ZEUGEN GESUCHT

Junge Mutter in Neubrandenburger Disco attackiert

Eine Mutter von drei Kindern ist am Rande einer Schlägerei im Colosseum verletzt worden. Sie sucht jetzt nach Zeugen des Angriffs, um den Täter zu überführen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Der Zwischenfall trug sich in der Neubrandenburger Diskothek Colosseum zu. Die 22-Jährige wollte vorher bei einer Schlägerei
Der Zwischenfall trug sich in der Neubrandenburger Diskothek Colosseum zu. Die 22-Jährige wollte vorher bei einer Schlägerei einen Mann von drei Frauen abbringen. Paulina Jasmer
Die junge Frau erlitt einen Seitenbandriss sowie Knochenabsplitterungen im Knie. Sie muss deswegen eine Schiene tragen und eve
Die junge Frau erlitt einen Seitenbandriss sowie Knochenabsplitterungen im Knie. Sie muss deswegen eine Schiene tragen und eventuell operiert werden. privat
Neubrandenburg.

„Du stehst mir im Weg!“ Mit diesen Worten auf den Lippen soll am vergangenen Wochenende ein Mann einer jungen Mutter von hinten in die Kniekehle getreten haben. Ort des Geschehens: Die Neubrandenburger Diskothek Colosseum. Die 22-jährige Frau sackte mit großen Schmerzen zusammen. Helfer brachten sie nach draußen, die Sicherheitsleute betreuten sie und riefen den Krankenwagen. In der Klinik dann die Diagnose: Seitenbandabriss sowie Knochenabsplitterungen im Knie.

„Ich habe Schmerzen und bin auf eine Schiene sowie Schmerzmittel angewiesen“, erzählt die Neubrandenburgerin dem Nordkurier am Telefon. Sie hatte sich an den Nordkurier gewandt, weil sie das Ganze nicht auf sich sitzen lassen will. Die Frau kennt nach eigenen Worten den Tatverdächtigen und hat auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Weil die Neubrandenburgerin aber auch zivilrechtliche Schritte einleiten will, sucht sie Zeugen, welche den Angriff gesehen haben.

Mutmaßlicher Angreifer soll polizeibekannt sein

Zugetragen hat sich der Vorfall nach Darstellung der jungen Mutter um 2:30 Uhr in der Nacht zum 28. Juli in der Diskothek an der Hochstraße. Sie berichtet von einer Prügelei, bei der ein Schläger drei Frauen und einen weiteren Mann angegangen sei. „Gewalt gegen Mädels kann ich gar nicht sehen“, erzählt die resolute junge Frau, die seit 2016 in Neubrandenburg lebt. Aus der Aggression habe sich ein Tumult entwickelt, an dem nach ihren Worten rund 15 Menschen beteiligt waren. Einen Beteiligten hatte sie schon am Schlafittchen, ließ aber ab, als die Rangelei zu wüst wurde und brachte sich in Sicherheit, erzählt die 22-Jährige.

In mehreren Metern Entfernung habe sie dann mit dem Rücken zum Geschehen gestanden, als sie wenige Minuten später plötzlich einen Tritt und dann einen stechenden Schmerz gespürt habe. Mit einem lauten Schrei sei sie zu Boden gesackt. Die junge Mutter ist sich sicher, dass es der Mann war, der schon zuvor die drei Frauen angegriffen hatte. Sie geht davon aus, dass es sich um eine vorsätzliche Tat handelte. „Das war mit Absicht, weil ich angeblich im Weg stand, einfach eine Frechheit.“ Möglicherweise sei es auch eine Revanche für das vorherige Eingreifen gewesen. Der Deutsche, den sie verdächtigt, soll aus dem Umland der Stadt Neubrandenburg stammen und polizeibekannt sein.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass eine Frau in eine Schlägerei hineingeraten sei und wegen des Vorfalls zwei Tage später Anzeige erstattet habe. Beide Personen, die das Opfer nach draußen begleitet haben, hätten sich gemeldet und bei der Polizei ihre Daten hinterlassen, sagte eine Sprecherin.

Knie-OP nicht ausgeschlossen

Das Problem der Attackierten ist nun, dass die Helfer den eigentlichen Angriff nicht gesehen haben, wie sie erzählt. Sie seien erst auf sie aufmerksam geworden, als sie schreiend zusammenbrach. Die beiden hätten sie aus der Diskothek getragen, wobei ihr vor Schmerz fast Schwarz vor Augen geworden sei. Die Sicherheitsleute halfen ebenfalls und brachten Eis zur Kühlung. Wie die junge Frau weiter sagt, rückte wegen der Schlägerei in der Diskothek später auch die Polizei an.

Mit den Folgen des Angriffs hat die Mutter dreier Kinder wahrscheinlich noch ein ganzes Weilchen zu kämpfen. „Ich muss noch zum Chirurgen, der schaut, ob operiert werden muss.“ Gerade die Knochenabsplitterungen im Knie könnten „extreme Probleme“ machen. Bei der Betreuung der Kinder helfe ihr zum Glück ihr Partner. Auch einen Termin beim Anwalt hat die 22-Jährige inzwischen vereinbart, um eine Klage auf Schmerzensgeld vorzubereiten. Zeugen des Angriffs werden gebeten, sich an die Neubrandenburger Polizei zu wenden – oder sie können über den Nordkurier Kontakt aufnehmen unter der Rufnummer 0395 4575487.

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