Lebendiges Exponat in Friedland: Ein freier preußischer Jäger steht „Nachts im Museum“ und macht Rappor
Lebendiges Exponat in Friedland: Ein freier preußischer Jäger steht „Nachts im Museum“ und macht Rapport bei Bürgermeister Frank Nieswandt. Mirko Hertrich
Kutlur

Im Dunkeln wird das Museum in Friedland lebendig

Zu später Stunde lockte das Friedländer Museum mit einer ungewöhnlichen Aktion. Die Besucher konnten mit Lampen das finstere, aber lebendige Museum erkunden.
Friedland

Frei nach dem Filmklassiker „Nachts im Museum“ sind am Wochenende in Friedland die historischen Figuren zu neuem Leben erwacht. Eingehaucht wurde ihnen dieses von freiwilligen Darstellern aus den Reihen des Friedländer Heimat- und Geschichtsvereins, die in alten Uniformen, Rüstungen und Trachten Position im ansonsten dunklen Museum in der Mühlenstraße bezogen hatten und so Stadtgeschichte erlebbar machten. Die meisten von ihnen seien extra für den Abend angereist, einer sogar aus München, wie Museumsleiter und Vereinsvorsitzender Frank Erstling sagte. Im Schein von elektrischen Lampen, welche die Besucher am Eingang ausgehändigt bekamen, gab es zwölf Figuren aus der bewegten Stadtgeschichte Friedlands zu erleben.

Zahlreiche Friedländer folgten dem Angebot, welches es das erste Mal 2019 zum 775-jährigen Stadtjubiläum gab, damals aber noch in Kombination mit einem Stadtspaziergang. „Mit der Folge, dass wir plötzlich 150 Leute im Museum stehen hatten“, sagte Frank Erstling. Solche eine Führung kann er sich wieder vorstellen, angesichts des begrenzten Platzes allerdings dann mit separatem Museumsbesuch.

Lockerungen machen Event möglich

2021 zum 777. Stadtgeburtstag musste das „Nachts im Museum“-Format wie viele andere geplante Festivitäten wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Mit den jüngsten Lockerungen konnte es nun durchgeführt werden, was vor allem viele Familien anzog, die dann nach bestandenem 3G-Nachweis mit Kindern, E-Lampions und Mund-Nasen-Schutz durch die unbeleuchteten Etagen der städtischen Kultureinrichtung zogen.

Dort hatte beispielsweise ein freier preußischer Jäger in Uniform und mit Waffe Posten bezogen und berichtete den Interessierten über die Napoleonischen Befreiungskriege, in denen auch Friedlands „Heldenmädchen“ Friederike Krüger kämpfte. In der Schwarzen Küche trieben Hexen ihr Unwesen, allerdings eher freundlich als furchteinflößend. Kleine und große Besucher bekamen erst mal die Füße abgestaubt.

Werbung für das Museum

Von dem Angebot im Museum machten sich auch Friedlands neuer Stadtpräsident Helmut Dröse sowie Rathauschef Frank Nieswandt (Linke) ein Bild. Der Stadtpräsident zeigte sich erfreut, dass mit den Lockerungen wieder „mehr aufgemacht werden kann und die Leute auch raus können“. Der Bürgermeister sah in der Aktion eine gute Werbung für das Museum, dessen Konzept er überarbeiten lassen möchte, „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten“.

Auch den Besuchern gefiel die Aktion des Museums weitgehend gut. Einem Mann mit Enkel war es allerdings zu dunkel, wie er äußerte. Er habe diesem anhand der Exponate gar nichts über die Friedländer Kleinbahn erklären können. Der Museumschef riet scherzhaft: „Dann müsst ihr besser bei Tag herkommen.“

 

zur Homepage