Der 19-jährige Pfadfinder Jannis Blankenhorn (2. v. li.) leitete das kleine "Überlebens-Camp” und zeigte
Der 19-jährige Pfadfinder Jannis Blankenhorn (2. v. li.) leitete das kleine "Überlebens-Camp” und zeigte den Jugendlichen auch, wie ein Druckverband funktioniert. Tim Prahle
Pfadfinder und Campleiter Jannis Blankenhorn (3.v.l.) hatte die Idee zu dem Projekt bei Sandhagen nahe Friedland.
Pfadfinder und Campleiter Jannis Blankenhorn (3.v.l.) hatte die Idee zu dem Projekt bei Sandhagen nahe Friedland. Tim Prahle
Mitten in der Natur bekamen insgesamt 20 Jugendliche an vier Tagen wertvolle Tipps und Tricks zum Überleben in der Wildni
Mitten in der Natur bekamen insgesamt 20 Jugendliche an vier Tagen wertvolle Tipps und Tricks zum Überleben in der Wildnis. Tim Prahle
Die „Zivilisation” war zwar nur ein paar Gehminuten weg, doch im Camp waren die Jugendlichen den Bedingungen der N
Die „Zivilisation” war zwar nur ein paar Gehminuten weg, doch im Camp waren die Jugendlichen den Bedingungen der Natur unterworfen. Foto: Tim Prahle Tim Prahle
Die Wildnis selbst zeigte sich nicht von ihrer nettesten Seite. Wind und Regen erschwerten die Bedingungen.
Die Wildnis selbst zeigte sich nicht von ihrer nettesten Seite. Wind und Regen erschwerten die Bedingungen. Tim Prahle
Verantwortlich sind die Sandhagener Stefanie und Marcus Blankenhorn. Sie wollen auch künftig die Jugendhilfe in der Regio
Verantwortlich sind die Sandhagener Stefanie und Marcus Blankenhorn. Sie wollen auch künftig die Jugendhilfe in der Region weiter voranbringen. Tim Prahle
Seenplatte

Jugendliche lernen im Survivalcamp das Überleben in der Natur

Feuermachen, einen Schlafplatz im Freien finden und auch mal das Smartphone weglegen. Im „Überlebenscamp“ lernten Jugendliche nicht nur für die Wildnis.
Sandhagen

„Wenn ihr keinen Verband habt, nehmt einen Stofffetzen. Hauptsache lösungsorientiert, jammern bringt nichts.“ Mit kurzen, markigen Sätzen, schwört der 19-jährige Jannis Blankenhorn die Jugendlichen ein – bevor er ihnen zeigt, wie ein Druckverband funktioniert.

Hier, in der einstigen Grenzregion zwischen Mecklenburg und Vorpommern ist das Ende der Zivilisation da – für ein paar Tage wirkt es jedenfalls ein bisschen so. An Baumstämmen hängen zu Zelten umgebaute Planen, die kleine Feuerstelle muss immer neu entfacht werden, größter Luxus ist eine mobile Toilette aus Holz. Die paar Häuser des Galenbecker Ortsteils Sandhagen sind kaum zu sehen, obwohl sie nur rund zehn Minuten weg sind.

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Jugendliche reisten extra an

20 Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren haben sich zwischen Himmelfahrt und Sonntag in das viertägige „Survival Wildniscamp“ begeben. Freiwillig. Die meisten kommen aus dem Osten der Mecklenburgischen Seenplatte und der Haff-Region.

„Wir hatten sogar noch einige Anmeldungen mehr“, sagt Stefanie Blankenhorn vom Erlebnis- und Kulturbauernhof „hoblaho“. Auf 15 Euro war der Beitrag gedeckelt. „Wir wollen gerade hier in der Region mehr Angebote für die Teilhabe von Jugendlichen schaffen – und das nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig machen“, erläutert sie. Damit das auch klappt, sammelte sie Fördermittel ein. Das Bundesfamilienministerium gab Mittel aus dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“.

Nur eine kurze Anreise hatte die elfjährige Lara. Sie wohnt direkt in Sandhagen, hat auf dem Hof ihr Pferd stehen. Doch das Lernen verschiedener Knoten übers Fährtenlesen bis hin zur Aufbereitung von Regenwasser führten sie trotz der örtlichen Nähe gewissermaßen in eine fremde Welt. „Ich würde es auf jeden Fall noch mal machen“, betont sie.

Bei dem 13 Jahre alten Tristan aus Berlin ist der Fall anders gelagert. Es habe „Spaß gemacht“, doch vier Tage würden ihm auch erst einmal reichen. Zumal die Teilnehmer gleich die erschwerte Variante des Überlebenstrainings mit Wind und Regen bekamen. Wegen einer Sturmwarnung wichen sie für eine Nacht dann lieber doch auf den nahen Hof aus.

Die ganze Zeit draußen ohne Annehmlichkeiten der Moderne sei für die Jugendlichen natürlich anstrengend, sagt Campleiter Jannis Blankenhorn. „Wir haben zwar kein Handyverbot, aber viele merken, dass es auch ein paar Tage ohne geht. Schließlich gibt es immer was zu tun“, meint er. Und selbst die Angst vor Spinnen und Kriechtieren beim Schlafen auf dem Waldboden habe sich meist schnell gelegt.

Tipps vom Pfadfinder

Stattdessen brachte der langjährige Pfadfinder den Kindern unter anderem bei, welche Pflanzen essbar sind, wie Feuermachen ohne Streichhölzer geht und wie man sich an den Sternenbildern orientiert. Der junge Mann stammt aus der Nähe von Stuttgart, wollte nach der Schule eigentlich nach Kanada, wegen Corona ging es stattdessen zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu Onkel und Tante nach Sandhagen.

Das Überlebenscamp sei seine Idee, „er ist inhaltlich verantwortlich“, lobt Stefanie Blankenhorn. Und die Idee passe gut in das Konzept des Hofes, der Kindern und Jugendlichen das Leben in und mit der Natur näher bringen möchte. Eine Wiederholung des Camps sei also sehr gut möglich, auch wenn der junge Initiator dann nicht mehr da ist. Der wolle es doch noch mal mit einem Work and Travel (Arbeiten und Reisen) in Kanada versuchen.

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