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In Burg Stargard beginnt Streichkonzert

Das ist ein ganz schöner Brocken! Burg Stargard muss rigoros Geld sparen. So will es die Kommunalaufsicht. Einrichtungen, die seit Jahrzehnten zum Stadtbild gehören, können dem Rotstift zum Opfer fallen. Das Bangen beginnt.

In Burg Stargard wird der Rotstift angesetzt.
Armin Weigel In Burg Stargard wird der Rotstift angesetzt.

Die Stadtbibliothek von Burg Stargard zählt hunderte Nutzer.Trotzdem droht die Schließung zum Jahresende. So ist es dem jüngsten Vorschlag der CDU-Fraktion zu entnehmen. Sie hatte eine Maßnahmenliste vorgestellt, mit Hilfe derer die Stadt Geld sparen könnte. Denn Burg Stargard hat ein Defizit von 800 000 Euro. Es drohe die finanzielle Zwangsverwaltung, heißt es in der CDU-Stellungnahme.

Daher stehen freiwillige städtische Ausgaben auf dem Prüfstand. Zu ihnen gehören der Tierpark, die Burganlagen, die Touristen-Information, das Marie-Hager-Haus und die Stadtbibliothek. Von einer Steuererhöhung als mögliche Variante, um an mehr Geld zu kommen, will die CDU-Fraktion nichts wissen. Die Hebesätze befänden sich bereits jetzt über dem Landesdurchschnitt, so die Argumentation. Deshalb zückten die Politiker den Rotstift und machten Vorschläge, wie und warum sie Geld einsparen wollen.

Mit der Schließung der Touristen-Information rechnen sie mit Einsparungen in Höhe von 40 000 Euro pro Jahr. Derzeit sei dieses Angebot überdimensioniert und werde nicht in gewünschtem Umfang frequentiert, heißt es. Daher soll die Touristen-Information am Markt ihre Türen ab 2016 schließen.

Für das Hager-Haus wurden europäische Fördergelder beantragt. Sollten diese fließen, kann sich die CDU-Fraktion vorstellen, dass im dann neuen Anbau des Hager-Hauses eine Leseecke oder ein Lesecafé eingerichtet werden könnte mit künstlerisch ausgerichteter Literatur aus der Stadtbibliothek. Der verbleibende Teil der Stadtbibliothek werde pädagogischen Einrichtungen angeboten. Der Rest soll dann der Neubrandenburger Stadtbibliothek überlassen werden. Ein wöchentlich organisierter Kleinbus könnte Bürgern ermöglichen, die Neubrandenburger Ausleihe zu besuchen. Die Kosten wolle die Stadt tragen. Die Maßnahme soll Geld in Höhe von 50 000 Euro sparen – so die Rechnung.

Einzig die Burganlage kommt bei diesem Maßnahmenplan offenbar mit einem blauen Auge davon. Die Stadtvertreter wollen am Mittwoch in einer Sondersitzung ab 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus über diese Vorschläge diskutieren und sicher auch entscheiden, welche Ideen in die Tat umgesetzt werden. Im Vorfeld haben die Mitglieder des Fördervereins Tierpark Burg Stargard für Mittwoch um 18.30 Uhr eine Demonstration gegen die vorgeschlagene Tierpark-Schließung angekündigt.

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Kommentare (1)

In der Vorlage der CDU-Fraktion steht auch, dass 110.000,-€ für die Verbesserung der Parkplatzsituation vor dem Tierpark und für die Strom- und Wasserversorgung ausgegeben werden sollen. Was soll denn das Ganze, wenn der Tierpark dicht gemacht werden soll? 75.000,-€ brauchen wir zur Kofinanzierung eines INTERREG VA-Projektes, das genau diese Maßnahmen und viele weitere zur Attraktivitätssteigerung des Tierparks berücksichtigt. Damit gehen der Stadt 500.000,- € Fördergeld verloren. Als vernünftige Stadtpolitik kann man so ein Herangehen nun wirklich nicht bezeichnen. Über Geldmangel klagen und Bundes- und Landesmittel sowie die Möglichkeiten, über die Europäischen Fonds in den Wind schlagen. Das soll jemand noch verstehen? Und angebotene Hilfe wird auch nicht in Anspruch genommen. Dann ist es wohl politischer Wille, aber es wäre ehrlich gewesen, dass dann auch vor den Wahlen zu sagen. Der Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU-Vorsitzender) hat sich vor der Wahl ganz klar und eindeutig zum Bestand des Tierparks ausgesprochen. Kaum ist er gewählt, schon wieder vergessen! Danke CDU, hier macht dann alles zu.