ZUSATZ FÜR NEUBRANDENBURG

Ideen für Zweitnamen reichen bis ins Weltall

Dem Aufruf, sich an der Diskussion über den Zusatznamen für Neubrandenburg zu beteiligen, folgen viele Nordkurier-Leser. Deren Vorschläge lassen oft schmunzeln – aber auch erkennen, wie interessant die Stadt eigentlich ist.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Das 32 Meter hohe Treptower Tor ist das höchste und zugleich repräsentativste aller vier Stadttore in der Stadtbefestigung in Neubrandenburg. Der Zusatzname Viertorestadt gilt als Favorit unter den Vorschlägen.
Das 32 Meter hohe Treptower Tor ist das höchste und zugleich repräsentativste aller vier Stadttore in der Stadtbefestigung in Neubrandenburg. Der Zusatzname Viertorestadt gilt als Favorit unter den Vorschlägen. Jens Büttner
Das Militär zählt auch zur Geschichte Neubrandenburgs.
Das Militär zählt auch zur Geschichte Neubrandenburgs. Jens Wolf
Nirgends soll es so viele Rollator-Benutzer geben wie in Neubrandenburg.
Nirgends soll es so viele Rollator-Benutzer geben wie in Neubrandenburg. Daniel Karmann
Neubrandenburg.

Wie soll Neubrandenburg künftig zusätzlich und ganz offiziell genannt werden? Denn was Nachbarstädtchen wie Neustrelitz als die „Residenzstadt“ und Stavenhagen als „Reuterstadt“ längst erreicht haben, will Neubrandenburg bald auch für sich beanspruchen: Einen zweiten Namen, der unverwechselbar auf die Kreisstadt am Tollensesee verweist. Oberbürgermeister Silvio Witt hätte gern diesen zusätzlichen Namen für die Kommune und will das von den Neubrandenburgern entscheiden lassen. Zwei Bezeichnungen sollen zur Wahl gestellt werden.

Ein möglicher Name scheint so klar wie Kloßbrühe zu sein. Viertorestadt, was sonst. Schon jetzt wird der Verweis auf die einzigartigen Stadttore in der drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns sehr häufig als Synonym genutzt. Aber was noch? Im Rathaus hat jemand den Vorschlag unterbreitet: Tollensesee- und Hochschulstadt Neubrandenburg. Viel zu sperrig, reagieren schon einige. Eine neue Zusatzbezeichnung für eine Kommune zu finden, ist schon schwierig genug – die muss dann aber auch den strengen Kriterien im Schweriner Innenministerium standhalten. Die Entscheider in der Landeshauptstadt wachen mit Argusaugen darüber, ob der Zusatz auch historischen oder geografischen Besonderheiten gerecht wird.

Kuriose Vorschläge

Nachdem der Nordkurier über die Namenssuche berichtete, haben sich sofort Neubrandenburger zu Wort gemeldet. Mit mehr oder weniger ernst zu nehmenden Vorschlägen. Einer aus der Grins-Abteilung stammt von Willy Liebelt, der nach eigenen Angaben viel in Europa und in Deutschland herumkommt: „Ich schlage den Zusatznamen Rollatorstadt vor. Ich habe noch nirgends so viele Leute mit Rollator gesehen wie in Neubrandenburg“, schreibt Willy Liebelt. Klar, dass viele andere, wie zum Beispiel Henryk Cichowski, den Begriff Viertorestadt favorisieren. Der Neubrandenburger denkt sogar noch weiter und wünscht sich den Zusatznamen: Viertorestadt am Tollensesee. Eine „Kombination aus historischer Stadtarchitektur und Naturraum“, schreibt Henryk Cichowski. Jürgen Düsing, der die wechselvolle Geschichte des Militärs in Neubrandenburg vor seinem geistigen Auge hat, schlägt den Namen „Garnisonsstadt Neubrandenburg“ vor. Allerdings – so viel Militär wie früher marschiert ja längst nicht mehr in der Stadt umher.

Wie bunt sich das Leben in Neubrandenburg darstellt, beweist der Vorschlag von Uwe Schmaling. Der schlägt vor, ungewöhnlich, wie er selbst schreibt, der Stadt den Namen „Stadt der vier Tore und Raumfahrer“ zu verpassen. Donnerwetter! Aber, so begründet der Mann seine Idee, „unsere Stadt besuchten schon 48 Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten, so viele wie keine andere europäische Stadt“. Und in diesem Jahr, so Schmaling weiter, werden im Herbst zu den Tagen der Raumfahrt die Raumfahrer Nummer 49 und 50 erwartet.

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