Solar-Pläne für Georgendorf
Investor wirbt für sonnige Zeiten

Auf dem einstigen NVA-Gelände soll ein Solarpark entstehen. Alexander Rosenthal (kleines Bild) als neuer Eigentümer der Fläche möchte die Gemeinde für seine Solarpark-Pläne gewinnen.
Auf dem einstigen NVA-Gelände soll ein Solarpark entstehen. Alexander Rosenthal (kleines Bild) als neuer Eigentümer der Fläche möchte die Gemeinde für seine Solarpark-Pläne gewinnen.

Auf dem einstigen Militärgelände in Georgendorf will der neue Eigentümer eine Solaranlage errichten lassen. Über die gerade in der Gemeindevertretung vorgestellten Pläne muss nach der Wahl das neue Gremium entscheiden.

Wo schon gar zu lange Verwahrlosung und Verfall zu Hause sind, soll in absehbarer Zeit vor allem Sonne scheinen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Denn der neue Eigentümer des einstigen Armeegeländes im Pragsdorfer Ortsteil Georgendorf möchte dort auf zehn Hektar Land eine Solaranlage errichten lassen. Am liebsten hätte der Unternehmer Alexander Rosenthal, dessen Castus GmbH mit Sitz im brandenburgischen Bliesdorf (Landkreis Märkisch-Oderland) auf kommunale Umweltplanung spezialisiert ist, die Gemeindevertreter noch vor der Kommunalwahl für einen Aufstellungsbeschluss erwärmt. Doch so schnell ging das alles dann doch nicht.

Kein Wunder angesichts der langen und oft unerfreulichen Vorgeschichte: Zwar war das einstige NVA-Gelände noch bis in die 90er Jahre von der Bundeswehr genutzt worden. Als die sich zurückzog, verkaufte die Bundesanstalt für Immobilien das Areal an einen Privatbesitzer aus den alten Bundesländern. Der wiederum ist vor einigen Jahren verstorben. Die längst nicht mehr gesicherte Fläche samt verfallenden Bunker- und Gebäuderesten war der Verwahrlosung preisgegeben. Immer mal brannte es auf dem Areal; vor drei Jahren sorgte dort gar eine Gruppe junger Leute in Tarnkleidung mit Luftdruckwaffen für Aufregung.

Fokus liegt auf Solar-Energie

Spätestens dieser Vorfall, aber auch Verluste durch schuldig gebliebene Grundsteuer bestärkten die Gemeinde, eine Zwangsversteigerung herbeizuführen. Nun also gibt es wieder einen Eigentümer, der Pläne mit dem Grundstück hat. Rosenthal wirbt mit Partnern, die nicht „heute und morgen wieder abspringen“. Damit verweist er auf den Verbund Trianel, in dem mehr als 50 Stadtwerke zusammenarbeiten, um in erneuerbare Energien zu investieren. Der Fokus liege dabei vor allem auf Solar-Energie, weil bei Windkraft mittlerweile „nicht mehr so viel genehmigt“ werde.

Mit den geplanten Solaranlagen in Georgenhof wolle sich der Investor an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur beteiligen. Der Ertrag für die Gemeinde werde sich entsprechend gesetzlichen Regelungen auf 70 Prozent der Gewerbesteuer belaufen.

Dafür sollen die noch auf dem Gelände befindlichen Bauten abgerissen und Bunker eingeebnet werden, kündigt Rosenthal an. Auch von wild wuchernden Pappeln müsse die Fläche bereinigt werden. Die Ausgleichspflanzungen – Rosenthal zufolge mindestens 80 bis 100 Bäume – sollten vorzugsweise an gemeindlichen Wegen, zum Beispiel Fahrradwegen erfolgen. Für Lebensräume von Schwalben und Fledermäusen werde gemeinsam mit einem Biologen an Lösungsvorschlägen gearbeitet.

Wartung erfolgt aus der Ferne

Vom Betrieb der Anlage sollen die Anwohner kaum etwas merken, verspricht der Eigentümer. Wartung und Überwachung sollen aus der Ferne erfolgen. Zweimal jährlich werde die Fläche gemäht, und ein Gebüsch-Riegel soll dafür sorgen, dass den Anwohnern der Blick aus dem Fenster durch technische Installationen verdorben wird.

Die Beräumung der Fläche kann erst beginnen, wenn die Gemeinde den Aufstellungsbeschluss für die Neu-Nutzung gefasst hat. Nötig ist das, wie Rosenthal verdeutlicht, wegen der Anerkennung als Konversionsstandort, an dem also einstiges Militärgelände für zivile Zwecke umgestaltet wird. Mit dem Vorhaben wird sich nach der Wahl die neue Gemeindevertretung befassen. Von den bisherigen sechs Abgeordneten treten fünf bei der Kommunalwahl am 26. Mai wieder an, dazu vier weitere Kandidaten.

Kommentare (1)

Die Gemeindevertretung tut gut daran diesem Schwachs..... nicht zuzustimmen. Unsere Natur ist nicht dafür vorgesehen, sie mit irgendwelcher Technik vollzustellen. Dafür gibt es mittlerweile genug Flächen die eh nicht anderes genutzt werden könnten. (Dächer von Wohnhäusern und Hallen z.B.) Soll der Herr Investor doch seine Kohle den dort ansässigen Häuslebauern als Kredit für Solaranlagen anbieten. Mal sehen wie dort der Tenor ist. Zumal die Klimafreundlichkeit dieser Technologie nun auch nicht unumstritten ist. Wenn wir so weitermachen, brauchen wir uns um Tourismus und ähnliche Sachen bald keine Sorgen mehr machen. Die Gemeinde könnte isch z.B. bei anderen Eigentümern solcher Flächen zu Renaturierung schlau machen. Hier gibt es mit Sicherheit Möglichkeiten die zum einem dem Gemeinwohl und zum anderen der Natur und damit unsrem Klima zu Gute kommen. Fallt nicht auf solche Scharlatane herein. Der Vorgang ist unumkehrbar. Um das nochmal zu verbildlichen 10ha sind eine Fläche von 100.000m².