Testzentrum

► HKB lädt ab Donnerstag zum großen Testen ein

Am Donnerstag startet im HKB das neue Testzentrum mit der Arbeit. Weitere Testzentren sollen zeitnah aufgebaut werden.
Frank Bruhn und Cheyenne Schöler sind zwei von Dutzenden „Mini-Jobbern“, die künftig im HKB Tests vorneh
Frank Bruhn und Cheyenne Schöler sind zwei von Dutzenden „Mini-Jobbern“, die künftig im HKB Tests vornehmen werden. Tim Prahle
Durch den Nebeneingang ist das neue Testzentrum zu erreichen.
Durch den Nebeneingang ist das neue Testzentrum zu erreichen. Henning Stallmeyer
Am Samstag wird im HKB erstmalig auch geimpft.
Am Samstag wird im HKB erstmalig auch geimpft. Henning Stallmeyer
Neubrandenburg

Der Saal 2 im Haus der Kultur und Bildung (HKB) ist kurzerhand zum Testzentrum umfunktioniert worden. „Wir hatten netto eine Woche Zeit, um alles aus dem Boden zu stampfen“, sagt Frank Benischke von der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) während der letzten Vorbereitungen am Mittwoch. Erst am Morgen hatte der Messebauer alles aufgebaut. Drei Anmeldestationen für Bürger ohne, drei für Bürger mit Termin, zudem sechs Testkabinen. Montag bis Sonnabend sollen hier Tests von 9 bis 15 Uhr möglich sein. Die freiwilligen Helfer wurden am Nachmittag eingewiesen. 70 Menschen hatten sich zwischendurch auf den Aufruf der Stadt gemeldet, Benischke spricht allerdings lieber von „Mitarbeitern“. „Alles andere würde einen falschen Eindruck erwecken“, betont er.

180 Tests in der Stunde sind möglich

Denn tatsächlich sind die Freiwilligen auf einer Minijob-Basis angestellt. Mit einem Stundenlohn von 15 Euro dürfen sie maximal 450 Euro im Monat verdienen. „Wir teilen erst einmal so ein, dass niemand den Zuverdienst übersteigt“, sagt Erik Schumacher. Der Inhaber der Marien Apotheke ist die zentrale Figur im neuen Testzentrum, Neuwoges und Stadt hatten ihn beim Aufbau lediglich „flankiert“, wie Benischke es ausdrückt. Denn nur die Apotheker können die Tests mit dem Land abrechnen. Kein schlechtes Geschäft: Zusätzlich zu den Anschaffungskosten würden bis zu 15 Euro pro Test fließen.

Nach einer Eingewöhnungszeit wären theoretisch 180 Testungen in der Stunde möglich. Entsprechend werden aber auch die Gehälter für die Tester und die Saalmiete durch den Apotheker übernommen. „Wir gehen ein wenig ins Risiko, da erst am Ende des Monats abgerechnet wird. Aber der Plan ist durchaus, dass wir alle bei der Aktion gewinnen“, erläutert Schumacher. Seine eigenen Mitarbeiter seien jedoch mit dem Dienst in der Apotheke und im Zentrum in der Turmstraße bereits ausgelastet. Daher brauche es die kurzfristig zusammengetrommelten Helfer.

Ehrenamtliche im Einsatz

„Die Zeit, die man aktuell hat, und der kleine Zuverdienst spielen natürlich auch eine Rolle“, sagt Cheyenne Schöler zur ihrer Motivation. Doch die 21-Jährige freut sich ebenso über die neue Erfahrung und dass sie sich gesellschaftlich engagieren kann. Ähnlich sieht es bei Frank Bruhn aus. Der 55-Jährige arbeitet sonst ehrenamtlich als Übungsleiter im Rehasport. Im Sommer ist er zudem als Rettungsschwimmer unterwegs. Beiden Tätigkeiten kann er nach dem derzeitigen Stand nicht nachgehen. „So kann ich hier aber zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Geschäfte geöffnet bleiben und bis zum Sommer ein Stück Normalität zurückgekehrt ist“, hofft Frank Bruhn. Auch die Stadt Neubrandenburg setzt gerade wegen des Einzelhandels, den Kulturreinrichtungen und Dienstleistern wie Friseuren große Hoffnungen in das Testen.

Made with Flourish

Stadt plant drei weitere Testzentren

Nach derzeitigem Stand dürfte das Angebot jedoch noch nicht reichen. „Wenn ich einen Termin bei meinem Friseur in Lindenberg Süd habe, müsste ich bis zu sechs Kilometer fahren, um einen kostenlosen Schnelltest zu bekommen und dann wieder zurück nach Lindenberg Süd. Welch ein Wahnsinn“, schreibt Nordkurier-Leser Christian Hesse. Er hoffe auf weitere Testmöglichkeiten und rennt damit im Rathaus offenbar offene Türen ein.

„Es laufen aktuell Gespräche für drei weitere Testzentren“, sagt Stadtsprecherin Anett Seidel. Im Bethanien Center soll in Kooperation mit der Reitbahnapotheke ein Zentrum aufgebaut werden, in der Südstadt und im Westen gebe es bereits Gespräche mit dem Neubrandenburger Pflegedienst „Wilma“.

Sofern alles klappt, hätte Neubrandenburg dann sieben Zentren. Neben dem HKB sind auch in der Turmstraße (Marien Apotheke), im Migrationszentrum in der Demminer Straße (Reitbahnapotheke) und im Lindetal Center (Ost-Apotheke) Zentren im Betrieb.

Hier sind kostenlose Schnelltests möglich:

Marien Apotheke: Testzentrum im Haus der Kultur und Bildung, Saal 2 (Eingang hinter der Bibliothek), Montag bis Samstag, 9-15 Uhr, auch ohne Anmeldung möglich.
Testzentrum in der Turmstraße 20, Montag bis Samstag nach Terminvergabe; Online-Terminbuchung unter www.corona-testzentrum-neubrandenburg.de

Reitbahnapotheke: Testzentrum im Awo-Migrationszentrum in der Demminer Straße 44, Montag bis Freitag 8 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr, Samstag von 8 bis 11.30 Uhr, Terminvergabe telefonisch unter 0395 4223986 oder unter www.schnelltest-neubrandenburg.de

Ost-Apotheke: Testzentrum in der Ring-Apotheke, Juri Gagarin Ring 31, Montag bis Freitag nach Terminvergabe unter www.ost-apotheke-nb.de

Video vor Ort vom neueins-Regionalsender (Youtube - 4:11 Min)

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Kommentare (1)

von "Hände waschen" und "Abstand halten" hin zu "Lass dich testen und du darfst einen Tag einkaufen"...