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Urlaub mit der Natur

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Ist der Tollensesee für den Tourismus noch zu retten?

Der fünftgrößte See des Landes, der Tollensesee, gilt auch im Jahr 2018 touristisch noch immer als kaum erschlossen. Viele Investoren warfen wegen der hohen Naturschutz-Hürden das Handtuch. 
Der fünftgrößte See des Landes, der Tollensesee, gilt auch im Jahr 2018 touristisch noch immer als kaum erschlossen. Viele Investoren warfen wegen der hohen Naturschutz-Hürden das Handtuch.
NK-Archiv

Viele Pläne hat es schon gegeben, um mit dem Pfund des Neubrandenburger Tollensesees besser zu wuchern. Aufgegangen sind davon bisher nur die wenigsten. Jetzt will jemand am Ostufer ganz dicke Bretter bohren und hat auch so seine Schwierigkeiten.

Werben mit dem Faktor Natur – denn davon gibt es reichlich und unverfälscht an den Ufern des Tollensesees. Für den „Urlaub mit der Natur im Einklang“ will jetzt ein Mann aus der Schweiz an Neubrandenburgs größtem Gewässer die ganz dicken Bretter bohren. Beat Brunner plant den Bau von acht Naturstammhäusern in Nonnenhof, um die hier in einem Ferienpark an Touristen zu vermieten. Eines steht schon, für andere sind die Fundamente gegossen. Aber der Schweizer ist schon im Verzug. Die Häuser sollten schon fertig sein, „aber Probleme mit Genehmigungen und Lieferanten sind schuld an den Verzögerungen“, sagte der Investor am Wochenende auf Nordkurier-Anfrage. Neuer Termin der Fertigstellung jetzt: Ostern 2019.

Für die Entwicklung des Tourismus erweist sich das Ostufer des Tollensesees schon seit 25 Jahren als schwieriges Terrain. Schon kurz nach der Wende scheiterten Pläne, einen Ferienpark mit 1200 Betten mitten in die Natur zu setzen. Vorhaben für einen kleines Feriendorf scheiterten ebenso – ein einziges Ferienhaus steht hier, erbaut schon 2009. Die traditionelle Ausflugsgaststätte in Nonnenhof verfiel, sämtliche Investoren warfen wegen der hohen Naturschutz-Hürden das Handtuch. Zuletzt die Müritzfischer, die hier Erlebnisgastronomie rund um den Fischfang anbieten wollten.

„Wir tun nichts und Investoren geben auf“

Das traurige Los der Tourismusentwicklung am Tollensesee reicht dem Neubrandenburger CDU-Stadtvertreter Hans-Jürgen Schwanke seit langem. Nicht nur der sanierungsbedürftige Radweg liegt dem Ratsherren auf der Seele – Schwanke holt zum Rundumschlag aus. Die Fischerinsel im Süden des Sees sei nicht zugänglich, aus den Plänen für die Bootsinsel im Kulturpark ist nichts geworden, Nonnenhof sei wohl für alle Zeiten erledigt, der Anlieger Bornmühle Geschichte und wer Gatsch Eck besuchen wolle, müsse auch noch Eintritt bezahlen. „Wir tun nichts und Investoren geben auf“, so das Fazit des erzürnten Stadtvertreters. Neubrandenburgs Verwaltungschef Silvio Witt sieht das anders und verweist auf die Entwicklung in Alt Rehse und auf die neuen Fundamente in Nonnenhof. „Vielleicht“, hofft Witt auf Nonnenhof, „gibt das auch etwas Auftrieb für den Bootsanleger in Nonennhof“. An den legt zwar regelmäßig das Linienschiff „Rethra“ an – allerdings steigt kaum jemand zu oder geht hier vom Schiff an Land.

Gäbe es mehr Ziele für Touristen in Neubrandenburg und Umgebung, dann würde sicherlich die Kreisstadt einen Aufschwung erleben. Davon jedenfalls ist Rechtsanwalt Wolfgang Bartsch aus Neubrandenburg felsenfest überzeugt. Der Jurist, der häufig mit dem Fahrrad rings um Neubrandenburg unterwegs ist, vermisst den unbedingten Willen, die Kreisstadt an die Tourismus-Magneten der Seenplatte anzuschließen. „Allein der Radweg rings um unsere Perle, den Tollensesee. das ist doch eine einzige Katastrophe. Touristisch so gut wie überhaupt nicht erschlossen, überall fehlt es an Möglichkeiten Geld auszugeben“, so der Jurist.

Kommentare (3)

Sitzen doch die gleichen Eierköpfe von den Parteien in der Stadtvertretung seit 1990. Ganz im Gegenteil es wird nicht lange dauern dann wird das Augustabad sich auch einschränken müssen. Den Badelärm werden die reichen Schnösel vom Fontanehof sich nicht lange bieten lassen. Egal was der Bürgermeister ausgehandelt hat. Mieterschutz wird immer Vorrang haben. Aber das ist man ja gewöhnt von den Politikern aus der Stadt. Das beste schlechte Beispiel ist doch die Beton Innenstadt alles grüne wurde doch zubetoniert. abgesehen mal das mini Stück an der Marienkirche. Nonnenhof hätte Anfang der 90er noch gerettet werden können bevor alles verfällt. Aber die Nachbargemeinden freuen Sich so kann Waren und Neustrelitz an Tourismus gewinnen. Nach NB brauchen Sie nur für ein Tagesbesuch kommen. Das eine Museum und zum bummeln reicht die Zeit. Obwohl den gleichen Mist bekommen Sie auch überall zu kaufen, da es ja die gleichen Ketten sind.

- unter beherzten umsichtigen pol. Verhaeltnissen - Mueritzfischer Erlebnisgastronomie gleich in Waren - Augustabad - Onkel Willi - keine Grossprojekte - klein aber fein und mit der Region fuer die Region

... hat keine Wasseranbindung an die Seenplatte. Tagesausflüge von Müritz oder Neustrelitz ins Oberzentrum des nordöstlichsten Deutschland zum Einkaufsbummel sehe ich auch als die NB-Attraktion. Neubrandenburg zählt touristisch nicht zur Mecklenburgischen Seenplatte. Da hilft wohl auch nicht die Ernennung zur Kreisstadt gleichnamigen Kreises.