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Junger Mutter wird Hartz IV gestrichen

Harte Wochen stehen Anja Neumann und ihren Söhnen Ben (rechts) und John bevor: Denn Hartz IV soll es für sie nicht mehr geben. 
Harte Wochen stehen Anja Neumann und ihren Söhnen Ben (rechts) und John bevor: Denn Hartz IV soll es für sie nicht mehr geben. 
Hartmut Nieswandt

Würde die junge Frau die Bezüge für sich und ihre kleinen Söhne noch erhalten, wenn sie auf dem Jobcenter nicht viel zu früh von der neuen Partnerschaft geredet hätte?

Als Anja Neumann am 2. März auf ihre Kontoauszüge sah, war klar: Sie erhält keine Hartz IV-Bezüge mehr. „Als der Kleine geboren wurde, haben mein Freund und ich mich getrennt. Jetzt rauften wir uns wieder zusammen und werden zusammenziehen“, erzählt die junge Frau, die einen vierjährigen un deinen sechs Monate alten Sohn hat. Warum aber ist diese schöne Nachricht dennoch eher Grund für Trübsal? „Weil ich das im Jobcenter angegeben habe. Und mein Partner und ich darum zu einer Bedarfsgemeinschaft erklärt wurden“, berichtet Anja Neumann. Das heißt: Ab 1. März gibt es keine Bezüge mehr.

Wenn Anja Neumann jetzt auf die verfahrene Kiste sieht, ärgert sie sich sehr: „Ich bin ja selbst schuld, warum habe ich im Jobcenter in meiner Freude offen und ehrlich gesagt, dass wir wieder zusammengehen werden.“ Ist es denn im Jobcenter überhaupt nicht möglich, eine Auge zuzudrücken, damit die Mutter mit ihren zwei Söhnen die Zeit bis Ende April finanziell irgendwie schafft?

„Leider nein“, sagt Roland Bengelsdorf, Leiter des Bereichs Leistungsgewährung beim Jobcenter Süd. „Ich hätte ihr gern geholfen, sie geht immer fleißig arbeiten. Aber sie hat unterschrieben, dass sie mit ihrem Partner ab 1. März zusammenlebt.“ Und Roland Bengelsdorf ergänzt: „Wie gesagt, das alles tut mir leid, aber wir müssen uns an die Gesetzlichkeiten halten. Frau Neumann steht jedoch der Rechtsweg offen.“