PROTESTE GEGEN ANLAGENBAU

Hühner-Investor geht auf Friedländer zu

Die Proteste gegen die geplanten Hühnerställe bei Friedland zeigen Wirkung. Ein Vertreter des Investors bringt jedenfalls neue Ideen ins Spiel.
Der Investor hat den Protest der Friedländer gegen die Errichtung von großen Legehennenanlagen offenbar verstanden.
Der Investor hat den Protest der Friedländer gegen die Errichtung von großen Legehennenanlagen offenbar verstanden. Holger Hollemann
Friedland.

Die anhaltenden Proteste von Bürgern in und um Friedland könnten Erfolg haben. Ursprünglich wollte die Sächsische Geflügebetriebe GmbH an drei Standorten Hühnerställe für jeweils rund 40.000 Tiere errichten. Bereits auf der Einwohnerversammlung am späten Mittwochabend hatte Mirko Leddermann vom beauftragten Planungsbüro nach mehrfacher Bürger-Nachfrage gesagt: „Wir sind für andere Standorte gesprächsbereit.”

Das bestätigte auf Nordkurier-Nachfrage nun auch der Investor. „Wenn die Leute dagegen sind, nehmen wir nicht so viel Geld in die Hand, um etwas zu bauen, was keiner will”, erklärte Richard Geiselhart, der den Gesellschafterkreis auch auf der Versammlung vertrat.

Liste mit 1000 Unterschriften gegen die Hühneranlagen

Deren Ablauf lobte er. Alles sei sehr gesittet gewesen. „Und es wurde ja klar, dass die Menschen nichts gegen die Art der Haltung oder Hühnerställe an sich haben, sondern vor allem etwas gegen die Standorte”, sagt Geiselhart.

Nach den Ursprünglichen Plänen hätten zwei Freilandlegehennenanlagen an den Standort „Bollbruch” am Bauersheimer Weg und eine an den Standort „Mohrmannshof” unweit des Wohngebietes „Am Brink” errichtet werden sollen. Das hatte unter anderem die Anwohner bereits seit Monaten umgetrieben und auch zur Gründung einer Bürgerinitiative geführt. Diese übergab dem Bürgermeister bei der Versammlung eine Liste mit 1000 Unterschriften gegen die Errichtung.

„Es war auf jeden Fall goldrichtig, dass auf unser Bestreben der Aufstellungsbeschluss zurückgezogen wurde und wir erst einmal die Einwohnerversammlung abgewartet haben”, sagt der Investoren-Vertreter mit Rückblick auf die Stadtvertretersitzung im Mai. Man sei nicht an einen Ort gebunden, sondern habe zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Bayern eine sehr flächendeckende Logistik.

Hühnerställe sind vorerst in der Schwebe

Wird das Projekt also komplett aus der Kleinstadt abgezogen? Man suche aktuell mit der Stadt nach alternativen Standorten, die vielleicht mehr Anklang finden, erklärt Geiselhart weiter. Es spreche nichts dagegen, woanders in oder um Friedland eine Anlage zu errichten. Wer Flächen kenne, könne gerne auf ihn zukommen.

Auch intern wolle er sich mit den Investoren zusammensetzen, um zu ergründen, wie mit den gescholtenen Standorten umzugehen ist. Entweder an ihnen festhalten oder sich komplett umorientieren. Bis dahin sind die Hühnerställe in Friedland vorerst in der Schwebe.

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