PROTEST IN NEUBRANDENBURG

Homophober Angriff nach Demo gegen Thor Steinar

Der Vorsitzende des Vereins queerNB ist nach der Demo gegen den Thor-Steinar-Laden in Neubrandenburg Opfer eines vermutlich homophoben Angriffs geworden.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Mit der Regenbogenfahne demonstrierten Mitglieder des Verein queerNB am Samstag gegen den umstrittenen Thor Steinar Laden. Im Anschluss daran kam es zu einem vermutlich homophoben Angriff.
Mit der Regenbogenfahne demonstrierten Mitglieder des Verein queerNB am Samstag gegen den umstrittenen Thor Steinar Laden. Im Anschluss daran kam es zu einem vermutlich homophoben Angriff. Mirko Hertrich
Zwischen 150 und 250 Menschen forderten bei der Demonstration die Schließung des Thor-Steinar-Ladens. Die Polizei war mit knapp 50 Kräften im Einsatz.
Zwischen 150 und 250 Menschen forderten bei der Demonstration die Schließung des Thor-Steinar-Ladens. Die Polizei war mit knapp 50 Kräften im Einsatz. Mirko Hertrich
Vor Beginn der Demonstration, zu der auch Autonome anreisten, zeigte die Polizei noch massiv Präsenz am Neubrandenburger Bahnhof.
Vor Beginn der Demonstration, zu der auch Autonome anreisten, zeigte die Polizei noch massiv Präsenz am Neubrandenburger Bahnhof. Mirko Hertrich
Der Verein queerNB beteiligte sich an der Demonstration, um Homophobie, Diskriminierung, Rassismus, Gewalt und Sexismus zu protestieren.
Der Verein queerNB beteiligte sich an der Demonstration, um Homophobie, Diskriminierung, Rassismus, Gewalt und Sexismus zu protestieren. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Nach dem Ende der Demonstration gegen den umstrittenen Thor-Steinar-Laden in Neubrandenburg ist es am Samstag offensichtlich zu einem homophoben Angriff gekommen. Der Vorsitzende des Vereins queerNB, Marcel Spittel, wurde nach eigenen Angaben Opfer einer versuchten gefährlichen Körperverletzung, die politisch motiviert gewesen sei.

Wie er dem Nordkurier berichtete, haben ihm am Bahnhof zwei Männer nachgestellt und eine Bierflasche nach ihm geworfen, „die nur knapp ihr Ziel verfehlte”.

Opfer von Angriff war auf Heimweg von der Demo

Die Neubrandenburger Polizei hätte keine freien Kräfte gehabt, um zu ermitteln, daher habe die die Bundespolizei die Anzeige aufgenommen, sagte der Vorsitzende des erst jüngst gegründeten Vereins, der sich für die Vielfalt sexueller Identitäten und Orientierungen einsetzt.

Spittel war nach eigenen Worten auf dem Heimweg von der Demonstration gegen den vor zwei Monaten in Neubrandenburg eröffneten Laden der in der rechten Szene beliebten Modemarke Thor Steinar. Dabei habe er die Regenbogenfahne – ein Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung – zusammengerollt unterm Arm getragen.

Zu wenig Polizisten für Hilfe

Auf dem Bahnhof habe er dann bemerkt, wie zwei Männer ihm gefolgt seien. Er habe dann seinen Freund, der in der Nähe gewesen sei, aufgefordert, schon mal vorauszugehen und die Haustüre der gemeinsamen Wohnung aufzuschließen. Kurz bevor er diese erreicht habe, sei die Flasche geworfen worden. „Ich bin dann fix ins Haus, die Täter haben dann noch gegen die Türe geschlagen”, erzählte der Vereinsvorsitzende.

„Ich habe dann den Notruf 110 gewählt, die Polizei gab mir aber zu verstehen, dass sie keine freien Kräfte haben," äußerte Spittel mit Unverständnis. „Sie haben mir dann angeboten, zu ihnen zu kommen, das habe ich mich angesichts der Situation aber nicht getraut.”

Daraufhin habe er die Bundespolizei angerufen, „die sofort reagierte”. Die Beamten hätten die Anzeige aufgenommen und sogar noch einen Zug angehalten, in dem zwei Männer vermutet worden seien, auf welche die Täterbeschreibung passte. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt.

Keine Zwischenfälle während der Demo

Spittel und andere Mitglieder von queerNB hatten sich an einer Demonstration für die Schließung des Thor-Steinar-Ladens in der Neubrandenburger Innenstadt beteiligt. Der Aufzug unter dem Motto „Gegen völkischen Chic”, zu dem das Bündnis „Neubrandenburg Nazifrei“ aufgerufen hatte, verlief bis zum Veranstaltungsende friedlich und ohne Zwischenfälle.

Die Veranstalter sprachen von 250 Teilnehmern, die Polizei von 150. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 45 eigenen und unterstellten Kräften der Bereitschaftspolizei MV im Einsatz.

Die Route der Demonstration führte vom Busbahnhofs durchs Nachtjackenviertel zur Rostocker Straße und dann durchs Treptower Tor in die Innenstadt zu dem Bekleidungsgeschäft in der Stargarder Straße. Davor hatte auch rund ein Dutzend Sympathisanten des Ladens Position bezogen. Für den Aufzug stoppte die die Polizei kurzzeitig den Verkehr auf der Rostocker Straße und dem Friedrich-Engels-Ring.

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Kommentare (19)

Keine Tatverdächtigen festgestellt, kein Schaden entstanden, nichts hat sich bestätigt? Frei erfundener Unsinn, da sollte die Polizei auch wegen Vortäuschung einer Straftat ermitteln.
Weil keine rechte Gegendemo stattfand muss man schnell was erfinden.

Vor allem steht in jedem Artikel ,Thor Steinar, in großen Lettern als Überschrift. Eine bessere Werbung kann es gar nicht geben.

Sein Kumpel soll vorausgegangen sein und die Haustür der gemeinsamen Wohnung aufzuschließen, weil Gefahr drohte? Entschuldigung, ob mit oder ohne zusammengerollter Regenbogenfahne, solch Quatsch hat Konsequenzen.

aus welchem roman ist den dieser auszug ( LACH )
werter nordkurier müssen sie solch ein belangloses zeug bringen ???
schreiben sie doch etwas interessantes z.b der zug nach berlin hatte heute drei minuten verspätung und wenn sie darüber vier seiten bringen ist das sehr interessant
MfG

Drei Faschos sind schon aus ihrer Kameradschaftshöhle gekrochen. Vorneweg wieder HitlerHirke, der alles was nicht seinem faschistischen und rechtsterroristischem Weltbild entspricht, als Lüge abstempelt. Stasi- u. Nazi-Fanboy HitlerHirke...

Sie, THEMYSTERIOUSM2... , sind doch auch wieder aus Ihrem linken Loch gekrochen! Ich empfehle Ihnen dringend, sich mit Ihren persönlichen Angriffen und/oder Beleidigungen zurückzuhalten! Das, was Sie hier von sich geben, ist strafrechtlich relevant und wird zur Anzeige gebracht. Sie sollten sich bereits heute schon einen (guten) Anwalt suchen und anfangen, zu sparen und/oder Flaschen zu sammeln! Über Ihr armseliges und einfach gestricktes Weltbild möchte ich mich hier gar nicht auslassen... Ihre Eltern dürften aber in der Erziehung so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man da falsch machen kann und Ihr Bildungsniveau muss ob Ihrer niveaulosen Worte hier als rudimentär beschrieben werden.

Langsam ist es genug, Nordkurier, was dieser Themysterious... hier an persönlichen Beleidigungen ablässt! Nicht nur mir gegenüber. Herr Hertrich oder wer auch immer dort am Rechner sitzt, handeln sie, das hat mit der Netiquette
nichts mehr zu tun.

Ein wenig Selbstreflektion würde Ihnen ganz gut tun. Bussi!

Gutenmorgen Kommentarekommentierer, na wieder am dummsabbeln?

@hihrke einige individuen können halt nicht mit freier meinung um ich schätze der oder das themysterioum2 wird alles als nazi hitler oder fascho betiteln das nicht in sein buntes hirn ( sicher ansatzweise vorhanden ) passt

Man würde diese Leute auch garnicht kritisieren wenn sie nur gegen Rechts demonstrieren, wenn man es nicht besser wüsste ( sieht z.B. G20 Hamburg) .
Die meisten von denen meinen es nicht ehrlich, sondern sind nur auf Kravall aus. Warum sonst Kaputzensweatshirt und schwarze Halstücher die bei Bedarf bis über die Nase gezogen werden.(Vermummung). Vor Thor Steinar in NBG hat sich, wahrscheinlich aufgrund der Polizei , nur noch keine Gelegenheit ergeben zum Kravall machen.
Solange der Laden dort ist, werden sie es immer wieder versuchen, jede Wette. Und deshalb mag ich diese Leute nicht, sollen sie mich als Nazi beschimpfen ,geht mir am Allerwärtesten vorbei.

Diese lächerlichen kaputzenträger erinner mich an die verbrecher vom clu clux clan in amerika, also alle einsperren bei wasser und brot!!!

Das ist echt der Wahnsinn was das hier hoch gespielt wird wahrscheinlich steigert der NK dadurch seine Auflagszahlen. Bald jede Woche nen Bericht darüber als wenn es nichts anderes zu berichten gäbe. Ach und noch was, diese armseligen Leute die nichts zu tun haben und ständig da rumlungern anscheind habt Ihr es ja auch nötig unbescholtene Heranwachsende (wie meiner 14 jährigen Tochter passierte) anzuquatschen ,sie sollte sich zu dazu stellen und mit demonstrieren. Sowas ist doch echt unter aller Sau.

Wenn es ernst gewesen wäre, dann hätte ihn die Flasche getroffen !
Ich vermute, der liebe "Genosse" will sich nur wichtig machen. Ist ja schlimm, wenn die bösen Rechten so gar nichts machen.
Herr Spittel - gehen Sie lieber arbeiten und lassen die Leute anziehen, was sie wollen - wegen mir können Sie auch Ihre
Assikleidung anziehen - jedem, wie es gefällt / passt.

Zunächst wünsche ich Herrn Spittel und Freund gute Erholung nach diesem Angriff und danke beiden und den weiteren Demonstranten, offen Flagge gegen Hassbotschaften und rechtsradikale Klientel gezeigt zu haben. Die Angriffe des rechten Gesindels - vor Ort und hier in den Kommentaren - zeigen, dass dieses keinerlei Anstand, Empathie und Achtung vor Gesetzen besitzt.

Gibt es diese Absonderungen irgendwo als Kopiervorlage? :-) :-)

Können Sie vllt. kurz beschreiben, wie Sie aus den obigen Kommentaren Ihren 2.Satz schlussfolgern?
Danke.

wenn Sie nachfragen müssen, was im Kontext des Artikels und der Kommentare Anstand, Empathie und Gesetzestreue sind. Aber damit Sie nicht dumm sterben, hier eine Empathie-Hausaufgabe: stellen Sie sich vor, Sie würden verfolgt, mit einer Bierflasche beworfen, mit Gewalt bedroht. Wie würden Sie es empfinden, wenn anschließend in den Kommentaren Ihre Aussage in Abrede gestellt, Sie verhöhnt oder mit Gewalttätern (KuKluxKlan, autonome Krawallos) gemein gemacht würden?

könnte man sich auch wie Julian Kinzel fühlen. Solange die Polizei nichts ermittelt hat, ist auch eine Räuberpistole möglich.
Deswegen sollte man mit Kommentaren und Richtigstellungen zurückhaltend sein! Es bleibt seeeeehr spannend!

Ich halte es da eher mit Ockham's Rasiermesser - also der einfachsten und wahrscheinlichsten Erklärung. Thor Steinar-Sympathisanten sind nicht gerade für ihre Friedlichkeit bekannt und häufigst schwulenfeindlich. Es waren definitiv solche Leute in der Stadt und entsprechend frustriert wegen der Demonstration. Biergenuss führte zur weiteren Enthemmung und Aggression. Herr Spittel war anhand der Regenbogenfahne doppelt als "Feind" zu erkennen und wurde demzufolge angegriffen. In Panik kommt es nicht zu ruhigem Abwägen der besten nächsten Schritte, sondern nur zu flight or fight.