Westen: Zwei Tonnen Müll sammelten Bürger und Jäger auf den Waldwegen in Wulkenzin ein.
Westen: Zwei Tonnen Müll sammelten Bürger und Jäger auf den Waldwegen in Wulkenzin ein. Thorsten Loop
Süden: Der Hegering Groß Nemerow machte sich mit vereinten Kräften auf die Jagd nach dem Müll im Wald, ho
Süden: Der Hegering Groß Nemerow machte sich mit vereinten Kräften auf die Jagd nach dem Müll im Wald, holte massenhaft Autoreifen, Glasflaschen und Plastikmüll aus dem Forst südlich. Marco Demmin
Osten: Zwischen Küssow und Warlin nahm der Müll laut Beobachtern zuletzt wieder zu, darüber hinaus entledigten
Osten: Zwischen Küssow und Warlin nahm der Müll laut Beobachtern zuletzt wieder zu, darüber hinaus entledigten sich hier einige offenbar auf den Feldern ihres Sperrmülls. Hans-Albrecht Witte
Osten: Zwischen Küssow und Warlin nahm der Müll laut Beobachtern zuletzt wieder zu, darüber hinaus entledigten
Osten: Zwischen Küssow und Warlin nahm der Müll laut Beobachtern zuletzt wieder zu, darüber hinaus entledigten sich hier einige offenbar auf den Feldern ihres Sperrmülls. Hans-Albrecht Witte
Abfall

Illegaler Müll bleibt Ärgernis im Raum Neubrandenburg

Sperrmüll auf dem Acker, Abfall im Wald, „wilde Verkippungen” überall. Die Kosten für die Beseitigung steigen wieder merklich an.
Neubrandenburg

Autoreifen, Schrott uns sogar einen alten Sessel. Es war eine beachtliche Sammlung, die der Hegering Groß Nemerow bei seiner „Jagd“ nach dem achtlos weggeworfenen Müll aus dem Wald. Innerhalb von nur drei Stunden füllte sich ein ganzer Container, mit der die Firma Remondis die Freiwilligen unterstützt hat. Ein besonderes Ärgernis: Glasflaschen, die „nicht nur eine Verletzungsgefahr, sondern auch Waldbrandgefahr darstellen können“, wie Hegeringsleiter Marco Demmin betont.

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Die Ergebnisse der Müllsammlungen gleichen sich. Wochen vor dem Hegering im Süden der Kreisstadt war Förster Thorsten Loop mit Jägern und Bürgern in der Gemeinde Wulkenzin, westlich von Neubrandenburg unterwegs, um Waldwege vom Unrat zu befreien. Zwei Tonnen kamen in drei Stunden zusammen.

„Unglaublich“, kommentierte der Leiter des Reviers Neuendorf. Im Osten zwischen Küssow und Warlin beklagen Anwohner und Landwirt Hans-Albrecht Witte, dass gerade sogenannter Zivilisationsmüll zugenommen hat. Spaziergänger und „fetende Jugendliche“ würden die Gegend verunreinigen. Nahe des Radwanderweges bei an der Datzeniederung sei jüngst mehrfach Sperrmüll entsorgt worden, weiß Hans-Albrecht Witte zu berichten.

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Ob große Möbel oder kleine Plastikreste, die illegale Müllentsorgung bleibt ein Ärgernis für Waldbesucher, Jäger, Förster und nicht zuletzt den Steuerzahler. Denn nur allzu oft muss der Landkreis selbst beräumen. 230 Mal sei das etwa im Jahr 2021 geschehen. Obwohl die Kurve der Beräumungen damit über die vergangenen Jahre nach unten geht, stiegen die Kosten wieder an, lagen bei 51.000 Euro, wie der Landkreis mitteilt.

Stadt verzichtet auf weitere Müllsammlungen

„Wer illegale Müllablagerungen findet, kann dies der zuständigen Gemeinde oder Amtsverwaltung melden“, heißt es vom Landkreis. Diese geben die Informationen weiter, im Falle einer Zuständigkeit räume man dann die Verkippungen schnellstmöglich weg. „Das klappt sehr gut“, betont ein Landkreissprecher.

Doch auch die Behörden können nicht jedem achtlos Müll hinterherjagen, zugleich hat das Engagement der Freiwilligen auch seine Grenzen. Erst Anfang April hatten mehrere Kommunen zum großen Frühjahrsputz aufgerufen, alleine in Neubrandenburg waren dabei neben Sperrmüll etwa 60 Müllsäcke mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von 100 Litern zusammengekommen.

Auf weitere organisierte Müllsammlungen will die Stadt lieber verzichten. Der Bedarf zu mehr Verschönerungsaktionen sei gegeben, jedoch ließen sich solche zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr schwerer realisieren, heißt es aus dem Rathaus. Die Motivation der Bürger dürfe nicht überfordert werden, zudem passe der Frühling wegen der noch fehlenden Vegetation als Jahreszeit recht gut.

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Der Landkreis verweist mit Blick auf die wiederkehrenden Müllablagerungen an Feldern und Wäldern auf ein kontinuierlich verbessertes Entsorgungssystem, das er anbietet. So müssen die Bürger seit diesem Jahr etwa nicht mehr auf das Schadstoffmobil warten, sondern auf den einen Tag, an dem sie Altöl, Medikamente und Co. am Wertstoffhof in ihrer Nähe abgeben können. Sperrmüll und Elektrogeräte würden sogar zwei Mal im Jahr kostenfrei abgeholt oder dauerhaft kostenlos angenommen. „Die Möglichkeit, seine Abfälle komfortabel und kostenfrei zu entsorgen, ist also da. Sie muss nur genutzt werden.“, resümiert der Landkreis nicht ohne Warnung. Den Verursachern drohen Bußgelder oder sogar Strafanzeigen, wenn sie erwischt werden.

Landwirt Hans-Albrecht Witte hofft gerade mit Blick auf den Müll im Osten Neubrandenburgs, dass Wanderer und Küssower die Augen offen halten „und die Müllfrevler ein schlechtes Gewissen bekommen“, wie er es ausdrückt. Immerhin belaste deren Faulheit und Unbedachtheit alle anderen. Besonders die Anwohner oder Waldbewohner, denen der Müll vor die Nase gekippt wird.

 

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