LEBEN AUF DEM LAND

Hochschule Neubrandenburg bekommt 6,4 Millionen

Geldsegen für die Hochschule Neubrandenburg: 6,4 Millionen Euro für mehrere Projekte. Profitieren sollen davon in erster Linie die Bürger der Region, die auf dem Land leben.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Die Hochschule in Neubrandenburg kann sich über eine hohe Förderung freuen (Archivbild).
Die Hochschule in Neubrandenburg kann sich über eine hohe Förderung freuen (Archivbild). Udo Zander
Neubrandenburg.

Ruhe, ein direkter Zugang zur Natur, engere Kontakte zu den Mitmenschen: Viele Menschen lieben das Leben in den gemütlichen, malerischen Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns. Doch das Landleben hat auch seine Schattenseiten. Häufig mangelt es an grundsätzlicher Infrastruktur: Einkaufsmöglichkeiten und Fachärzte gibt es meist nur in den Städten, Arbeitsplätze sind rar gesät, Busse fahren – wenn überhaupt – häufig nur einmal am Tag. Für ältere Menschen, die nicht mehr mobil und auf einen Pflegedienst angewiesen sind, wird das Leben auf dem Land zunehmend schwieriger.

Dörfliche Leben erforschen

Genau an diesem Punkt setzt die Hochschule Neubrandenburg an. Seit vielen Jahren erforschen Wissenschaftler der Uni das dörfliche Leben in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Für die Hochschule ist eine nachhaltige Regionalentwicklung nach eigenen Angaben neben Forschung und Lehre ihre „Dritte Mission“. Über die Jahre hat sich aus den Ideen und Projekten, die Wissenschaftler der Hochschule begannen, ein Gesamtkonzept entwickelt. Und für dieses Gesamtkonzept ist die Einrichtung nun vom Berliner Bundesbildungsministerium als eine von 29 Einrichtungen aus insgesamt 118 Bewerbern ausgezeichnet worden. Die Hochschule erhält in den kommenden fünf Jahren eine Gesamtfördersumme von rund 6,43 Millionen Euro.

„Die Region verändert sich und wir wollen helfen, die Veränderung zu gestalten“, sagt Professor Peter Dehne, der das Projekt an der Hochschule Neubrandenburg leitet. Im Vordergrund des Konzeptes steht deshalb auch der Austausch zwischen der Hochschule auf der einen und Bewohnern, Wirtschaft, Politik und Kultur der Region auf der anderen. Wie, so die Grundsatzfrage, kann das Wissen der Hochschule effektiv genutzt werden, um das Leben der Menschen vor Ort zu verbessern? So entstanden diverse Unterprojekte, die sich mit verschiedenen Bereichen des öffentlichen regionalen Lebens beschäftigen.

Außergewöhnlich hohe Summe

Aufgeteilt ist das Gesamtkonzept in vier Themenbereiche: Daseinsvorsorge, Landschaft und Siedlung, Regionale Wertschöpfung und Bildung und Sozialkapital. Innerhalb jedes dieser vier Bereiche gibt es verschiedene konkrete Projekte. Eines beschäftigt sich mit Mobilität und Fortbewegung auf und zwischen den Dörfern. Ein anderes setzt sich mit neuen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung auseinander, ein drittes untersucht die Stärkung von Familien- und Freundschaftsbindungen auf dem Land. Insgesamt gibt es 12 konkrete Projekte, die von 16 Professoren in Zusammenarbeit mit 80 regionalen Partnern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft durchgeführt werden.

„Diese Fördersumme ist für eine kleine Hochschule wie die unsere außergewöhnlich hoch, dementsprechend stolz sind wir auch auf diese Auszeichnung“, sagt Christine Manthe, Sprecherin der Hochschule Neubrandenburg. Durch die Projekte werde nicht nur ein Beitrag zur Entwicklung des östlichen Mecklenburg-Vorpommerns geleistet, es entstünden für den Zeitraum der Projekte auch 18 neue Arbeitsplätze.

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