SANIERUNGSBEDARF IN NEUBRANDENBURG

Hohe Kosten für Umzug des Neubrandenburger Obdachlosenhauses

Die Stadt Neubrandenburg sucht händeringend nach einer neuen Lösung für das Obdachlosenhaus in der Sponholzer Straße. Eine notwenige Sanierung wäre teuer, nun muss eine neue Immobilie her.
Beim Obdachlosenhaus gibt es dringenden Sanierungsbedarf.
Beim Obdachlosenhaus gibt es dringenden Sanierungsbedarf. Tim Prahle
Der stellvertretende Oberbürgermeister Peter Modemann und die zuständige Sachbearbeiterin Samantha Schwarz suchen zu
Der stellvertretende Oberbürgermeister Peter Modemann und die zuständige Sachbearbeiterin Samantha Schwarz suchen zurzeit nach einer zukunftsfähigen Lösung für das Obdachlosenhaus. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Die Stadt Neubrandenburg sucht nach einem neuen Standort für das Obdachlosenhaus. „Das derzeitige Gebäude in der Sponholzer Straße ist dringend sanierungsbedürftig“, erklärt Vize-Bürgermeister Peter Modemann. Ein Rohrbruch hatte dem Unterboden zugesetzt. Lange Zeit unbemerkt, wie Samantha Schwarz erklärt. Sie ist in der Stadtverwaltung für das Obdachlosenhaus zuständig. „Erst bei der Abrechnung wurde klar, dass da beim Wasserverbrauch etwas nicht stimmen kann“, sagt sie. Die Folgen sind verheerend. Nach einer ersten Schätzung des städtischen Immobilienmanagements würden die Sanierungskosten weit über zwei Millionen Euro liegen, so Modemann.

Das Obdachlosenhaus gehört zu den Pflichtaufgaben Neubrandenburgs. Keiner dürfe unfreiwillig ohne Wohnunterkunft sein, so der Vize-Bürgermeister.

ASB betreibt seit 1992 das Haus

Seit 1992 betreibt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) das Haus im Auftrag der Stadt. Die lässt sich das insgesamt über 300 000 Euro im Jahr kosten. „Wir sind dort mit sechs Mitarbeitern 24 Stunden, sieben Tage die Woche zugegen“, erklärt Regionalverbandsgeschäftsführer Frank Brehe. Die einzigen Erträge kommen von den Nutzern selbst. 10,75 pro Nacht werden veranschlagt, die die Stadt auf der Einnahmenseite verbuchen kann.

Doch die 46 vorgehaltenen Plätze im Haus seien gemessen am Bedarf zu viele, rechnen Modemann und Schwarz vor. Aktuell seien gerade mal zwölf Bewohner im Haus zwischen 18 und 8 Uhr untergebracht. „Die Anzahl geht zum Sommer immer zurück“, sagt Schwarz. Doch eine Reduzierung der Plätze sei durchaus angemessen. Auch, um die Betriebskosten zu senken. Eine neue Immobilie muss her. Ob es ein Neubau oder eine bestehendes Objekt wird, halte man sich noch offen, erklärt Peter Modemann. Die Ausschreibung und der Markt sollen eine entsprechende Richtung weisen. Auch ein Umzug des Hauses wird die Stadt viel Geld kosten. Doch längst nicht so viel wie die Sanierung selbst.

Die Platzanzahl wird dann wohl deutlich reduziert. „Wenn wir 26 Plätze vorhalten, wären wir gemessen am Bedarf immer noch deutlich entfernt von der Auslastungsgrenze“, sagt Schwarz.

Barrierefrei soll es sein

Einige Anforderungen an das neue Haus gebe es dennoch. Eine gewisse Nähe zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und zu den Nahversorgungsgeschäften gehören dazu. Barrierefrei sollte sie im Gegensatz zum Haus in der Sponholzer Straße auch sein.

Mit Blick auf die Zukunft nicht unwichtig, so Modemann. Denn eine Gruppe, die im Obdachlosenhaus regelmäßig zu Gast ist, setze sich vor allem aus älteren, „dem Alkohol eher zugeneigten“ Männern zusammen. „Eine andere große Gruppe sind wiederum drogenabhängige Jugendliche und Jungerwachsene. Ebenfalls meistens männlich. Frauen und Ausländer seien im Obdachlosenhaus eher eine Seltenheit. Zuweilen gebe es aber auch kurzweilige Übernachtungen von Menschen, die auf der Durchreise sind oder noch auf ihre neue Wohnung warten müssen. „Man kann sich kaum vorstellen, wer so alles schon im Obdachlosenhaus schlafen musste“, beschreibt es ASB-Geschäftsführer Brehe.

Vor einem möglichen Umzug will Modemann dem Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung die derzeitige Gemengelage vorstellen. Und hofft nach eigener Aussage auf einen Beschluss der Stadtvertretung noch in diesem Jahr. Denn wirklich lange könne es mit dem Obdachlosenhaus in seinem jetzigen Zustand nicht weitergehen.

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Kommentare (1)

ist das problem
ratsherren und damen beschluss gefast und geld locker gemacht für viele unnötige sachen ist geld da also
es sind die ärmsten der armen also eine gute tat okay damit kann man sich keinen tollen namen machen wie bei der marktplatz schande oder oder