Nordkurier-Reporter Frank Wilhelm macht sich so seine Gedanken über den russischen Sputnik V-Impfstoff.
Nordkurier-Reporter Frank Wilhelm macht sich so seine Gedanken über den russischen Sputnik V-Impfstoff. Mohammed Talatene
Papa-Kolumne

Kann uns wieder der Sputnik retten? Oder doch der Wodka?

Genauso wie der Rest Deutschlands diskutiert unser Reporter Frank Wilhelm mit seiner Familie übers Impfen. Bei all den unterschiedlichen Meinungen heißt es: Abwarten und Wodka trinken.
Neubrandenburg

80 Millionen deutsche Virologen diskutieren über die Impfstrategie, unsere Familie natürlich auch. Meine Mutter, jenseits der 80 Jahre, wartet seit Wochen auf ihren Impftermin. „Ich glaube da nicht mehr dran“, schimpft sie, die so gerne wieder reisen möchte. Otto hält dagegen: „Ich finde das sowieso falsch, dass erst die Alten geimpft werden. Was ist mit uns?! Mir wird meine Jugend genommen!“

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Ich grätsche in seinen Wortschwall: „Moment! Du lebst ein Jahr im Lockdown. Da hast Du noch ziemlich viel Jugend vor Dir. Und denk auch mal an die Omas und Opas, was die für eine Jugend nach dem Krieg hatten.“ Weil ich jetzt ziemlich moralisiere, fällt mir meine Frau in den Rücken: „Die Leistungsträger müssen geimpft werden, Ärzte, Lehrer, Erzieher und Polizisten, die das System am Laufen halten!“ Vier Menschen am Tisch und drei Meinungen.

Bis zur richtigen Impfung noch ein paar Gläser Wodka

Und jetzt geht es auch noch um Sputnik V, das Vakzin Made in Russia. Man sollte den Impfstoff aus dem Osten nicht gleich vom Tisch wischen. Immerhin haben die Sowjets den ersten Satelliten, den ersten Hund und den ersten Menschen ins All geschossen. Und, sie haben 40 Jahre lang die DDR über Wasser gehalten! Wobei, wenn ich mich recht erinnere, hat Präsident Putin, als der russische Stoff noch ganz frisch war, auf die Impfung verzichtet und lieber seine Tochter in den Testlauf geschickt. Aber der Wladimir ist ja auch fit wie ein sibirischer Bär. Da hat Corona ohnehin keine Chance. Der größte Vorteil von Sputnik V: Man kann die Medizin auch als Schluck-Impfung zu sich nehmen, sagt jedenfalls der Autor Wladimir Kaminer.

Ich bin mit Blick auf meine Russland-Querdenker-Pegida-„Freunde“ eher skeptisch. Ich glaube, dass der mit dem Impfstoff in den Körper gespritzte Putin-Computerchip mindestens doppelt so groß ist wieder der von Bill Gates. Egal: Bis ich mit dem Impfen dran bin, genieße ich noch ein paar Gläschen russische Schluckimpfung namens Wodka.

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