VBB-KOOPERATION

Günstige Bahnfahrten nach Berlin in greifbarer Nähe

Rückt die Seenplatte verkehrstechnisch näher an Berlin? Eine Studie zum Bahnverkehr sieht große Vorteile in einer Kooperation mit dem VBB für Pendler und Touristen.
Mit einem VBB-Ticket von der Seenplatte bis Berlin – das soll möglich werden.
Mit einem VBB-Ticket von der Seenplatte bis Berlin – das soll möglich werden. Susann Salzmann
Neubrandenburg.

Mit dem günstigen VBB-Tarif von der Seenplatte nach Berlin oder in den Süden Brandenburgs und zurück? Die schwierige Umsetzung dieser Vision hat ein erstes Etappenziel erreicht.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte möchte sich schon seit Längerem dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) anschließen, doch die Landesregierung in Schwerin trat bei einem der Lieblingsprojekte von Landrat Heiko Kärger (CDU) mit Blick auf die zu erwartenden Mehrkosten bislang auf die Bremse. Um die Folgen besser abschätzen zu können, wurde eine Machbarkeitsprüfung bei einem unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastrukturfragen IGES aus Berlin in Auftrag gegeben, deren vielversprechende Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt wurden.

Empfehlung: Anschluss des gesamten Landkreises

Nach Angaben des Landkreises lauten die beiden entscheidenden Empfehlungen: Ein Anschluss an die Metropolregion sollte für den gesamten Landkreis erfolgen. Und: Eine Tarifkooperation sollte in einem ersten Schritt der vollen Mitgliedschaft im Verkehrsverbund vorgezogen werden. Denn mit einer solchen Kooperation zwischen dem Landkreis und dem VBB würde die Tarifgrenze aufgehoben. „Das heißt, man könnte beispielsweise mit einem preisgünstigeren Ticket zwischen Berlin und Demmin und im gesamten Kreisgebiet mit Bus und Bahn fahren“, erklärte Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande.

Mit vereinten Kräften von Verwaltung und Politik ließe sich eine Kooperation innerhalb der nächsten drei Jahre abschließen, ließ Landrat Kärger mitteilen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte könnte im Falle einer Kooperation mit dem VVB mit deutlich mehr Touristen, vor allem Tagesgästen, aus dem Berliner Raum rechnen, hieß es weiter. Berufspendler hätten deutlich weniger Fahrtkosten zu zahlen. „Zweifellos würde der Landkreis an Attraktivität als Wohnstandort und als Wirtschaftsstandort gewinnen“, befanden die Experten. Das Fazit ist laut Landkreis eindeutig: „Eine Kooperation mit dem VBB hätte deutlich positive Effekte für die volkswirtschaftliche Entwicklung des gesamten Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.“

Ausführlicher Bericht erwartet

Zu Beginn des neuen Jahres wird die Kreisverwaltung eigenen Angaben zufolge den ausführlichen Bericht vom IGES Institut erhalten und sich „intensiv“ damit befassen. Wie der Leiter des Amtes Zentrale Dienste/Schulverwaltungsamt, Dirk Rautmann, sagte, sei es Ziel, „dem Kreistag so schnell wie möglich eine Vorlage zur Grundsatzentscheidung mit einem Ja zur Kooperation zur Entscheidung vorzubereiten“, sagte der Amtsleiter.

Eine VBB-Sprecherin in Berlin erklärte dazu, dass Möglichkeiten zur Kooperation geprüft werden könnten. Nach einem eindeutigen politischen Votum aus dem Norden müssten dies aber letztlich die VBB-Gesellschafter entscheiden. Das seien 18 Kreise und Städte sowie die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg. Die Seenplatte wäre der erste Landkreis außerhalb dieser beiden Bundesländer, welcher dem Verkehrsverbund beitreten würde, was satzungsmäßig aktuell noch ausgeschlossen ist.

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