DICKES DING

HKB kostet neun Millionen Euro mehr

Vor vier Monaten wurden die Kosten für den Umbau des HKB schon einmal nach oben korrigiert, auf 36 Millionen Euro. Geschichte. Nun sind es 43,8 Millionen. Um das zu stemmen, muss ein anderes Bauprojekt in der Stadt sterben.
Die Baustelle HKB wird noch teurer als geplant: Auf fast 44 Millionen Euro werden die Baukosten jetzt veranschlagt.
Die Baustelle HKB wird noch teurer als geplant: Auf fast 44 Millionen Euro werden die Baukosten jetzt veranschlagt. Sebastian Haerter
Noch regnet es rein in den großen Saal des HKB, doch bald soll ein großes Kragdach das Loch schließen. Wenn es mit den neuen Finanzlöchern ebenso einfach wäre, hätte Neuwoges-Chef Frank Benischke (2. von links) eine Sorge weniger. Foto: S. Haerter
Noch regnet es rein in den großen Saal des HKB, doch bald soll ein großes Kragdach das Loch schließen. Wenn es mit den neuen Finanzlöchern ebenso einfach wäre, hätte Neuwoges-Chef Frank Benischke (2. von links) eine Sorge weniger. Foto: S. Haerter
Neubrandenburg ·

Die Nachricht von der neuesten Kostenentwicklung für den Umbau des Hauses des Kultur und Bildung (HKB), muss irgendwie nach ganz, ganz oben durchgesickert sein. Noch bevor das Pressegespräch zum aktuellen Stand des Bauvorhabens beginnen konnte, brach ein mächtiges Sommergewitter über die Stadt herein und sorgte für so manchen Kracher. Dabei ist die verkündete Nachricht der eigentliche Kracher: 43,8 Millionen Euro wird das Neubrandenburger Vorzeigeprojekt nach aktuellem Stand kosten. Das sind etwas über neun Millionen Euro mehr, als noch Ende März 2013 veranschlagt wurden.

Dass es noch teurer wird, kann Frank Benischke, Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), nicht ausschließen, aber: „Es sind nur noch zehn Prozent der Gesamtprojektkosten zu vergeben, deshalb kann jetzt von einer hohen Kostensicherheit ausgegangen werden.“

Vieles teurer als geplant

Die Gründe für die Kostenexplosion sind nach Benischkes Angaben vielfältig. Die allgemeine Baukostenentwicklung zum Beispiel: So war der Ausbau von Haus B mit dem Theatersaal mit 6,5 Millionen Euro veranschlagt worden und wurde letztlich für 7,3 Millionen vergeben. Die Umplanungen infolge der Nutzungswechsel in allen Häusern hätten an die 1,4 Millionen Euro gekostet. Der Brandschutz sei ein weiterer Kostenfaktor, der mit mehr als einer Million Euro zusätzlich zu Buche geschlagen habe.

Darüber hinaus hätten zusätzliche archäologische Ausgrabungen für die Sprinkleranlage und unter der Markttreppe sowie etliche Auflagen des Denkmalschutzes weitere Kostenerhöhungen verursacht. Auf der Habenseite könne man indes verbuchen, dass man durch im Rahmen des europäischen Vergaberechts erlaubte Verhandlungen immerhin 1,8 Millionen Euro habe einsparen können.

Bilanz der Neuwoges leidet

Für die Neuwoges selbst erweist sich das HKB mit seiner Kostenentwicklung indes als immer größeres Risiko. Waren in den Baugesamtkosten bisher Eigenmittel der Neuwoges in Höhe von zuerst 4,2 Millionen beziehungsweise 7,8 Millionen nach der ersten Verteuerung eingerechnet, muss die Wohnungsgesellschaft mittlerweile 13,9 Millionen Euro aufwenden. „Als erste und wichtigste Maßnahme verzichtet die Neuwoges daher auf den Ankauf und die Umsetzung des Projektes ‚Hotelquartier‘“, kündigte Frank Benischke an.

Am Standort des Radisson Blu bleibt also erst einmal alles beim Alten. Doch selbst der Verzicht auf diese Millioneninvestition ist nicht genug. Weil die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts HKB ebenfalls gelitten hat, wird die Neuwoges einen mächtigen Einbruch in ihrem Jahresergebnis 2014 einfahren. Wie das Dilemma zumindest abgemildert werden kann, darüber muss die Wohnungsgesellschaft nun mit der Stadt und weiteren Geldgebern verhandeln.

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Kommentare (1)

das wird wohl ehr der Wahrheit entsprechen. Ich glaube es nicht das die Kosten zwischen 2011 und 2014 so steigen können. Auch werden sie die Mieten wie geplant nicht erhöhen können. Als Einwohner der Stadt erwarte ich eine ehrliche und lückenlose Aufklärung von der Stadtvertretung, wie es zu der Kostenexplosion gekommen ist. Weichgespültes Geschwätz wie von Herrn Oppermann , darauf kann ich verzichten. Fakten Herr Oppermann das ist was viele sich wünschen. Marko Kardetzky