Das Gesundheitsamt impft Astrazeneca nach den Empfehlungen der STIKO.
Das Gesundheitsamt impft Astrazeneca nach den Empfehlungen der STIKO. JOEL SAGET
Astrazeneca

Impftag in der Seenplatte - massive Probleme bei der Reservierung

Eine Altersbeschränkung bei der Terminvergabe hat einige Menschen irritiert. Sie müssen ihre Hoffnung auf eine Impfung am Samstag aber dennoch nicht aufgeben. Dafür brauchen sie aber Zeit.
Seenplatte

Einige Probleme bei der Registrierung für eine Impfung mit Astrazeneca am Wochenende in der Seenplatte sorgten in den letzten Tagen für reichlich Verwirrung. Offenbar konnten Menschen älter als 69 Jahre keinen Termin für die Sonderaktionen mit dem Astrazeneca-Impfstoff am Samstag in Neubrandenburg, Mirow und Demmin buchen. Verzweifelte Leser wandten sich an den Nordkurier. Sie fürchteten, nicht berücksichtigt zu werden.

Ältere müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen

Und tatsächlich: In der Online-Anmeldung auf www.corona-impftermin-mv.de lässt sich neben den ersten beiden Prioritätsgruppen und Einzelfallentscheidung nur die Gruppe „Astrazeneca für 60-69-Jährige ohne Priorität” auswählen. Dabei möchten offenkundig auch viele Ältere die Gelegenheit nutzen, sich impfen zu lassen.

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Sie müssen ihre Hoffnung auf eine Impfung mit Astrazeneca am Samstag aber deshalb nicht aufgeben. Im Zweifel können sie das HKB in Neubrandenburg, die Mirower Amtsverwaltung oder die Turnhalle der Berufsschule in Demmin zwischen 8 und 18 Uhr durchaus auch ohne Termin aufsuchen, wenn sie eine lange Wartezeit in Kauf nehmen.

Drei Stunden in der Hotline

„Im Landkreis MSE werden nach einem ärztlichen Beratungsgespräch und der persönlichen Entscheidung auch über 69-jährige Personen geimpft”, bestätigte Kreissprecherin Tilla Steinbach dem Nordkurier. Damit halte sich das Gesundheitsamt trotz allem an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Denn die habe sich für eine Impfung von Menschen ab 60 Jahren ohne die entsprechende Einschränkung des Callcenters ausgesprochen.

Doch auch bei der Buchung des richtigen Ortes stießen einige Nordkurier-Leser auf Schwierigkeiten. „Ich war bei der Hotline fast drei Stunden in der Warteschleife, nur damit die mir sagen können, dass das HKB nicht hinterlegt”, schildert ein 66 Jahre alter Neubrandenburg seinen frustrierenden Versuch, einen Termin zu bekommen. Er habe sich extra bemüht, um am Sonnabend nicht stundenlang warten zu müssen.

„Wir haben der Corona-Hotline des Landes alle drei Standorte für den Impftag gemeldet”, sagt wiederum Kreissprecherin Tilla Steinbach. Neben Neubrandenburg finden auch in Mirow und in Demmin am Sonnabend Impftage statt. Wieso es das HKB offenbar dennoch nicht ins System der vom Land betriebenen Hotline geschafft hat, wisse sie nicht. „Wir sind aber darauf eingestellt, dass viele Menschen ohne Termin kommen werden.”

Buchungssystem zu unflexibel

Offenbar ist das Buchungssystem für die spontanen Impftage, an denen ausschließlich Astrazeneca verimpft wird, mit ihren strengen Gruppeneinteilungen zu unflexibel. Im Gesundheitsministerium, das die Vermittlung der Impftermine im Callcenter und auf dem Online-Portal verantwortet, wird auf Nordkurier-Nachfrage lediglich auf die vom Landkreis bestellten Buchungsplätze verwiesen. „Aus welchen Gründen Bürger der Mecklenburgischen Seenplatte möglicherweise keinen Termin erhalten haben, lässt sich von hier aus nicht nachvollziehen”, so Ministeriumssprecher Gunnar Bauer.

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