Die Demo in Neubrandenburg zog später vom Marktplatz ins Katharinenviertel.
Die Demo in Neubrandenburg zog später vom Marktplatz ins Katharinenviertel. Felix Gadewolz
In Waren versammelten sich am Abend rund 300 Menschen auf dem Neuen Markt.
In Waren versammelten sich am Abend rund 300 Menschen auf dem Neuen Markt. Michael Grote
In Teterow demonstrierten rund 100 Menschen gegen die aktuelle Regierungspolitik.
In Teterow demonstrierten rund 100 Menschen gegen die aktuelle Regierungspolitik. Nadine Schuldt
Die Anklamer Christdemokraten wollen nicht länger still sein und beziehen Position im Vorfeld der üblichen Montagsdemo.
Die Anklamer Christdemokraten wollen nicht länger still sein und beziehen Position im Vorfeld der üblichen Montagsdemo. Mareike Klinkenberg
In Greifswald wurden auf der Demo rund 150 Leute geschätzt.
In Greifswald wurden auf der Demo rund 150 Leute geschätzt. Daniel Focke
Demonstrationen

▶ Hohe Energiepreise treiben Leute auf die Straße

Traditionell am Montag sind hunderte Menschen bei mehreren Demos in der Seenplatte und in Vorpommern zusammengekommen, um gegen die aktuelle Politik zu protestieren.
Seenplatte

Am Montagabend sind in mehreren Städten der Region wieder Menschen zum politischen Protest auf die Straße gegangen. Am meisten kamen in Neubrandenburg, wo am Abend 650 Teilnehmer geschätzt wurden.

In Neubrandenburg zog der Demonstrationszug zunächst durch die Innenstadt und dann ins Katharinenviertel. Angemeldet war die Versammlung für 300 bis 500 Teilnehmer, wie es im Vorfeld von der Polizei hieß, bereits am vergangenen Montag kamen insgesamt 380 Menschen.

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Die Veranstaltungen bieten weiterhin eine ganze Bandbreite an Themen, noch immer sind einige Menschen aus Protest gegen die Corona- und Impfregeln dabei, andere wegen des Ukraine-Krieges, die meisten aber vor allem wegen der aktuellen Energiepreise und der hohen Inflationsrate. In Neubrandenburg war die wöchentliche Veranstaltung im Gegensatz zu anderen Städten nie ganz ausgesetzt worden

Öffnung von Nord Stream 2 gefordert

In Waren hat die Polizei rund 300 Leute gezählt. Die Demo begann dort mit einer betont ruhigen Ansprache. „Ideologisch geprägte Politiker handeln bewusst, um uns systematisch zu verängstigen”, hieß es auf dem Neuen Markt in einer Rede. Dort waren dieses Mal keine Spruchbänder und so gut wie keine Plakate zu sehen. Ausgesprochen wurde sich gegen den Krieg und gegen das Impfen mit angeblich nicht ordentlich zugelassenen Stoffen.

Doris Zutt, ehemalige NPD-Stadtvertreterin und führende Figur der Neo-Nazi-Szene, stand mit mehreren stadtbekannten Anhängern der rechten Szene in vorderster Reihe. In das Grüppchen mischte sich auch der Warener, der sich selbst Aurelio:L nennt und für einen Eklat bei der jüngsten Stadtvertretung sorgte.

In Anklam nahmen mehr als 200 Teilnehmer unter dem Motto "Unser Leben muss bezahlbar bleiben" an einer Demonstration auf dem Markt teil. Vor der üblichen Kundgebung, die weiterhin federführend von den Organisatoren der Corona-Demos aus dem Frühjahr veranstaltet wurden, positionierten sich nun zum ersten Mal auch Lokalpolitiker aus dem hiesigen CDU-Gemeindeverband und aus dem Verband Landhagen vor dem Rathaus. Auch unter den restlichen Demo-Teilnehmern gab es viele neue Gesichter - ein Querschnitt des Stadtbilds, vom Rentner bis zum Unternehmer.

Wobei sich offensichtlich einige Besucher dann doch wieder von der Kundgebung abwandten, als die Redebeiträge zu derbe wurden und sich der Themenschwerpunkt über den 11. September wiederum hin zur Coronadiskussion und den dazugehörigen Maßnahmen drehte. Auch am anschließenden Marsch durch die Stadt beteiligten sich weniger Demonstranten, als sich vorher auf dem Markt versammelt hatten.

Mehr Teilnehmer in Pasewalk

Auch in Teterows Innenstadt wurde wieder demonstriert. Knapp 100 Teilnehmer wurden dort gezählt. Sie forderten die Öffnung der Gaspipeline Nord Stream 2, kritisierten das aktualisierte Infektionsschutz-Gesetz und befürworten den Austritt aus der WHO. Auch die aktuelle Regierung wurde kritisiert.

Einen rasanten Anstieg der Teilnehmerzahl erlebten Pasewalks Demo-Veranstalter am Montagabend. Rund 200 Leute gingen nach Schätzung von Dirk Stegemann vom Netzwerk "Pasewalk steht auf" ab 18.30 Uhr auf die Straße – mehr als doppelt so viele, wie er und Polizei erwartet hatten. Bei der jüngsten Demonstration 14 Tage zuvor waren nach Angaben von Dirk Stegemann 80 Teilnehmer dabei.

Nach einer Rede von Nordstream-2-Befürworter Thomas Kerl aus Greifswald auf dem Marktplatz gingen die Demonstranten durch die Stadt. Sie setzten sich unter anderem "für Verhandlungen statt Waffenlieferungen“ ein. Außerdem machten sie sich gegen "die Deindustrialisierung Deutschlands, für bezahlbare Lebensverhältnisse und gegen die Ausplünderung des Mittelstands“ stark. 

In Penkun wurde fast zeitgleich demonstriert - dort laut Veranstalter Heinz Timm "für Grundrechte, gegen Zwangsimpfung, für Berufsfreiheit, für unsere Gesundheit, gegen Diskriminierung, für echte Meinungsfreiheit, gegen Zensur, Hass, Hetze und Gewalt, gegen Spaltung unserer Gesellschaft und Familien, für den Erhalt unserer Natur, für Frieden ohne Waffen, für den Erhalt unseres Lebensstandards, gegen Inflation und Verarmung, für warme Wohnungen, gegen ein Embargo, das nur Deutschland schadet, für den Erhalt von Kleinbetrieben“. 

In Greifswald kamen rund 150 Menschen auf dem Markplatz zusammen. Zu sehen waren Greifswald-Flagge, Deutsch-Russische Schilder und Russlandflaggen. Begleitet wurde die Demo musikalisch unter anderem von "Die Gedanken sind frei" und der deutschen Nationalhymne. Kritisiert wurde die große Politik als ein Hofstaat, der "Terror gegen Bevölkerung", zudem wurde die Öffnung der Nord-Stream-Pipelines gefordert. Die Grünen wurden in einem Redebeitrag als Kriegsverbrecher bezeichnet, außerdem wurde "furchtbare Pläne für Ende September/Oktober" angekündigt, die Russland provozieren soll, "was dann reagieren muss.“

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