DEMONSTRATION

Hunderte ziehen für Rechte von Homosexuellen bunt durch Neubrandenburg

Der Demonstrationszug zum Christopher Street Day hat ohne Vorfälle das Friedländer Tor erreicht. Der Diebstahl zweier Regenbogenfahnen trübte die Stimmung nicht.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Die über Nacht geklauten Regenbogenfahnen am Bahnhof wurden zum Beginn des CSD in Neubrandenburg kurzerhand wieder aufgeh
Die über Nacht geklauten Regenbogenfahnen am Bahnhof wurden zum Beginn des CSD in Neubrandenburg kurzerhand wieder aufgehängt. Mirko Hertrich
Mehrere Hundert Menschen kamen zur CSD-Parade in Neubrandenburg und demonstrierten für die Rechte von  Schwulen, Lesben,
Mehrere Hundert Menschen kamen zur CSD-Parade in Neubrandenburg und demonstrierten für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern. Mirko Hertrich
Allerlei sogenannte Drag-Queens und andere Paradiesvögel in bunten Kostümen hatten sich zur ersten CSD-Demonstration
Allerlei sogenannte Drag-Queens und andere Paradiesvögel in bunten Kostümen hatten sich zur ersten CSD-Demonstration in Neubrandenburg eingefunden. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Mit einer Demonstration durch Neubrandenburg hat die Woche zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Neubrandenburg ihren Höhepunkt gefeiert. Unter dem Motto „wir sind hier. wir sind queer.” versammelten sich für die Parade mehrere Hundert Menschen am Neubrandenburger Busbahnhof. Die Route führte durchs Jahnviertel in die Innenstadt. Endpunkt des Protestzugs sollte das Friedländer Tor sein, wo ab 16 Uhr ein Torfest geplant war mit Live-Musik von queeren Künstlern sowie Infostände, bei denen die Aktivisten für ihre Belange werben und mit Bürgern ins Gespräch kommen wollten.

Der Christopher Street Day ist eine Demonstration für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern, die seit 1970 an den sogenannten Stonewall-Aufstand in New York erinnert und weltweit in zahlreichen Ländern gefeiert, teils aber auch unterdrückt wird.

Erster CSD in Neubrandenburg im Jahr 1998

In Neubrandenburg wird der CSD zum ersten Mal mit einer Parade begangen. Doch die Regenbogenfahne wurde schon vor mehr als 20 Jahren in Neubrandenburg erstmals gehisst. Der allererste CSD wurde im Juni 1998 unter dem Motto „Queer durchs Land“ begangen. Danach schlief die Veranstaltung aber wieder ein.

Im vergangenen Sommer erlebte der CSD in der Region in Neustreltiz eine Wiederbelebung. Rund 400 Menschen kamen. Zusammen mit dem Verein Queer-Strelitz vereinbarte queerNB, dass nach der erfolgreichen CSD-Premiere im vergangenen Sommer in Neustrelitz die Demonstration künftig im Wechsel mit Neubrandenburg stattfindet. Die Schirmherrschaft über den Neubrandenburger CSD, der als der kleinste in Deutschland gilt, haben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sowie Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos).

Zwei Regenbogenflaggen geklaut

Überschattet wurde die Veranstaltung vom Diebstahl zweier Regenbogenflaggen, die zum Anfang der CSD-Woche im Beisein von OB Witt gehisst worden waren. Der Vorsitzende von queerNB, Marcel Spittel, sagte, die Entwendung der Flaggen zeige, dass auch weiterhin für die Akzeptanz von qeeren Menschen eingetreten werden müsse. Daher sei der CSD auch eine politische Demonstration.

Von dem Diebstahl ihrer Symbolflagge ließen sich die Teilnehmer aber nicht verdrießen. Sie zogen zusammen mit Oberbürgermeister Witt selbst zum Bahnhof und hissten neue Flaggen, bevor es auf die Demostrecke ging.

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