NÖRDLICH VON NEUBRANDENBURG

Hat ein Wolf die Lämmer bei Grischow getötet?

Nach einem Vorfall in Grischow ist sich der betroffene Schäfer sicher, dass es nur der Wolf gewesen sein kann, der seine Tiere riss. Doch die Ergebnisse der Behörden lassen auf sich warten.
Wanderschäfer Theo Seiters schützt seine Tiere mit hohen Zäunen. Trotzdem gab es wieder Tote.
Wanderschäfer Theo Seiters schützt seine Tiere mit hohen Zäunen. Trotzdem gab es wieder Tote. Tim Prahle
Rund um Altentreptow mehren sich die Berichte über Wölfe und die Skepsis gegenüber den Behörden steigt.
Rund um Altentreptow mehren sich die Berichte über Wölfe und die Skepsis gegenüber den Behörden steigt. Carsten Rehder
Altentreptow ·

Für den Gültzer Wanderschäfer Theo Seiters gibt es gar keinen Zweifel. Sechs Schafe, darunter auch Lämmer, sind bei Grischow an der A20 nördlich von Neubrandenburg von einem Wolf gerissen worden. Ein Ergebnis der offiziellen Untersuchung hat er jedenfalls auch nach zwei Wochen noch nicht.

Regelmäßige Sichtungen auf den Feldern

Die lange Bearbeitungszeit nährt in der Region Gerüchte, dass dieser und andere Vorfälle vertuscht werden sollen. Nicht nur unter Jägern wird erzählt, dass bei Klempenow und auch bei Altentreptow in den Tollensewiesen schon öfter ein Wolf gesichtet worden sei. Landwirt Hans-Jürgen Rienitz kann sogar mit einem konkreten Datum aufwarten. Am 18. April sei bei Feldarbeiten bei Grischow ein Wolf aus Richtung Solarpark gekommen. Das Tier lief in Richtung Werder und nur fünf Meter am Traktorfahrer vorbei.

Kein Rudel, aber...

Es könnte sich bei dem Tier um einen Einzelgänger handeln. Wölfe ohne Rudel legen schließlich lange Strecken auf Reviersuche zurück, so ein Rissgutachter. Wenn so ein Wolf Hunger hat und wenig Wald in der Nähe ist, dann könne er schon mal in eine Herde einbrechen und Tiere reißen. Schäfer Theo Seiters spricht von einem 2,20 Meter hohen Zaun, mit dem er seine Schafherde gesichert habe. Offenbar schreckte der den Wolf nicht ab. Bei anderen Landwirten in der Region geht deshalb die Angst um, dass irgendwann die Mutterkuhherden auf der Weide auch nicht mehr sicher sind.

Ministerium fordert mehr Geduld

Beim Schweriner Ministerium für Landwirtschaft wehrt man sich gegen den Vertuschungsvorwurf. Die Kollegen im Tierschutzreferat würden derzeit Proben analysieren, die Aufschluss über den Gesundheitszustand der toten Tiere geben sollen, teilte die Pressesprecherin des Ministeriums Eva Klaußner-Ziebarth auf Nordkurier-Anfrage mit. Immerhin könne man nicht ausschließen, dass die Schafe eines natürlichen Todes starben und sich anschließend Aasfresser an ihnen labten. Die Genetikproben, die Aufschluss darüber geben sollen, ob ein Wolf im Spiel war, sind ebenfalls noch in der Untersuchung. „Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wann mit Ergebnissen zu rechnen ist“, sagte die Pressesprecherin.

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