Kurzfristig steht eine starke Erhöhung wohl nicht nur bei der Neuwoges an: Beziehern von Leistungen des Jobcenters wird g
Kurzfristig steht eine starke Erhöhung wohl nicht nur bei der Neuwoges an: Beziehern von Leistungen des Jobcenters wird geraten, sich im Falle der Erhöhung der Heizkostenvorauszahlungen schnell zu melden. Jens Büttner
Jobcenter

Höhere Vorauszahlungen für Heizung ab Januar 2022 frühzeitig melden

Das wird teuer und kommt plötzlich: Die Heizkosten-Vorauszahlungen werden stark erhöht. Bezieher von Jobcenter-Leistungen sollten sich in diesem Falle dort schnell melden.
Neubrandenburg

Die Erhöhung der Heizkostenvorauszahlung ab 2022 durch die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) bereitet vor allem den Beziehern kleiner Einkommen und staatlicher Transferleistungen Sorge. Wie der Nordkurier berichtete, hat das kommunale Unternehmen eine 20-prozentige Erhöhung der Heizkostenvorauszahlung zum 1. Januar 2022 angekündigt.

Auf Nordkurier-Nachfrage stellte sich heraus, dass rund 350 Haushalte wegen der Insolvenz eines Gas-Anbieters Steigerungen von bis zu 150 Prozent zu tragen haben. Auch die Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft will in den kommenden Tagen über eine Anhebung der Nebenkostenzahlungen entscheiden.

Dazu: Mieter entsetzt über kräftig steigende Heizkosten

Kritik von Mietern an zu knapper Frist

Eine Neuwoges-Mieterin aus der Südstadt, die für ihre rund 60 Quadratmeter große Wohnung künftig monatlich 161 Euro Heizkosten im voraus zahlen soll, echauffiert sich nicht nur über die Steigerung, sondern auch wegen der knappen Frist von Ankündigung bis zur Zahlungserhebung. Ihre Nachbarn und sie hätten die Benachrichtigung erst zum 10. Dezember erhalten. Sie fürchtet nun, dass vor allem viele ältere Menschen etwa in der Grundsicherung oder auch Hartz-IV-Bezieher das Geld nicht so einfach aufbringen oder vorstrecken könnten.

Thomas Elsner, Sprecher des Jobcenters Mecklenburgische Seenplatte-Süd, sagte, sofern betroffene Kunden Leistungen beim Jobcenter beziehen würden, seien diese Änderungen „in den tatsächlichen Verhältnissen möglichst zeitnah bei uns anzuzeigen“. Die jeweiligen Bescheide würden daraufhin geprüft und entsprechend geändert.

Jobcenter erstattet angemessene Kosten

Da es sich um Kosten der Unterkunft handele, ist laut Jobcenter der Landkreis ebenfalls involviert. Auf Basis dessen entsprechender Richtlinie erstatte das Jobcenter die angemessenen Kosten. Der Landkreises teilte mit, die erhöhten Abschläge für Heizung würden im Regelfall als Bedarf vom Jobcenter oder Sozialamt anerkannt. Dies gelte aufgrund der aktuell bestehenden erleichterten Zugangsvoraussetzungen für die Grundsicherungsleistungen („Sozialschutzpaket“) auch dann, wenn die erhöhten Abschläge die Angemessenheitsbeträge überschreiten sollten, führte Sprecherin Haidrun Pergande an. Daher sei kurzfristig eine Anpassung der betreffenden Richtlinien durch den Landkreis nicht notwendig.

Wegen der „sehr kurzfristigen Mietanpassung“ lässt sich laut Haidrun Pergande nicht ausschließen, dass die erhöhten Leistungsansprüche auf Grundsicherung „erst nachträglich ausgezahlt“ werden könnten. Der Landkreis geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sich Vermieter dessen bewusst seien. Leistungsempfängern werde empfohlen, diesen Umstand mit ihrem Vermieter zu besprechen.

Mehr lesen: Heizkosten: Mieterbund mahnt Entlastungen für Mieter an

zur Homepage