KOMMUNISTISCHE KNOSPEN

Karl Marx lässt Blumen in Neubrandenburg sprießen

Das Wunder vom Friedrich-Engels-Ring: Kaum ist die Statue von Karl Marx zurück in Neubrandenburg, sorgt sie für blühende Landschaften.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Unter den wärmenden oder auch gestrengen Blicken des umstrittenen Philosophen Karl Marx haben sich in Neubrandenburg die ersten Frühlingsboten Bahn gebrochen
Unter den wärmenden oder auch gestrengen Blicken des umstrittenen Philosophen Karl Marx haben sich in Neubrandenburg die ersten Frühlingsboten Bahn gebrochen Matthias Lanin
Neubrandenburg.

Unter den wärmenden oder auch gestrengen Blicken des umstrittenen Philosophen Karl Marx haben sich in Neubrandenburg die ersten Frühlingsboten Bahn gebrochen. Am Schwanenteich recken die Schneeglöckchen ihre Köpfchen aus der kalten Erde, allerdings nur in einem bestimmten Teil der Grünanlage am Friedrich-Engels-Ring. Genau in Blickrichtung der Statue von Karl Marx (1818-1883) sprießen sie zahlreich aus dem Boden – nur in diesem Fleckchen, im Rest des kleinen Parks sind nur nackte Erde oder Gras zu sehen.

Fast scheint es so, als wolle sich der teils verehrte, teils verachtete Vordenker des Kommunismus mit einem Blumengruß dafür bedanken, dass er nach langen Jahren wieder aus der Versenkung hervorgeholt wurde – zumindest physisch in Form seiner Statue. Dass er in der einstigen DDR-Bezirksstadt Neubrandenburg noch Anhänger hat, zeigt die Nelke, die der 2,20 Meter hohen Statue in die Hand gesteckt wurde. Auch auf dem Sockel der rund 400 Kilogramm schweren Bronzeplastik zeugen abgelegte Blumen von Ehrbekundungen.

Marx langer Weg zurück

Aus Sicherheitsgründen wurde 2001 die zuletzt an der Regionalbibliothek platzierte Statue in einem Depot eingemottet und so mancher Kritiker hätte sie gerne auf dem Friedhof der Geschichte belassen. So wie die DDR, welche die Plastik 1969 auf dem heutigen Marktplatz errichten ließ. Nach dem umstrittenen Abbau regte die Linksfraktion in der Stadtvertretung 2015 wieder an, die auf der Denkmalliste der Stadt stehende Plastik zum
200. Geburtstagsjahr „auferstehen“ zu lassen.

Es folgten zahlreiche Vorschläge und viel Knatsch: So überlegte Oberbürgermeister Silvio Witt laut, die Statue etwa liegend zu präsentieren. Die Debatten darüber brachten Neubrandenburg sogar bis in die internationale Presse. Nach langer Standortdiskussion einigte man sich – mehr oder minder – auf den doch etwas abgelegenen Schwanenteich. Aber mit Exil kannte sich Marx ja aus.

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Kommentare (1)

Ich bin ja eigentlich immer noch der Meinung ,daß der schwarze Mann viel besser am Küssower Ortsausgangsschild gestanden hätte.