Gewerbegebiet

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Industrieviertel in Neubrandenburg soll aus Ruinen auferstehen

Der Schandfleck in der Ihlenfelder Straße 108 soll bald als Beispiel dafür dienen, wie man das Industriegebiet zu neuem Leben erwecken kann.
Der Schandfleck in der Ihlenfelder Straße 108 soll bald als Beispiel dafür dienen, wie man das Industriegebiet zu neuem Leben erwecken kann.
Thomas Beigang

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont in der Ihlenfelder Straße: Das Gewerbegebiet in Neubrandenburg soll von Trümmern und Verwahrlosung befreit und zu neuem Leben erweckt werden.

Alle bisherigen Anstrengungen der Stadtverwaltung und der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG) in Neubrandenburg, das Industrieviertel rings um die Ihlenfelder und Warliner Straße aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, sind bisher nicht von großen Erfolgserlebnissen begleitet worden. Die Stadtvertretung soll deshalb einen Beschluss zur Revitalisierung des Gewerbegebiets fassen, so der Wunsch aus dem Rathaus.

Denn ohne den Einsatz von viel Geld, darüber herrscht Einigkeit, bleibt der Zustand auf großen Flächen so trostlos wie bisher. Eindringlich hat das Rathaus das Stadtparlament um dessen Zustimmung zu dem Plan gebeten. „Entlang der Ihlenfelder Straße befinden sich Gebäude in besonders verwahrlostem Zustand und prägen die Wahrnehmung des Industriegebiets maßgeblich negativ“, heißt es in der Vorlage.

Dabei will die Stadt mit dem Gewerbegebiet einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Denn die Kommune will mit den immerhin 250 Hektar gewerblicher Baufläche hoch hinaus, weil das Gelände wegen der Lage in der Stadt Neubrandenburg, dem hohen Erschließungsstandard und der guten Verkehrsanbindung über großes Potenzial verfügt.

Gewerbegebiet gekennzeichnet durch Leerstand

Zwar gebe es erfolgreiche Ansiedlungen wie das Blähtonwerk, das Unternehmen Valeo Thermal Bus oder jüngst das Softwareunternehmen Autosoft – aber grundsätzlich sei das Gebiet gekennzeichnet durch Leerstand, marode Bausubstanz, Verfall und Vandalismus, so die kritische Selbsteinschätzung.

Erschwert wird die Vermarktung auch durch die hohe Zahl der Grundstückseigner – bis zu 60 Personen sollen auf dem Areal Grundstücke besitzen, heißt es. Denen will die Stadt den Grund und Boden abkaufen, das Land beräumen und so potenziellen Investoren schmackhaft machen. Die Steuerung der ganzen Angelegenheit soll ausgeschrieben und an Dritte vergeben werden.

Brandruine als Paradebeispiel für Wiederbelebung

Dafür ist Geld nötig. Das Wirtschaftsministerium in Schwerin könnte sich vorstellen großzügig mit Fördergeld zu helfen. Drei Jahre lang soll alles jährlich eine Million Euro wert sein – für Grunderwerb, Abriss und Erschließung. 810.000 Euro stellt das Land, 190.000 Euro muss die Stadt hinblättern.

Als erstes gutes Beispiel dafür, wie im Industriegebiet später alles aussehen kann, soll die Brandruine in der Ihlenfelder Straße 108 dienen. Das Grundstück muss als Paradebeispiel für den Plan der Erweckung des Gewerbegebietes herhalten. „Wenn die Wiederbelebung des Gewerbegebietes gelingt“, sagte Michael Nötzel von der Wirtschaftsförderung, „können hier viele Millionen Euro investiert und Jobs geschaffen werden.“

In größeren und kleineren Unternehmen entlang der Ihlenfelder und Warliner Straße arbeiten heute knapp 3000 Menschen. Vor der Wende waren auf dem Areal einige der größten Betriebe der Stadt, wie das Wohnungsbaukombinat, das Reifenwerk und die Textilreinigung angesiedelt.