STRAßENVERKEHR

Hat Neubrandenburg ein Problem mit rasenden Fahrradfahrern?

In einigen Straßen Neubrandenburgs sollen Fahrradfahrer immer wieder rücksichtslos auf dem Bürgersteig fahren. Doch solche Fälle zu ahnden, ist schwierig.
Tim Prahle Tim Prahle
Die Einsteinstraße weist keinen Fahrradweg auf. Da kann es bisweilen schon einmal eng werden.
Die Einsteinstraße weist keinen Fahrradweg auf. Da kann es bisweilen schon einmal eng werden. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Eine Nordkurier-Leserin hat ein rasantes Problem mit Neubrandenburger Fahrradfahrern in der Oststadt. Sie sei dort unterwegs gewesen. „Die Fahrradfahrer sind mal wieder wie die Bekloppten auf dem Bürgersteig gefahren“, sagt die aufgebrachte Seniorin. Sie habe Parkinson und sei teilweise gar nicht schnell genug, um der zweirädrigen Gefahr noch auszuweichen, sagt sie. Von einem Fahrer wurde sie auch noch übel beschimpft, nachdem dieser sie in der Einsteinstraße, die keinen Fahrradweg aufweist, fast über den Haufen gefahren hatte.

Ordnungsamt ist die falsche Adresse

Doch was hätte sie machen können? Ein Kennzeichen zum Aufschreiben gibt es nicht, und so ein Radler ist in der Folge auch fix aus der Sicht verschwunden. Das Ordnungsamt der Stadt wäre in diesem Fall die falsche Adresse. Nur der ruhende Verkehr fällt in dessen Aufgabenbereich.

Stadt-Sprecher Sebastian Welzel versichert: „Die Mitarbeiter versuchen durchaus, das Gespräch zu suchen, wenn sie rücksichtslose Fahrradfahrer sehen.“ Nur in den Weg stellen dürfte sich das Ordnungsamt nicht. „Das würde die Befugnisse bereits übersteigen.“ Welzel appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, sich den ersten Satz der Straßenverkehrsordnung ins Gedächtnis zu rufen: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

 

 

 

Polizei sammelt Hinweise

Auch die Polizei hofft darauf, dass Fußgänger, Auto- und Fahrradfahrer in gleichen Teilen ihr Verhalten hinterfragen – bietet jedoch bei Sorgen Unterstützung an. „Man kann mit derartigen Anliegen immer auf uns zukommen“, sagt Polizeisprecherin Diana Mehlberg. Doch es dürften nicht einfach pauschale Angaben sein, wie „überall in der Oststadt“ und „alle Fahrradfahrer“. Bei detaillierten Angaben sehe das schon anders aus.

Die Polizei sammele die Hinweise, um im Zweifel Maßnahmen wie stationäre Kontrollen durchzuführen. Die Stadt ihrerseits hat längst zum Ziel, durch mehr Fahrradwege das Konfliktpotenzial zu minimieren. „Das geht aber eben nicht von heute auf morgen“, so Stadtsprecher Wenzel.

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Kommentare (9)

... benehmen sich Radfahrer wie fahrende Rambos und sie fühlen sich ja auch noch auf der sicheren Seite weil es an wirksamen Kontrollen mangelt. Die Landespolizei wurde kaputt gespart und die Ortspolizei ist nicht zuständig.
Mittlerweile habe ich mir es auch abgewöhnt, wenn mir ein Radfahrer auf dem Gehweg entgegenkommt oder von hinten überholen/Vorbeifahren will, zur Seite zu gehen.

Nur eins???

Diskussion Radfahrer vs. Autofahrer vs. Fußgänger in 3, 2, 1...

Es ist wirklich lästig. Wenn die Polizei nur appelliert statt einfach durchgreifen zu können, ist doch da das Problem. Ich hab keine Lust, als Fußgänger fast umgefahren zu werden. Ich hab keine Lust als Radfahrer fast umgefahren zu werden. Im Auto möchte ich auch niemand überfahren weil die andere Ampel eigentlich rot war.

..."Straße, die keinen Fahrradweg aufweist"? Hier regelt die Straßenverkehrsordnung, wo Radfahrer zu fahren haben - auf der Straße. "Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht" ist der falsche Appell. Radfahrenden Kindern (bis zum 10.Geburtstag), die rechtlich auf dem Gehweg fahren dürfen (§ 2 Abs. 5 StVO), muss man nicht ausweichen. Im Gegenteil: diese Kinder müssen auf Fussgänger besondere Rücksicht nehmen. Ausweichende Passanten sind keine Lernmethode. Tipps abseits der bestehenden Regeln sind nicht zielführend.

Das Thema werdet Ihr mit mehr Polizei oder sonstiger Androhung von Konsequenzen nie beheben.... Da hilft nur eins.... Gegenseitige Rücksichtnahme... Anders werden wir das Thema/Problem nicht beseitigen können..... Das ist nach meiner Einschätzung aber ein gesellschaftliches Problem..... Und wie diese aussieht? Naja......

Gibt es auch ein Rechtsfahrgebot für Fahrradfahrer? Wie fahren Fahrradfahrer in einer Spielstraße? Werden auch mal Fußgänger von Fahrradfaherer auf die Straße gedrängt?
Selbst am Markttag auf dem Marktplatz kann man alle Altersgruppen von Fahrradfahrern sehen. Und einige Ältere haben durchaus erhebliche Probleme mit dem Gleichgewicht und den Fußgängern. Wie ist es eigentlich mit dem Versicherungsschutz, wenn Fußgänger auf dem Fußweg von Fahrradfahrern angefahren werden? Wäre hier nicht mal die Politik gefordert? Für klare Regelungen!

Gibt es auch ein Rechtsfahrgebot für Fahrradfahrer? Wie fahren Fahrradfahrer in einer Spielstraße? Werden auch mal Fußgänger von Fahrradfaherer auf die Straße gedrängt?
Selbst am Markttag auf dem Marktplatz kann man alle Altersgruppen von Fahrradfahrern sehen. Und einige Ältere haben durchaus erhebliche Probleme mit dem Gleichgewicht und den Fußgängern. Wie ist es eigentlich mit dem Versicherungsschutz, wenn Fußgänger auf dem Fußweg von Fahrradfahrern angefahren werden? Wäre hier nicht mal die Politik gefordert? Für klare Regelungen!

Zum Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger auf einem Gehweg gibt es (hoffentlich) bekannte Vorschriften und Regeln. Da ein Radfahrer auf dem Gehweg nichts verloren hat, ist der Radfahrer bei Unfall schuld. Dann greift seine Private Haftpflichtversicherung, sofern eine vorhanden und der Radfahrer keine verbotene Unfallflucht begeht.

Was sagt die Verkehrsvorschrift eigentlich zu E-Rollern? Haben die eine Hupe oder eine Klingel? Es glaubt ja wohl niemand im Ernst , daß jemand mit einem E-Roller auf der Straße fährt wenn ein Gehweg vorhanden ist?