CORONAVIRUS

Impfzentrum Trollenhagen startet mit Probelauf

Das Impfzentrum am Flughafen Neubrandenburg Trollenhagen soll diese Woche endlich seinen Betrieb aufnehmen – wenn auch zunächst auf Sparflamme. Derweil regt sich erneut Kritik an der Impfstoffverteilung.
Beim Impfzentrum in Trollenhagen sollen ab Dienstag die ersten zentralen Impfungen des Landkreises durchgeführt werden.
Beim Impfzentrum in Trollenhagen sollen ab Dienstag die ersten zentralen Impfungen des Landkreises durchgeführt werden. Mirko Hertrich
Bei dem Probelauf rechnet der Landkreis zunächst mit 25 Menschen täglich. Im Wartebereich müssen sie nach der I
Bei dem Probelauf rechnet der Landkreis zunächst mit 25 Menschen täglich. Im Wartebereich müssen sie nach der Impfung noch eine Viertelstunde zur Beobachtung warten. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Am 12. Januar startet in der Mecklenburgischen Seenplatte auch das Impfzentrum Trollenhagen. Wie der Landkreis dem Nordkurier bestätigte, stehen für die Woche ab Dienstag täglich 25 Impfdosen zur Verfügung. Nicht gerade viel, aber: „Dies ist ein Probelauf für die organisatorischen Abläufe im Impfzentrum Neubrandenburg“, schreibt der Landkreis. Entsprechend der Empfehlung durch die Ständige Impfkommission sollen vor allem Senioren über 80 geimpft werden, die nicht in einem Alten- oder Pflegeheim leben. Die ersten Anschreiben sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits rausgegangen.

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Die Verwaltung hatte vom Land die Aufgabe erhalten, bis zum 12.  Januar das Impfzentrum startklar zu machen. Dennoch war lange unklar, ab wann es hier auch Impfungen geben wird. Die ersten 1900 Impfdosen, die der Landkreis bislang zugeteilt bekam, sind über vier mobile Teams an Mitarbeiter und Bewohner von 25 Pflegeheimen gegangen. Doch im gesamten Kreisgebiet warten noch immer 97 weitere Einrichtungen auf den Impfstoff. Zu Ihnen wird ein Großteil der neuen Dosen gehen. Insgesamt soll die neue Lieferung ab dieser Woche für 1560 Menschen reichen, teilt der Landkreis mit.

Sonderbusse fahren im Stundentakt

Der „Probelauf“ mit der Verimpfung von insgesamt gerade mal 100 Dosen am Flughafen wird auch bereits durch die kreiseigene Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) unterstützt. Sie wird im Stundentakt zwischen 7.40 und 16.40 Uhr vom Neubrandenburger ZOB zum Impfzentrum fahren. Der Sonderfahrplan für die Linie 300 trete am Dienstag in Kraft, teilt die MVVG mit. Wie es nach dieser Woche im Impfzentrum weitergeht, hängt weiter direkt an den Impfdosen, die der Kreis vom Land zugeteilt bekommt.

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Genau bei diesem Aspekt meldet sich erneut Kreistagsmitglied Andreas Rösler (AfD) zu Wort. Als Direktkandidat für die Landtagswahl mit naturgemäß hervorstehendem Interesse an öffentlicher Aufmerksamkeit hatte Rösler gerade erst die Verteilung des Impfstoffs innerhalb des Landkreises kritisiert – und in der Folge unter anderem von der Linken harsche Kritik geerntet. Nun geht es eine Ebene hinauf.

Seenplatte konnte Extra-Impfdosen nicht spontan verteilen

„Es ist skandalös, wie die Impfdosen im Land verteilt werden, und dass die Verantwortlichen in der Verwaltung des Landkreises dieses selbst nicht feststellen bzw. auch nicht mehr Impfdosen einfordern“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Was Rösler meint: Während der Seenplatten-Kreis bislang erst 1900 Impfdosen bekam, erhielt die Stadt Schwerin trotz viel weniger Einwohnern schon 2200 Impfdosen. Für Rösler ist klar: „Der Landkreis hat zu wenige Impfdosen erhalten.“ Doch Nachfragen beim Gesundheitsministerium und dem Landkreis zeigen ein anderes Bild. Tatsächlich haben die kreisfreien Städte Rostock und Schwerin sowie die Landkreise alle die gleiche Menge an Impfdosen erhalten: 1900. Über die Feiertage hatte das Gesundheitsministerium dann spontan noch 500 Impfdosen zu verteilen und alle angefragt.

Doch für die Seenplatte war diese kurzfristige Verwendung „nicht praktikabel“, wie die Kreisverwaltung erklärt. Denn die Impfungen benötigen einen zeitlichen Vorlauf, etwa wegen der Bereitschaftsabfrage, für die Erstellung des Tourenplans und auch, weil bei einigen Senioren die schriftlichen Einverständniserklärungen der Betreuungspersonen nicht vorliegen. Der Impfstoff muss hingegen innerhalb von fünf Tagen verbraucht werden. „Die Aussage, der Landkreis hätte zu wenig Impfstoff erhalten, ist also eindeutig falsch“, sagt Kreissprecherin Tilla Steinbach.

Schweriner Pflegeheime schon einmal durchgeimpft

Etwas unkomplizierter schien die Organisation da in der Landeshauptstadt. Sie sicherte sich gleich 300 der 500 zusätzlichen Impfdosen. „Wir waren personell und logistisch gut aufgestellt, sodass wir diese Impfdosen verarbeiten konnten“, heißt es von der dortigen Pressestelle. Der Schweriner Vorteil: Der Fokus richtet sich auf lediglich 20 stationäre Pflegeheime. Alle seien inzwischen einmal durchgeimpft, führt Stadtsprecherin Michaela Christen aus. Zudem wurden den Helios-Kliniken 680 Dosen zur Verfügung gestellt.

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Kommentare (3)

Erst werden Menschen im stündlichen Bus zum Impfzentrum eingepfercht um dann mit 1,5 oder 2m in der Schlange zu stehen. (Natürlich erst wenn das äußerst knappe Gut ausreichend vorhanden und/oder die "Impfwilligkeit" des selbstständig denkenden Volkes erzwungen ist.)

Bei dem vorhandene Impfstoff reicht es die 25 Personen mit dem Taxi hochzufahren, falls sie nicht selbstständig in die Wallachei kommen. Man sollte doch erst mal zur Probe ein paar streunende Hunde oder Katzen beimpfen. Schade, das so viel kostenintensives Personal für dei wenigen Kunden den ganzen Tag vorgehalten werden muss. Besser wäre es die wenigen zu Hause zu impfen

Und dafür braucht es ein impfzentrum.
Neubrandenburg wird immer lustiger.