WIRTSCHAFT

Im Neubrandenburger Kaufhof gibt es wieder Mode

Während der ehemalige Kaufhof ausgeräumt wird, gibt es dort als Zwischennutzung Mode für den kleinen Geldbeutel. Und welcher Laden geht auf Dauer dort rein?
Es wird voraussichtlich bis Sommer dauern, bis das denkmalgeschützte Gebäude für eine Sanierung endgültig
Es wird voraussichtlich bis Sommer dauern, bis das denkmalgeschützte Gebäude für eine Sanierung endgültig leer ist. So lange gibt es als Zwischennutzung ein Modeangebot Foto: Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Ein Teil der Schaufenster in der ehemaligen Kaufhoffiliale in Neubrandenburg hat sich mit neuem Leben gefüllt. An der Ecke Turm-/ Stargarder Straße direkt am Haupteingang des Mitte Oktober nach 60 Jahren geschlossenen Kaufhauses kann man seit Wochenmitte wieder Modewaren in Augenschein nehmen, die zu einem günstigen Preis angeboten werden.

Große Ausräumaktion

Vor allem Damenmode ist zu finden, Kleider, Schuhe und auch Accessoires. An der bekannten Säule des denkmalgeschützten Baus aus DDR-Zeiten stapeln sich die Jeans, daneben finden sich Winterschuhe. Verantwortlich für die neue Zwischennutzung der ehemaligen Verkaufsflächen ist Khawer Klein von der Hilfsorganisation „German Medical Help“, der von dem Besitzer der Immobilie damit beauftragt wurde, das Gebäude leerzuräumen. Zusammen mit dem Nordkurier, den Stadtteilbüros und dem Citymanagement brachte er kostengünstig bis umsonst zahlreiches Inventar an den Mann, besser gesagt an Vereine und Verbände.

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In seinem eigentlichen Beruf ist der Rheinländer Modegroßhändler. Nun nutzt er die Zeit, in der er und seine Mitarbeiter das großflächige Gebäude leer räumen für eine anschließende Sanierung, um in einem kleinen abgegrenzten Bereich Mode zu veräußern. Da er mit dem Besitzer der Immobilie befreundet ist, muss er keine Miete zahlen und nutzt diesen Kostenvorteil, um das Angebot günstig feilzubieten.

Mitarbeiter gesucht

Für dieses Gewerbe suchte er zur Unterstützung auch noch eine Vollzeitkraft und Aushilfskräfte. „Voraussichtlich bis zum Sommer werden wir das Geschäft betreiben“, sagt Khawer Klein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird es seiner Schätzung nach dauern, bis das Gebäude mit seinen zwei Etagen inklusive Dachgeschoss und einem weitläufigen Keller endgültig leer ist.

Was dann mit dem Komplex geschieht, ist noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Der Eigentümer will den denkmalgeschützten Bau sanieren. Offensichtlich gibt es Interessenten für eine Nachnutzung. Hinter vorgehaltener Hand wird von einem Lebensmitteldiscounter berichtet, der ein Auge auf das Erdgeschoss geworfen haben soll. City-Manager Michael Schröder wünscht sich, dass die Sanierung besser heute als morgen beginnt und schnell ein neuer Mieter einzieht. Das Bekleidungsgeschäft ist für ihn lediglich eine Zwischennutzung, die weder eine Belebung schafft noch mit seinem Angebot eine große Konkurrenz für die etablierten Geschäfte darstellt. Für die ansonsten leeren Schaufenster des ehemaligen Kaufhauses hatte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) kürzlich eine Gestaltungslösung angekündigt, die aktuell in der Abstimmung mit den Behörden ist.

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