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Jetzt ist auch noch der Bäcker zu

Verschlossenen Türen: Seit Jahresende ist die Bäckereifiliale auf dem Lindenberg dicht.
Verschlossenen Türen: Seit Jahresende ist die Bäckereifiliale auf dem Lindenberg dicht.
Bärbel Gudat

Eine Anwohnerin auf dem Lindenberg ist enttäuscht, dass sie keine frischen Backwaren mehr in ihrem Wohngebiet bekommt.

Die Situation auf dem Lindenberg macht Edelgard Boelcke traurig. „Jetzt hat auch noch der Bäcker hier zugemacht“, beklagt die Rentnerin aus der Birkenstraße. Waren des täglichen Bedarfes könne man ja noch mit Hilfe des Autos bei den umliegenden Discountern kaufen. Aber das Brot und die Brötchen sollten doch schon frisch sein. Der Bäcker war gut zu Fuß für sie zu erreichen.

Edelgard Boelcke wohnt seit 1976 auf dem Lindenberg. Die Schließung der Bäckerfiliale ist für sie problematisch. Auch dass der Bau eines geplanten Supermarktes auf dem Gelände der ehemaligen Schule sich zerschlagen hat, ärgert sie. Die Pläne zur Errichtung eines Einkaufszentrums in der Kirschenallee fielen Ende Dezember bei der Mehrheit der Stadtvertretung durch. „Ich weiß von meiner Tochter, dass hier auf dem Lindenberg schon viele Unterschriften gesammelt wurden“, sagt Edelgard Boelcke, „aber es tut sich einfach nichts“.

Mindestlohn macht es unmöglich, die Bäckerei weiter zu führen

Dabei würden ihrer Ansicht nach gerade die älteren Bewohner solch einen Verkaufsstandort befürworten und nutzen. In ihrem Aufgang in der Birkenstraße hätten alle Bewohner die 70 erreicht. Lange Fußwege zu den umliegenden Discountern seien einfach nicht drin. „Wir haben hier nun gar nichts mehr.“ Dabei sei der Bäcker doch immer gut besucht gewesen.

Verkaufsleiter Olaf Wetzel von der Bäckerei und Konditorei Israel hätte auch gern auf die Schließung zum Jahresende verzichtet. „Mit dem neuen Mindestlohn war es uns unmöglich, die Filiale wirtschaftlich zu betreiben“, sagt er. Die Kundenzahlen hätten einfach nicht gereicht, auch wenn Außenstehende das Gefühl hatten, der Laden sei gut besucht. „Meist kamen aber nur die älteren Herrschaften“, so seine Beobachtung. Ob ein anderer Betrieb weitermacht, ist noch nicht sicher. Da sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, so der Verkaufsleiter.

Kommentare (2)

So ist es nun einmal, wenn die Kundschaft geht, geht auch der Betrieb. Da kann man auf dem Lindenberg noch soviel jammern, wenn der Bäcker durch den wenigen Umsatz nicht überleben kann, schließt er eben.

Fahrt weiter alle zum Discounter billiges Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse und auch Backwaren kaufen. Die Ergebnisse bekommen alle so langsam mit, Gammelfleisch und Wurst, schlechtes Gemüse und Obst. Das nächste sind Backwaren aus Nordafrika wo Muslime für uns billige Brötchen und Brot für einen Hungerlohn produzieren, und die Vielfalt des bekannten deutschen Handwerkes für immer verschwindet. Bald haben wir weltweite Einheitswurst....., Brötchen und essen nur noch Burger aus den Restaurant mit den goldenen Bögen weil auch die Kneipe um die Ecke dann für immer schließt! Schönes Wochenende