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Großes Vertrauen in die Zukunft

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Investoren sind sich sicher, dass die Stadt neue Läden braucht

Martin Ahrens, Alexander Folz und Ulf Wachholtz (von links) haben am Freitag Neubrandenburg besucht. Bis zum Sommer 2015 wollen ihre Firmen sich konkret festgelegt haben, wie die Zukunft der Marktplatz-Südseite künftig bebaut werden soll.
Martin Ahrens, Alexander Folz und Ulf Wachholtz (von links) haben am Freitag Neubrandenburg besucht. Bis zum Sommer 2015 wollen ihre Firmen sich konkret festgelegt haben, wie die Zukunft der Marktplatz-Südseite künftig bebaut werden soll.
Andreas Segeth

Die Käufer des Hotel-Komplexes haben Neubrandenburg seit Jahren intensiv beobachtet. Nun haben sie ihr Wunschgrundstück erworben.

Die Investoren für das Hotelquartier am Neubrandenburger Marktplatz vertrauen fest in die Zukunft des Handelsstandorts in der Innenstadt. Die Achim Griese Treuhandgesellschaft aus Hamburg und die Arcadia Investment GmbH haben das mehr als 7000 Quadratmeter große Grundstück erworben und planen hier – nach Abriss des jetzt dort noch bestehenden Radisson-Hotels – neue Einzelhandelsflächen zu errichten. „Die Nachfrage für Neubrandenburg ist dramatisch“, sagt Ulf Wachholtz, Geschäftsführer in der Griese-Treuhandgesellschaft. Das gelte allerdings nur für bestimmte zentrale Lagen und für Handelsflächengrößen zwischen 250 und rund 2000 Quadratmetern, die in der Innenstadt derzeit nicht zu haben sind.

Die Tatsache, dass andere Einkaufszentren, beispielsweise in der Oststadt oder auf dem Datzeberg, Probleme haben, Nachmieter für leere Ladengeschäfte zu finden, oder dass in Neubrandenburg schon jetzt mehr Einzelhandelsfläche als in vergleichbar großen Städten existiert, bereitet den Investoren kein Kopfzerbrechen. Man könne die verschiedenen Funktionen von Stadtteilversorgern und zentralen Einkaufszentren mit Bedeutung für das gesamte Umland nicht miteinander vergleichen, sagt Wachholtz. Zudem habe Neubrandenburg einen extrem hohen Zentralitätsfaktor, dieser liege bis zu 40 Prozent über dem von Leipzig, sagt Arcadia-Geschäftsführer Alexander Folz. Die Stadt Neubrandenburg versorge weit mehr Bürger als nur ihre Einwohner – sie sei das Zentrum für mehr als 350 000 Menschen. Die Kraft der Stadt liege zudem in ihrem starken Mittelstand – im guten Mix verschiedener Branchen kleiner und mittelgroßer Betriebe. Das gebe mehr Beständigkeit als ein einziger großer Arbeitgeber am Ort – wenn ein solcher wegbreche, könne es übel aussehen.

Man beobachte die gute Entwicklung in Neubrandenburg seit rund acht Jahren – nun habe sich die Möglichkeit ergeben, gemeinsam am Wunschstandort im Herzen der Stadt ein neues Projekt zu entwickeln. Konkret werden Arcadia-Chef Folz sowie seine beiden Mitinvestoren Ulf Wachholtz und Martin Ahrens von der Griese-Treuhandgesellschaft noch nicht.

Nachdem sie sich nun das Filetstück zwischen Marktplatz und Konzertkirche mit notariellem Kaufvertrag gesichert haben, wollen sie bis Mitte kommenden Jahres Baurecht schaffen und ein Projekt entwickeln, das einerseits auf die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Umgebung eingeht, andererseits natürlich auf die Belange interessierter Handelsketten oder Gastronomen. Auch wenn noch nicht feststeht, wie das künftige Gebäude genau aussieht, sei schon klar, dass die geplante Investitionssumme bei mindestens 30 Millionen Euro liege. Diese Schätzung basiere auf der bisherigen Erfahrung mit anderen Projekten dieser Art.

Das Hotel Radisson Blu residiert voraussichtlich bis Ende 2015 in dem Haus am Markt. Ob im Zuge der Neubebauung wieder ein Hotel entsteht, ist noch unklar. Wenn es Bedarf und eine interessierte Hotelkette gebe, werde man auch eines bauen, versichern die Investoren.