Schuldenabbau

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Hunderte städtische Wohnungen vor dem Verkauf

Neubrandenburg soll sich, um die hohen Schulden abzubauen, von einem Teil der städtischen Wohnungen trennen.
Neubrandenburg soll sich, um die hohen Schulden abzubauen, von einem Teil der städtischen Wohnungen trennen.
Stephan Radtke

Öffentlich wird noch nicht darüber geredet, aber die Privatisierung ist spätestens seit Februar beschlossene Sache.

Auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause sollen die Neubrandenburger Stadtvertreter einen folgenschweren Entschluss fassen und der beabsichtigt Veräußerung von Wohnungen aus dem Bestand der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) zustimmen. 618 Quartiere, so heißt es in dem Beschlussvorschlag aus der Stadtverwaltung, stehen demnach zum Verkauf. Das soll mehr als
6,7 Millionen Euro in die Kassen der Stadt spülen – Geld, mit dem ein Teil der Neubrandenburger Schulden bezahlt werden soll. Dafür hatten die Stadtvertreter schon im Februar, als das Haushaltssicherungskonzept mehrheitlich beschlossen wurde, votiert.

Noch wolle man bei der Neuwoges aber keine näheren Angaben zu den Standorten machen. Die betroffenen Mieter, so heißt es weiter, würden aber frühzeitig informiert werden.

Allerdings, so der Vorschlag aus dem Rathaus an die Stadtvertreter, von den mehr als 600 Wohnungen sollen insgesamt 118 zunächst der Neubrandenburger Wohnungsgenossenschaft Neuwoba angeboten werden. Knapp 300 können an „Investoren allgemein“ gehen. 199 Wohnungen sollen als „Reserve“ dienen – für den Fall, dass die Neuwoges mit dem Verkauf der anderen das 6,7-Millionen-Euro-Ziel nicht erreicht.

Der Verkauf soll allerdings vorgezogen werden. Hieß es ursprünglich, die Wohnungen gehen 2018/19 „über den Tisch“, ist jetzt sogar schon vom zweiten Halbjahr 2017 die Rede. Der Grund: Neuwoges und Stadt befürchten zu einem späteren Zeitpunkt niedrigere Preise und Erlöse, weil steigende Zinsen mögliche Käufer zusätzlich belasten könnten.

Kommentare (2)

Bezahlen werden diesen Beschluss die zukünftigen Mieter in Form von steigenden Mieten. Profit , Profit, Profit ist das einzige was interessiert. Wegen kurzfristiger Einnahmen riskiert man zukünftig höhere Ausgaben für Wohngeld u.ä. Ob man sich bei den Stadtvertretern mal angesehen hat wie erfolgreich andere Städte wie z.B. Dresden mit derartigen Beschlüssen war? Dort hat man vor Jahren städtische Wohnungen verkauft. Die Mietpreise sind dort daraufhin stark gestiegen, bezahlbarer Wohnraum wurde knapp. Heute plant man den Erwerb bzw. Neubau neuer Wohnungen. Wieder muss Geld in die Hand genommen werden. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Das kommt alles davon weil man fachlich ungeeignete inkompetente aber finanzstarke Mitbürger in bestimmte Positionen wählt oder die ssich wählen lassen. Geld regiert eben die Welt auch in Nubrandenburg, dabei spielt die Gesinnung keine Rolle mehr.