Ein Iraner aus Neubrandenburg muss doch nicht zurück in seine Heimat, wo ihm womöglich die Todesstrafe droht.
Ein Iraner aus Neubrandenburg muss doch nicht zurück in seine Heimat, wo ihm womöglich die Todesstrafe droht. Michael Kappeler
Drohende Todesstrafe

Homosexueller Iraner aus Neubrandenburg aus Abschiebehaft entlassen

Nachdem er das Wochenende im Abschiebegefängnis verbringen musste, ist ein Iraner seit Montag wieder auf freiem Fuß. Damit entgeht er einer möglichen Todesstrafe in seiner Heimat.
Neubrandenburg

Ein Iraner aus Neubrandenburg ist aus der Abschiebehaft entlassen worden. Das bestätigte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als zuständige Behörde auf Nordkurier-Nachfrage. Der junge Mann ist am Freitag vom Neubrandenburger Amtsgericht in das Abschiebegefängnis nach Glücksstadt (Schleswig-Holstein) gebracht worden, da sein Asylantrag abgelehnt worden ist. Die Initiative „ProBleiberecht” setzte sich in den sozialen Netzwerken intensiv für seine Freilassung ein. „Sami”, wie ihn die Initiative nennt, auch wenn er eigentlich anders heiße, drohe im Iran die Todesstrafe, da er schwul und konvertierter Christ sei.

MV setzt Abschiebungen in den Iran aus

Am Montagmorgen gegen 10.34 Uhr ist er aus dem Abschiebegefängnis entlassen worden, meldete der Landkreis. Ihm wurden seine persönlichen Sachen sowie ein Zugticket Richtung Neubrandenburg ausgehändigt. Außerdem soll er sich am Dienstag bei der Ausländerbehörde melden.

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Dem vorausgegangen war ein Statement von MV-Innenminister Christian Pegel (SPD). Am Freitag kündigte der Politiker an, Abschiebungen in den Iran vorerst auszusetzen aufgrund der aktuellen Proteste im Land. Pegel zufolge haben aktuell rund 360 Menschen aus dem Iran einen Asylantrag in Mecklenburg-Vorpommern gestellt, bei weiteren 218 war das Verfahren nicht erfolgreich. Viele der Ausreisepflichtigen sind dem Innenminister zufolge jedoch geduldet, konkret von einer Abschiebung bedroht seien 24 Menschen. Unter ihnen befand sich auch der Neubrandenburger.

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