LUFTWAFFE

Tornado donnert im Tiefflug über Rowa hinweg

Grundsätzlich ist der militärische Flugverkehr klar geregelt. Doch jetzt flog ein Bundeswehr-Kampfflugzeug besonders nah über ein Dorf bei Neubrandenburg. Warum?
Tim Prahle Tim Prahle
In Rowa befand sich ein Tornado in ungewöhnlichem Tiefflug. (Symbolbild)
In Rowa befand sich ein Tornado in ungewöhnlichem Tiefflug. (Symbolbild) Patrick Seeger
Rowa.

Wer kennt ihn nicht, den Beginn der alten Bauernregel: „Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen.“ Daran gemessen müssten besagte Vögel zuletzt weit oben geflogen sein, übte sich das mecklenburgische Wetter in den vergangenen Tagen doch zumeist in frühsommerlicher Aufmachung. Über Kampfflugzeuge und ihre Flughöhe gibt es indes bislang noch keine Bauernregel. Beachtung finden die Maschinen dennoch regelmäßig – gerade wenn ihre Flughöhe besonders niedrig erscheint. So lockte der Lärm einer Maschine vergangenen Freitag einen Nordkurier-Leser aus Rowa nach draußen. „Ein Flieger war so dicht über mir, dass ich sogar Details an der Maschine erkennen konnte“, wusste er zu berichten. Das könne – auch mit Blick auf den entstandenen Lärm – ja nun wirklich nicht rechtens sein, meint er.

„Die Geschwader haben sehr strenge Auflagen“, sagt Oberstleutnant Matthias Ackermann vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage. Demnach gelte über dünn besiedelten Gebieten eine Mindesthöhe von 300 Metern, in Städten mit über 100. 000  Einwohnern eine Mindesthöhe von 1000 Metern. „Wir nehmen dennoch auch in kleineren Städten Rücksicht“, betont der Oberstleutnant. Will heißen: Auch in Städten wie Neubrandenburg oder Stralsund fliegen die Maschinen weitaus höher. „Aber bei klarem Himmel kommen einem die Flieger grundsätzlich näher vor.“ Im Falle des Rowaers lag der Beobachtung jedoch wohl keine optische Täuschung zugrunde.

150-Meter-Flug war angemeldet

Eine Nachfrage des Nordkurier beim zuständigen Luftfahrtamt der Bundeswehr ergab, dass sich ein Flugzeug des Typs Tornado an diesem Vormittag tatsächlich über Rowa befand. Es habe die Ortslage einmal in einer Höhe von 150 Metern und einmal in Höhe von 300  Metern überflogen. Die Tornados werden aktuell nur von den Geschwadern 33 mit Sitz in Cochem (Rheinland-Pfalz) und 51 mit Sitz in Kropp (Schleswig-Holstein) geflogen. Eine Nachfrage beim Luftfahrtamt ergab zudem, dass der 150-Meter-Flug von Rowa im Vorfeld ordnungsgemäß angemeldet war. Die normal zulässige Höhe von 300 Meter „darf innerhalb eines vom Bundesminister der Verteidigung streng limitierten Kontingents unterschritten werden und liegt dann bei 500 Fuß (etwa 150 m über Grund), dies setzt einen Antrag beziehungsweise Auftrag und eine Genehmigung voraus“, teilte der Sprecher des Luftfahramtes dem Nordkurier mit. Was der Anwohner aus Rowa an diesem Vormittag beobachten konnte, sollte demnach eher eine Seltenheit bleiben.

Ganz im Gegensatz zu dem Lärm, der rund um und in Neubrandenburg immer wieder mal zu hören ist. So knallte es im September vergangenen Jahres zwei Mal über Neubrandenburg, als ein Eurofighter die Schallmauer durchbrach. Besorgte oder verärgerte Bürger können sich in solchen Fällen an die Flugbetriebs- und Informationszentrale der Bundeswehr wenden. Dort sollen sämtliche Daten zu militärischen Flugbewegungen überwacht und archiviert werden. Das kostenlose Bürgertelefon ist unter der Nummer 0800 8620730 zu erreichen.

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