MÜLL IM WALD

Hirsch verliert bei Neubrandenburg Todeskampf mit einem Band

Über ein tragisches Erlebnis berichtete ein Lebbiner den Gemeindevertretern von Teetzleben: Ein Hirsch verendete, weil ein Landwirt Bänder von Strohballen auf dem Acker liegen ließ.
Dieses Band, das offenbar von Strohrundballen stammt und am Acker liegen gelassen wurde, wurde dem Hirsch zum Verhängnis. Er verhedderte sich.
Dieses Band, das offenbar von Strohrundballen stammt und am Acker liegen gelassen wurde, wurde dem Hirsch zum Verhängnis. Er verhedderte sich. Gernot Kunzemann
Teetzleben.

Die Bilder, die Gernot Kunzemann aus Lebbin zwischen Altentreptow und Neubrandenburg im Handy gespeichert hat, sind schwer anzuschauen. Sie zeigen einen Hirsch, der um sein Leben ringt. Um das Ende vorwegzunehmen: Es musste ein Jäger gerufen werden, der mit einem gezielten Schuss den Todeskampf des Tieres beendete.

Landwirt soll Band einfach liegengelassen haben

Der Hirsch hatte sich an einem Wanderweg von Lebbin nach Kalübbe in einem Wust aus alten Bändern, die einst Rundballen aus Stroh zusammenhielten, verfangen. Je mehr er versuchte, sein Geweih wieder freizubekommen, desto stärker verhedderte er sich darin. Das ist bereits Ostersonntag passiert, und der Lebbiner kam eher zufällig darauf zu. „Es konnte dann nur noch der Jäger helfen“, sagte er.

Kunzemann berichtete am vergangenen Mittwochabend den Gemeindevertretern von Teetzleben von dieser tragischen Geschichte. Er ärgerte sich über die Nachlässigkeit des Landwirtes, der das Band einfach in der Natur liegen ließ, was letztlich zum Tod des Hirsches führte, so Kunzemann.

Der Lebbiner verwies darauf, dass dies kein Einzelfall sei, denn auf den Tollensewiesen von Lebbin in Richtung Teetzleben habe er einen Riesenhaufen Folien entdeckt. Das sei schon illegale Müllentsorgung, die hier stattfinde, und nur eine Frage der Zeit, wann wieder etwas Derartiges passiere. So eine Lodderei könne nicht toleriert werden. Landwirte, Jäger und alle, die in der Natur unterwegs seien, stünden in der Verantwortung.

Bürgermeister Frank Schwarz konnte nur den Kopf schütteln, als er den Bericht des Lebbiners hörte. Schwarz geht in seiner Freizeit selbst auf Pirsch. „Das sind keine neuen Probleme. Liegen gebliebenes Bindegarn, alte Weidezäune und Reste von Stacheldrahtzäunen kann man in der Gemarkung hin und wieder finden“, sagte er in einem Gespräch nach der Sitzung. Und es sei nicht das erste Mal, dass sich ein Tier in Bindegarn verheddere. „Doch ist dafür nicht die Gemeinde zuständig. Sprecht doch die Jäger und Landwirte direkt an, wenn so etwas passiert“, forderte er zum aktiven Handeln auf. Das hat Kunzemann bereits getan, doch scheinbar ohne Erfolg.

Kinder haben jede Menge Müll gesammelt

Er hat sich inzwischen gemeinsam mit Kindern aus Lebbin und Besuchern auf in die Natur gemacht, um das alte Bindegarn zu entfernen, um künftiges Elend zu verhindern.

Wenn alles Reden nicht helfe, dann müsse auch mal das Mittel der Anzeige erwogen werden, statt sich immer nur zu ärgern, rät Frank Schwarz. „Ich bin auch nicht dafür, dass immer gleich die Kanonen ausgepackt werden. Aber wenn’s nicht anders geht.“ Dennoch halte er die Suche nach einem Kompromiss für den sinnvolleren Weg. Die Landwirte gehörten nun mal zu den größten Geldgebern und Helfern in der Gemeinde, und wenn man mit ihnen im Streit liege, könne diese Quelle schnell versiegen.

Auch Kunzemann bevorzugt das Miteinander statt Streit, und reiche lieber die Hände, statt sie wegzuziehen. „Wenn einem was nicht gefällt, muss man es aber sagen dürfen, ohne dass gleich Sanktionen folgen.“ Für ihn gebe es Grenzen und diese könnten nicht immer weiter nach außen verschoben werden.

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Kommentare (3)

ist das Tier nun qualvoll verendet oder wurde es erschossen. So wie auf dem Bild ersichtlich wenn es das ist, das Tier sieht gut aus kein Lauf gebrochen, - dürfte es kein Problem sein, mit zwei drei Personen das Tier zu fixieren und frei schneiden.

Das sieht mehr was für die Feuerwehr aus, die haben auch Betäubungswaffen mit an Bord. Schuld ist wieder mal der verblödete und ignorante Mensch. Ob nun Bauer oder Jäger, sie bekommen es nicht mehr hin. COVID-19 war noch viel zu wenig gewesen.

Der Mensch und sein Recht auf Grundrechte... Man sieht ja was dabei rauskommt, ob in Wäldern, auf Wiesen, an Raststätten oder in den Städten selbst. Naja, so sind wir Menschen halt... Was geht uns anderes Leid an, solange es einem nicht selbst betrifft. Schuld sind eh immer andere.