieser Perspektive entstand 1925 Lyonel Feiningers Gemälde „Torturm II“, dessen Original sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet.

Casper David Friedrich setzte Marienkirche in Szene

„Schon damals hatte der Turm leichte Schlagseite“, sagt Dr. Merete Cobarg, Direktorin der Kunstsammlung Neubrandenburg. Der für seine prismatischen Gemälde bekannte Feininger erweise sich hier als Liebhaber mittelalterlicher Städte.

Eine weitere Stele befindet sich an der Rostocker Straße, von wo die Maler Wilhelm Streckfuß und Adolf Chevalier im 19. Jahrhundert auf das Treptower Tor blickten – beide Originale sind im Besitz des Regionalmuseums. Als Kunst-Orte ausgewiesen sind nunmehr in leuchtendem Gelb auch die Marienkirche, deren Ostgiebel von Caspar David Friedrich in Szene gesetzt wurde, und das Stargarder Tor, das – natürlich! – der Burg Stargarder Malerin Marie Hager vom Wall aus ein lohnendes Motiv bot.

Witt sieht die „Durchblicke“ nicht zuletzt als künstlerisches Pendant zu den fünf Lehrpfaden „Orte der Gewalt“, an denen stählerne Stelen an dunkle Kapitel der Neubrandenburger Geschichte wie Zwangsarbeit und das Wirken der Staatssicherheit erinnern. Unter dem Titel „Augenblick mal“ lade die nun enthüllte Spurensuche ein, den Blick mittels der Kunstwerke auf Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft zu richten.

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