„Stylisch nordisch”

Handarbeitsbörse erwartet 5000 Besucher

„Stylisch nordisch” geht es nächste Woche bei der 23. Handarbeitsbörse in Neubrandenburg zu. Erstaunlich ist schon vorab die Vielfalt der Ideen vom Strickmuster bis zur Stoffcollage – wie raffiniert doch Schlichtheit sein kann!

Der Norden fängt für Beatrix Schmidt erst so richtig am Polarkreis an. Mehrmals hat die Neubrandenburgerin schon Skandinavien bereist, bis hinauf zum Nordkap. Kein Wunder also, dass ihr zuallererst die Schattierungen von Schnee und Eis in den Sinn kommen, wenn es um typisch Nordisches geht.

Weiß-, Grau- und zarte Blautöne hat die 46-Jährige daher gewählt für ihre Stoffcollage zum Thema „stylisch nordisch“, dem in der nächsten Woche die Handarbeitsbörse im Jahnsportforum gewidmet ist. Mit jährlich rund 5000 Besuchern ist die Messe „für textile Kunst und Handarbeit“, wie sie im Untertitel heißt, eine der größten ihrer Art in ganz Deutschland. Die rund 100 Ausstellerplätze sind schon seit Jahresbeginn ausgebucht, berichtet Veranstalter Werner Hasart, der vielen weiteren Bewerbern absagen musste. „Lieber Qualität als Masse“ ist sein Ziel, und ohnehin wird es an jenen zwei Tagen erfahrungsgemäß eng in der Halle.

Handwerker, Händler und Textilkünstler stellen dort die neuesten Trends der Branche vor, die längst das Image eines vorzugsweise von älteren Damen betriebenen Hobbys widerlegt. Der Trend zum Selbermachen, die Lust auf Individuelles nimmt zu, weiß Hasart. Trendbewusst kommt daher auch das Messethema „stylisch nordisch“ daher: als Ausdruck für schlichte und funktionale Formen in dezenten, natürlichen Farbtönen.

Das typisch nordische Lebensgefühl

Wie raffiniert das äußerlich Einfache sein kann, werden die von Sabine Koch geleiteten Patchwork-Gruppen in der Ausstellung „Die Farben Skandinaviens“ zeigen. Die Textilgestalterin ist selbst beeindruckt, wie vielgestaltig und oft überraschend die Ideen gerieten: Ob inspiriert von Schnee und Eis wie bei Beatrix Schmidt oder vom Kinderbuch-Abenteuer um Nils Holgersson und die Wildgänse bei ihrer Mutter Lucie Schmidt; ob unter dem Eindruck des Polarlichts oder unendlich scheinender Wälder; ob mit klassischen Mustern wie dem achtzackigen Norwegerstern oder auch als Ausdruck des berühmten nordischen Lebensgefühls „hygge“, das mit „gemütlich“ nur sehr unzureichend übersetzt werden kann.

Neben Modenschauen (jeweils um 13 und 15 Uhr) gehören auch Workshops zum Messe-Programm. Die sind so angelegt, dass in maximal einer Stunde auch Vorzeigbares entstehen kann, sei es beim Filzen, Klöppeln oder Gestalten mit Knöpfen. Erfahrungsgemäß zeigt sich dort ebenso wie in der Messehalle, dass Interesse für Handarbeit immer mehr und immer jüngere Leute erfasst.

Die Handarbeitsbörse öffnet ihre Türen am 22. September von 10 bis 18 Uhr sowie am 23. September von 10 bis 17 Uhr im Jahnsportforum. Für Besucher unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Und Aussteller können sich bereits bewerben für die 24. Auflage, bei der es im nächsten Jahr um „Die Botschaft der vier Elemente“, also um Feuer, Wasser, Erde und Luft gehen wird.

Susanne Schulz

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