NEUE PLÄNE

Neubrandenburger Innenstadt bekommt doch ein Hotel

Nun also doch. Den Glauben an ein neues Hotel in der Neubrandenburger Innenstadt hatten schon viele verloren – nun soll aber noch in diesem Jahr der Startschuss für den Bau erfolgen.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Hier soll nun doch ein neues Hotel gebaut werden auf dem Areal in der Neubrandenburger Poststraße.
Hier soll nun doch ein neues Hotel gebaut werden auf dem Areal in der Neubrandenburger Poststraße.
Neubrandenburg.

Die Zeit ohne ein Hotel innerhalb der Stadtmauern soll in Neubrandenburg nun endgültig bald der Vergangenheit angehören. Wie der Nordkurier aus der Stadtverwaltung erfuhr, soll im Mai verkündet werden, wann genau die Bauerei startet. Nach ersten Informationen kommen Bagger und Spaten ab Herbst auf dem Areal in der Poststraße zum Einsatz. Hier stand früher den Neubrandenburgern und ihren Gästen ein holpriger Parkplatz zur Verfügung, bis der Neubrandenburger Maschinenbauunternehmer Günther Weber im Jahr 2015 bekannt gab, auf dem Gelände ein Vier-Sterne-Hotel bauen zu wollen. Die archäologischen Grabungen auf dem Grundstück dauerten lange – denn genau hier in Nachbarschaft der Stadtmauer sind bei den Ausgrabungen die Überreste von mehr als 2300 Menschen ausgegraben worden, die innerhalb von gut 200 Jahren bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestattet wurden – eine der größten Skelettserien Deutschland. Das neue Hotel sollte um das Mahnmal herum gebaut werden, das an die Synagoge erinnert, die im November 1938 den Flammen zum Opfer fiel.

Der Grundstücksbesitzer Günther Weber, der angesichts der vielen Diskussionen, der bürokratischen Hürden und der langen „Buddelei“ der Archäologen hatte schon vor einem Jahr gesagt, „eigentlich keine Lust“ mehr zu haben. Ob der Unternehmer, der schon damit Schlagzeilen machte, als er der Stadt eine Zwei-Millionen-Euro-Orgel schenkte, nun doch die Nobel-Herberge bauen will, ist noch unbestätigt. Wie es heißt, soll eine deutschlandweit bekannte Hotel-Gruppe das neue Neubrandenburger Hotel künftig führen. Das Unternehmen betreibt Hotels von der Insel Sylt bis nach München und ist in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem mit Häusern auf der Insel Rügen, in Rostock und Stralsund vertreten.

Seit im Dezember 2015 das Radisson-Hotel am Marktplatz dicht machte, bietet innerhalb der Stadtmauern kein Hotel mehr seine Dienste an. Das von vielen Neubrandenburgern geliebte Haus am Marktplatz musste den Plänen für den Neubau eines Geschäftshauses in der City weichen. Daran werkeln noch Bauarbeiter, in diesem Jahr soll der erste Teil des neuen „Marien-Carrées“ eingeweiht werden.

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Kommentare (2)

Wirklich tolles Bild. Mit dem direkten Blick auf den Neubrandenburger Hackerspace (im Wiekhaus). ;-)

Anstelle von einem Hotel sollte man lieber Wohnungen bauen, und ja auch Sozial Wohnungen. Ein Hotel brauchen wir nicht in der Stadt mehr. Zumal ja 2 Hotels eine Hostel und ein Pension im Umkreis vorhanden sind. Lässt die Innenstadt den Einwohnern.