Der Geschäftsführer, der für den Rohbau verantwortlichen Hoch+Tiefbau Neubrandenburg Gmbh, Veit Kerschke, setzt
Der Geschäftsführer, der für den Rohbau verantwortlichen Hoch+Tiefbau Neubrandenburg Gmbh, Veit Kerschke, setzte gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Ellgoth, der Vorsitzenden des Awo-Präsidiums Dr. Anna-Konstanze Schröder und dem Sozialdezernenten des Landkreises Michael Löffler (v. l. n. r.) gestern den ersten Spatenstich für die Kita am Amtshof. Tobias Holtz
So wird die neue Kita nach den Entwurfsplänen später einmal aussehen.
So wird die neue Kita nach den Entwurfsplänen später einmal aussehen. Tobias Holtz
Millionenprojekt

Jetzt geht’s endlich los mit dem Kita-Neubau in Altentreptow

Unzählige bürokratische Hürden hatten den Baustart für die Awo-Kita in der Vergangenheit immer wieder ausgebremst. Nun konnte endlich der erste Spatenstich erfolgen.
Altentreptow

Die Erleichterung stand Klaus Schmidt am Montagvormittag förmlich ins Gesicht geschrieben. „Ich bin einfach nur glücklich, dass es nach all den Jahren, in denen wir immer wieder neue Herausforderungen meistern mussten, jetzt wirklich mit den Arbeiten losgehen kann“, betonte der Geschäftsführer des Awo-Regionalverbands Demmin  e. V. gegenüber dem Nordkurier. Schon in vier Monaten soll auf dem Grundstück am Amtshof der Rohbau für die barrierefreie Kindertagesstätte „Naturtalente“ stehen. Sie verfügt über einen Aufzug und bietet später auf zwei Etagen Platz für 84 Mädchen und Jungen von der Krippe bis zum Hortalter.

„Der ausgewählte Name wird sich in der Ausgestaltung der Einrichtung widerspiegeln. Die individuellen Talente der Kinder sollen hier gezielt angesprochen und gefördert werden. Forschen, Kreativ sein, Lernen und Spielen – alles findet künftig unter einem Dach statt. Alle Beschäftigungsräume stehen offen, sodass sich die Kinder allein entscheiden können, in welchem sie es gerade am spannendsten finden“, erklärte der zuständige Objektplaner Ingo Dann.

Schleichweg verschwindet, Kita-Parkplatz kommt

Im Erdgeschoss sei außerdem ein Restaurant mit Verteiler-Küche vorgesehen, das neben der täglichen Essensversorgung gleichzeitig für kitainterne Feiern und ähnliche Veranstaltungen genutzt werden könne. Auch der angrenzende Spielplatz zur Wallstraße, dessen Planung Landschaftsarchitekt Stefan Pulkenat übernommen hat, soll mit einem Wildbienen- und Hummelferienpark, Minischloss, Wasserspielanlage, Spielwiese, Garten und interaktiven Stationen, nicht nur zum Toben einladen, sondern auch gleichzeitig alle Sinne der Kinder ansprechen – ohne Zweifel ein Konzept mit Zukunftscharakter.

Der bisherige Schleichweg zum Jungfernstieg, den die Stadtvertreter gerne erhalten hätten, wird im Zuge der Baumaßnahme allerdings für immer verschwinden. „Das war aufgrund der denkmalschutzrechtlichen Vorgaben nicht anders möglich, da sechs Meter Abstand zum Stadtmauerrest eingehalten werden müssen“, begründete Schmidt diese Entscheidung. Dafür bekommt die Kita aber einen eigenen Parkplatz mit etwa zwölf Stellplätzen, der auf der rechten Seite, einige Meter vor dem Gebäude entstehen soll, wo sich aktuell noch eine Schotterfläche befindet, die ebenfalls der Arbeiterwohlfahrt gehört. „Vom Parkplatz aus wird noch ein extra Gehweg angelegt, über den die Eltern sicher bis zum Haupteingang der Kita gelangen, wenn sie ihren Kinder bringen und abholen“, kündigte der Awo-Geschäftsführer an.

Das umzäunte Gebäude als solches wird dem früheren Treptower Amtshof von der grundlegenden Form und Dachkonstruktion her nachempfunden, damit es zum historischen Stadtkern passt, enthält aber auch moderne Bauelemente, so wie es die überarbeitete Gestaltungssatzung der Stadt möglich macht. Aus Sicherheitsgründen werden an beiden Giebeln Brandschutztreppen installiert, die auf der Rückseite des Hauses über einen Laubengang verbunden sind.

Nachfrage vonseiten der Eltern schon jetzt riesig

Obwohl die Kita voraussichtlich erst zum August 2023 bezugsfertig sein wird, ist die Nachfrage bei den Eltern schon jetzt riesig. Kein Wunder, denn Kita-Plätze sind in der Region nach wie vor Mangelware. „Umso mehr freue ich mich, dass wir diesem Engpass bei der Kinderbetreuung mit der neuen Tagesstätte entgegenwirken können und dadurch auch ein bisschen mehr Vielfalt in unsere Kita-Landschaft kommt“, machte Bürgermeisterin Claudia Ellgoth deutlich.

Ob es bei den zuletzt veranschlagten Gesamtkosten von rund 4,6 Millionen Euro für das Projekt bleibt, ließe sich angesichts der enormen Preissteigerungen in der Baubranche, die sich durch den Krieg im Osten Europas noch einmal verschärft hätten, nicht mit absoluter Sicherheit sagen, stellte Ingo Dann klar. „Fakt ist, je länger wir mit dem Baubeginn warten, umso teurer wird es. Eine Umkehr der momentanen Preisspirale ist mehr als unwahrscheinlich.“

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