Syrer aus Friedland

Intensivtäter soll Mithäftling in Hals gestochen haben

Ein polizeierfahrener Syrer, der in und um Neubrandenburg schon für viel Ärger gesorgt hat, muss schon wieder vor Gericht. Für eine Tat hinter Gittern.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Der Verdächtige und sein Neubrandenburger Anwalt Wolfgang Bartsch. (Archivbild)
Der Verdächtige und sein Neubrandenburger Anwalt Wolfgang Bartsch. (Archivbild) Felix Gadewolz
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Neubrandenburg.

Mohammad B., die Justiz – und immer noch kein Ende. Der 27-jährige Syrer, der in seinem Wohnort Friedland und im benachbarten Neubrandenburg in der jüngeren Vergangenheit mit Messerstechereien, Körperverletzungen und Drogenhandel von sich reden machte und gegenwärtig eine längere Gefängnisstrafe absitzt, muss schon wieder vor den Richter. Das teilte sein Anwalt, der Neubrandenburger Strafverteidiger Wolfgang Bartsch, mit.

Jüngster Coup des Kriminellen: Mohammad B. ist angeklagt, im Gefängnis Bützow einen Mitgefangenen verletzt zu haben. Der Mann hat, so der Vorwurf, einen Leidensgefährten mit einer Gabel in den Hals gestochen. Worum es bei dem Angriff ging, ist noch unklar. Vermutlich, so heißt es, soll es um Drogen gegangen sein.

Von Bützow nach Neustrelitz verlegt

Mittlerweile sitzt der junge Syrer, der nach seinem bisher letzten Prozess wegen Drogenhandels zu insgesamt drei Jahren hinter Gitter verurteilt wurde, nicht mehr in Bützow ein, sondern wurde nach Neustrelitz in die dortige Jugendanstalt verlegt. Aber nicht wegen des Angriffs auf einen Mitgefangenen und aus Furcht vor möglichen Rachefeldzügen, sondern wegen der Entscheidung des Justizministeriums, alle Straftäter unter 30 Jahren ihre Haft in Neustrelitz absitzen zu lassen.

Ob es aber zu einer Verhandlung kommt – zuständig wäre dann das Amtsgericht in Güstrow – ist noch fraglich, so Rechtsanwalt Bartsch. Dabei könnte, kommt ein medizinischer Sachverständiger zu der Auffassung, der Angriff auf den Hals des Mitgefangenen sei lebensgefährlich gewesen, die Anklage sogar ziemlich happig werden. Dann muss – statt von einer gefährlichen Körperverletzung – möglicherweise sogar von versuchtem Totschlag die Rede sein. Die Strafe dafür könnten zusätzliche Jahre hinter Gitter bedeuten.

Bei Messerstecherei selbst schwer verletzt

Besonders ein Vorfall, in den der junge Mann verwickelt war, ist Neubrandenburgern im Gedächtnis geblieben. Die Messerstecherei vom Pferdemarkt am 21. Februar 2017. Der Syrer war damals durch ein Messer verletzt worden, hatte sich in ein Auto gerettet und war von den Insassen ins Krankenhaus gebracht worden. Der Verletzte selbst war aber mit einem Teleskopschlagstock unterwegs und soll zuerst auf drei Menschen eingeschlagen haben, bevor er mit dem Messer verletzt worden war. Allein wegen dieser Tat hatte er vom Neubrandenburger Landgericht ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung aufgebrummt bekommen.

Kommentare (1)

Zitat: "Der Mann hat, so der Vorwurf, einen Leidensgefährten mit einer Gabel in den Hals gestochen." Woran leiden sie denn? An Vollzug oder Entzug?