Der rechte Arm des Karl-Marx-Denkmals in Neubrandenburg wurde abgesägt.
Der rechte Arm des Karl-Marx-Denkmals in Neubrandenburg wurde abgesägt. Tim Prahle
Die Statue am Schwanenteich in Neubrandenburg wurde offenbar in der Nacht zu Samstag von Vandalen geschändet.
Die Statue am Schwanenteich in Neubrandenburg wurde offenbar in der Nacht zu Samstag von Vandalen geschändet. Tim Prahle
Vandalismus

Karl Marx wurde der Arm abgesägt

Das Denkmal des Philosophen und Autors in Neubrandenburg wurde geschändet. Der Oberbürgermeister der Stadt zeigt sich empört, die Polizei ermittelt.
Neubrandenburg

Auf das Karl-Marx-Denkmal in Neubrandenburg am Friedrich-Engels-Ring ist ein Anschlag verübt worden. Von der Statue des kommunistischen Vordenkers am Schwanenteich ist wahrscheinlich in der Nacht zu Sonnabend der rechte Arm abgesägt worden. Eine Einwohnerin der Stadt informierte den Nordkurier über die Denkmalschändung.

Oberbürgermeister zeigt sich entsetzt

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt zeigte sich in einer ersten Reaktion fassungslos. „Das ist furchtbar” reagierte er auf ein erstes Bild, das ihm vom Nordkurier gesendet wurde. Er wollte sich umgehend selbst einen Eindruck von der sinnlosen Zerstörung verschaffen.

Lesen Sie auch: Farbanschlag auf Karl-Marx-Denkmal in Neubrandenburg

„Vandalismus oder Sachbeschädigung verurteile ich aufs Schärfste. Der öffentliche Raum gehört allen und sollte deshalb von allen Bürgerinnen und Bürgern wertschätzend behandelt werden.”, sagte Witt. Dies gelte umso mehr für Kunstwerke. „Ich hoffe sehr, dass der oder die Verursacher ermittelt werden.”

Polizei erst vom Nordkurier in Kenntnis gesetzt

Die Polizei in Neubrandenburg wusste allerdings noch nichts von diesem Vorfall. „Nein, bisher ist nicht bekannt”, hieß es auf Anfrage. Dank der Nordkurier-Information werde man nun tätig und das Denkmal in Augenschein nehmen, hieß es aus dem Neubrandenburger Polizeirevier. Eine Suche der Nordkurier-Journalisten nach dem Armstück im Nahbereich des Denkmals hatte zuvor kein Ergebnis gebracht.

Marx-Denkmal nicht das einzige "Opfer" – eine Übersicht: Wenn Betrunkene und Metalldiebe Köpfe, Arme oder Schwänze abschlagen

Die Plastik des Bildhauers Gerhard Thieme aus dem Jahr 1969 stand zu DDR-Zeiten in der Vier-Tore-Stadt am Marktplatz der damals noch Karl-Marx-Platz hieß. Im Zuge von Bauarbeiten am Markt wurde das Denkmal dann 1995 zunächst am Eingang zur Bibliothek an der Nordseite des HKB aufgestellt. 2001 musste die Statue aufgrund von Materialschäden repariert werden und wurde eingelagert. 2018 wurde es dann nach einer intensiven Diskussion um die Bedeutung von Marx und der Verfahrensweise mit seinem Denkmal am Schwanenteich wieder aufgestellt.

zur Homepage